Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 12

zm 110, Nr. 12, 16.6.2020, (1234) AUS DER WISSENSCHAFT Füllen sich Dentindefekte in Zukunft selbst? Kerstin Albrecht Mehr als fünf Jahre forschen Wissenschaftler des King´s College London bereits an einem biologischen Ansatz zur Wiederherstellung von Dentin. Nach Erfolgen im Tiermodell könnte die Methode nun in die klinische Phase am Menschen gehen. N ach einem Zahntrauma oder einer kariösen Infektion sind Zellen der Pulpa in der Lage, Tertiär- oder Reiz- dentin zu bilden, um sich gegen die äußere Umge- bung abzuschirmen und sich vor weiteren Infektionen zu schützen. Nach Freilegung des pulpalen Weichgewebes kommt ein natürlicher Reparaturprozess in Gang, bei dem die verbliebenen mesenchymalen Stammzellen der Pulpa angeregt werden, sich zu Odontoblasten-ähnlichen Zellen auszudifferenzieren [Vishwakarma et al., 2015; Kaukua et al., 2014; Feng et al., 2011]. Sie bilden eine dünne Dentin- brücke zum Schutz und zur Abdichtung gegenüber der äußeren Umgebung aus. Genug Substanz, um größere Den- tinläsionen zu schließen, kam dabei allerdings bisher nicht heraus. Bislang müssen kariöse und andere Defekte immer noch mit künstlichem Füllmaterial geschlossen werden. FORSCHER AKTIVIEREN SIGNALWEG AUS DER EMBRYOGENESE Die britischen Wissenschaftler wollten zunächst herausfinden, wie sich die Ausdifferenzierung zu Odontoblasten aus den verbliebenen Stammzellen in der Pulpa gezielt anregen Foto: AdobeStock_Wolfilser 64 | ZAHNMEDIZIN

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