Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 21

zm 107, Nr. 21, 1.11.2017, (2520) Z u meinem Dreiteiler zum Thema „Wie finde ich gutes Personal und wie kann ich dieses Personal binden?“, haben mich mehrere Anrufe und einige interessante E-Mails erreicht. Eine E-Mail sehen Sie hier abgedruckt, da diese sich mit anderen Anfragen deckt. „Wie machen es andere?“, „Geben Sie mir diesbezüglich einige Bei- spiele!“ Darauf möchte ich gerne heute eingehen und dabei auch aufzeigen, wie andere Füh- rungskräfte ihre Mitarbeiter wertschätzend behandeln. Die ersten drei Teile meiner Kolumne haben sich intensiv mit der „Arbeitgeber- attraktivität“ und der „Herausforderung Mitarbeiter“ beschäftigt. In der Theorie schön und gut, aber wie sieht es mit der Operationalisierbarkeit aus? Zunächst möchte ich Ihnen einige Tools aus der klassischen Wirtschaft vorstellen: Employee Awareness: um Marketing und Zufriedenheit sicherzustellen Mitarbeiterbefragungstools: um ein valides Bild der eigenen Stärken und Schwächen zu bekommen und/oder im Idealfall ein Zertifikat als Top-Arbeitgeber zu erhalten regelmäßiger Austausch mit den eigenen Mitarbeitern Als erstes Beispiel werde ich von einem guten Freund in der Unternehmensberatung berichten – hier ist die Hege und Pflege des „Humankapitals“ besonders wichtig. Er ver- anstaltet in regelmäßigen Abständen mit Mitarbeitern aller Hierarchien einen soge- nannten „Captain‘s Lunch“. Hierbei handelt es sich um ein informelles Mittagessen – wo- bei alles, was zwischen ihm und seinen Mit- arbeitern besprochen wird, am Tisch bleibt und diesen nicht verlässt. Gerade in kleineren Teams ist es gut möglich, kurze fachfremde Gespräche mit den Mitarbeitern vor oder nach der Behandlungszeit für eine engere Bindung zu nutzen. Oftmals wirken sich private Umstände auf die Arbeitsleistung aus. Empathie hilft, kleine Zusammenhänge schneller zu erkennen und Situationen zu bewerten. Als weiteres Beispiel möchte ich meinen Freund, den Zahnarzt Dr. Cyril Niederquell, zitieren: „Initiative TOPAS (Top Ausbildungsstelle) ist eine Initiative der Kreishandwerkerschaft Waldeck- Frankenberg. Dort werden in achtwöchigem Ab- stand verschiedene Fortbildungsveranstaltungen für Azubis angeboten. Diese werden dann vom Betrieb freigestellt und die Fortbildung kostet nur eine Schutzgebühr. Auch anderenorts gibt es regel- mäßige Fortbildungen für Chefs wie ‚Harmonie macht träge‘ und Nachwuchsthemen wie ‚Um- gang mit Geld‘ oder ‚Knigge für Azubis‘. Ich habe mit diesen Angeboten sehr gute Erfahrungen ge- macht. Zugegeben, es kostet Zeit und manchmal auch Überwindung, aber unter dem Strich war es erfolgreich. Wir machen jetzt regelmäßig Mit- arbeiterbefragungen, um den praxisinternen Mangel und Bedarf festzustellen. Hieraus setzen wir jedes Jahr konsequent die bemängelten Dinge um.“ Diese Beispiele sollen Ihnen und dem Ab- sender der oben abgedruckten E-Mail bei der eigenen Umsetzung helfen. Dabei muss jeder seinen eigenen Stil finden und an- wenden: Ein Mittagessen mit einem oder mehreren Ihrer Mitarbeiter kostet Sie in der Regel nicht viel Extra-Zeit, ist jedoch enorm Die neue zm-Kolumne rund um die relevanten Praxisfragen Wie behandle ich meine Mitarbeiter wertschätzend? Der QR-Code führt zu den ersten drei Teilen zur Personalfindung 94 Praxis

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