Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 19

zm 107, Nr. 19, 1.10.2017, (2184) Die KZV Westfalen-Lippe plant, über ihre Tochterfirma ZIS im Januar 2018 einen weiteren Konnektor auf den Markt zu bringen. Ganz schön knapp. Wie wollen Sie das schaffen? Michael Evelt: Ich bin mir bewusst, dass die zeitlichen Vorgaben eine große Herausforde- rung für alle Beteiligten darstellen. Nach wie vor steht der 01.07.2018 als strafbewehrter Termin für Leistungserbringer im E-Health- Gesetz, auch wenn es Bestrebungen des Bundesgesundheitsministeriums gibt, die- sen Termin durch Verordnung auf den 31.12.2018 zu verschieben. Deshalb dürfen wir auch keine Zeit verlieren. Aus diesem Grund suchen wir gerade über eine europa- weite Ausschreibung einen technischen Zu- gangsdienstbetreiber. Dieser wird auch den Konnektor für die Praxen stellen. Wir möchten unseren Mitgliedern einen vollumfassenden TI-Service aus einer Hand anbieten, inklusive Konnektor, Kartenterminals, DVO und SMC-B. Wir werden somit keinen eigenen Konnektor auf den Markt bringen, sondern wir suchen aus den vorhandenen Anbietern den qualitativ besten und wirtschaftlich attraktivsten Partner für unsere Kunden aus. Der Zuschlag hierzu wird im Oktober 2017 erteilt. Die Installationen werden im ersten Halbjahr 2018 durchgeführt, sodass alle Kunden der ZIS GmbH fristgerecht die TI-Anforderungen umsetzen. Bislang gibt es nur zwei Firmen, die für ihre Konnektoren den Zuschlag der gematik erhalten haben: die CompuGroup und RISE aus Österreich. Wollen Sie es der Industrie zeigen? Es geht uns nicht darum, irgendjemandem etwas zu beweisen oder zu zeigen. Das ist nicht unsere Motivation. Darüber hinaus brauchen wir die Industrie. Ohne verlässliche Anbieter können wir die gesetzlich ver- pflichtenden Anforderungen für die Kunden der ZIS GmbH nicht umsetzen. Unser An- liegen ist deshalb ausschließlich, die Praxen zu unterstützen. Aber, ein Zuschlag der gematik ist nicht gleichzusetzen mit einer Zulassung für den Produktivbetrieb (OPB), die eine Zertifizierung des BSI und eine Zulassung der gematik voraussetzt. Aktuell haben wir die Situation, dass kein Konnektor für den Produktivbetrieb zugelassen ist. Wir haben imMärz dieses Jahres bereits eine Markterkundung mit den gleichen Kriterien unserer jetzigen EU-weiten Ausschreibung durchgeführt. Somit wissen wir genau, welche Hersteller es am Markt gibt, sowohl für Konnektoren als auch für den Zugangs- dienstbetrieb. Wer unsere Ausschreibung am Ende gewinnt, hängt von eindeutig definierten Kriterien ab. Wichtig: Wir stellen keinen eigenen Konnektor her, sondern der von uns ausgewählte Zugangsdienstbetreiber muss einen Konnektor mitliefern. Warum sollte sich der Zahnarzt für Ihr Produkt entscheiden? Wir bieten ein Beratungsangebot an, indem wir unseren Kunden zusichern die geeignetsten Anbieter für sie am Markt zu finden und zu vermitteln. Letztlich ent- scheidet der Kunde der ZIS GmbH, ob er das Produkt möchte. Unsere Ausschreibung ist absolut gematik-konform und wurde durch die gematik selbst vorab reviewed. Die ZIS GmbH verfügt über ein qualifiziertes Team, das in der Lage ist, die Praxen kompe- tent zu beraten und im Fehlerfall schnell und effektiv zu unterstützen. Sie ist für den kommenden Rollout in den Praxen gut gerüstet. Die ZIS GmbH ist eine 100%ige Tochter der Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL). Diese hat bereits seit 2010 als Zugangsdienstbetreiber für Ab- rechnungs-Services diese Aufgabe für ihre Mitglieder übernommen und hat hier somit enorm viel Erfahrung. Ein großer Vorteil: Wir wissen genau, wie die EDV-Strukturen in den Praxen sind und erleben somit keine großen Überraschungen, ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass nahezu alle unsere Praxen Gebrauch von der Online-Abrechnung machen, hier gibt es also keine Probleme mit fehlendem Internetzugang oder Ähnlichem. Das kann ? ? ? KZV Westfalen-Lippe treibt eigenes TI-Konzept voran Wollen Sie es der Industrie zeigen? In den kommenden Monaten sollen alle Praxen an Deutschlands größtes elektro- nisches Gesundheitsnetz angeschlossen werden. Doch der Ausbau der Telematik- infrastruktur gleicht immer mehr dem Neubau des Hauptstadtflughafens. Die KZV Westfalen-Lippe nimmt die Dinge selbst in die Hand. Über eine Tochterfirma soll ein eigener Konnektor auf den Markt gebracht werden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir alle unsere Praxen noch im ersten Halbjahr 2018 vollständig austatten können und dies zu einem Preis, der unter den Erstattungspauschalen der Finan- zierungsvereinbarung liegen wird“, sagt Michael Evelt, Geschäftsführer der ZIS GmbH im Interview. Michael Evelt ist Geschäftsführer der ZIS GmbH, einem 100%igen Tochterunternehmen der Kassen- zahnärztlichen Vereinigung West- falen-Lippe. Foto: privat 30 Politik

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