Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 12

zm 109, Nr. 12, 16.6.2019, (1328) TI – Schick, aber wo ist der Nutzen? Eine Leserin berichtet über ihre Erfahrung mit der TI-Installation Seit vielen Ausgaben verfolge auch ich die bereits als Kolumne zu wertenden Leserbriefe der Kollegen für und wider TI. Seit letzter Woche haben wir ihn also, den Anschluss. Mich trieb weniger die Angst vor Honorarkürzungen oder Teuerungen in Wartung und Beschaffung denn die Befürchtung, irgendwann schlicht nicht mehr mit meinem System arbeiten zu können. Und so habe ich sie jetzt: Eine schicke weiße Box neben dem Server, ein genauso schickes Kartenlesegerät an der Rezeption. Beim Einlesen ploppt ein neues Fenster auf. Jetzt sitze ich da und frage mich, wofür? Ich kann mich nicht in die Karteien anderer Ärzte einlesen. Kein Patient muss befürchten, dass ich jetzt auch von proktologischen Befunden, psychologischen Sitzungen oder der abgebrochenen Behandlung bei Kollegen XY erfahre. Ich kann weiterhin bei ver- gessener KVK die Leistungen eingeben und der Patient die Karte nachreichen. Niemand wurde weggeschickt, keiner musste ein Bestätigungsfax seiner Krankenkasse anfordern. Ich kann ver- gessene Leistungen noch einen Tag später eintragen. Es ist alles wie bisher. Habe ich irgendwas nicht mitbekommen? Kann mir irgendjemand in einfachen Worten erklären, wieso es installiert werden musste und was sich für mich als kleine Landzahnarzt- praxis jetzt genau ändert? Für mich fühlt es sich so an, als habe ich ein wartungsfreies Kartenlesegerät gegen eins mit monatlichen Wartungsgebühren eingetauscht. Normalerweise hat doch eine Neuerung auch einen Nutzen und nicht nur Kosten. Irgendwas Grundlegendes ist da an mir vorbeigegangen. Mit freundlicher Bitte um Aufklärung. Ich denke, ich bin nicht die einzige Kollegin, die nach Installation diese Fragen hat. Dr. Tanja Goerres, Schwalmstadt GOZ – Nur unsere Mehrarbeit ver- hindert doch den Einkommenabfall Zum Leitartikel „GOZ: Die Zeit ist reif“, zm 10/2019, S. 8. Es ist schon ein Schlag ins Gesicht jedes niedergelassenen Kollegen, den Leitartikel von Dr. Engel zu lesen. Nach 31 Jahren GOZ (nicht zu vergessen der kostenneutralen Umstellung BUGO-Z von 1965 auf die GOZ) ist es also endlich soweit, dass unsere höchste Interessen- vertretung dies auch so sieht, wo man doch so gerne Resolutionen verabschiedet. Man klopft sich gerade bei den Neujahrsempfängen und Festakten gerne auf die Schulter und ist froh, wenn sichmal wie- der nichts verändert hat und feiert den guten Kontakt zur Politik. Die Einkommensentwicklung im statistischen Jahrbuch lässt sich ja auch schön anschauen. Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir den Einkommensabfall in aller Regel durch Mehrarbeit verhindert. Die Ausgaben und Aufgaben steigen stetig, von der Gängelung durch Aufsichtsbehörden mal ganz abgesehen. Unser Praxispersonal wandert ab, da wir nicht in der Lage sind, mit anderen Berufsgruppen finanziell zu konkurrieren. Unver- gessen die Verordnung des Maulkorbs durch den Vorstand der BZÄK in den damaligen zmund die Aufforderung, auf Proteste zu verzichten, „um die politischen Kreise nicht zu irritieren“. Sonderumlagen für Aktionshaushalte werden abgebucht, aber die Aktion fehlt irgend- wie. Beneiden muss man da Gewerkschaften schon irgendwie, die würden das nicht jahre- oder jahrzehntelangmit sichmachen lassen, aber das Fell des Zahnarztes wird immer dicker, der Rücken immer breiter. Natürlich ist es endlich Zeit für Veränderung, Herr Dr. Engel, und das nicht erst seit heute. Schluss mit dem Schulterklopfen! Dr. Jens Vaterrodt, Mainz Zahnärztin als Influencerin – Wirklich so schlank? Zum Beitrag „Julia Gründer ist Assistenzzahnärztin – und Influencerin auf Instagram: ‚Auf Instagram bin ich Lifestyle- Bloggerin‘“, zm 10/2019, S. 96–97. Selten habe ein zm-Heft so gerne gelesen wie die Nr. 10 in diesem Jahr. Für mich war es eine Fülle von hervorragend aufbereiteten Artikeln für einen niedergelassenen Zahnarzt. Auch der Bericht über unsere Kollegin Julia Gründer als Life- style-Bloggerin war ein ausge- wogenes Interview zu einem modernen Thema. Nur das Foto von Frau Gründer auf Seite 96 links oben halte für bedenklich: Die Taille, oder der Bauchumfang, scheint so mini- mal, dass entweder das Foto nachträglich bearbeitet wurde oder eine krankhafte Verände- rung vorliegt. Gerade in den Zeiten der zunehmenden Ess- störungen sollten solche Fotos, die eventuell jungen Menschen als Zielvorgabe dienen, so nicht veröffentlich werden. Mit Dank für dieses Heft und herzlichem Gruß Dr. Joachim Wieg, Lüneburg Die zm-Redaktion ist frei in der Annahme von Leserbriefen und behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch in der digitalen Ausgabe der zm und bei www.zm-online.de zu veröffentlichen. Bitte geben Sie immer Ihren vollen Namen und Ihre Adresse an und senden Sie Ihren Leserbrief an: leserbriefe@zm-online.de oder Redaktion Zahnärztliche Mitteilungen Behrenstraße 42 10117 Berlin. Anonyme Leserbriefe werden nicht veröffentlicht. Foto: zm-ch 10 Leserforum

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