Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 5

zm 111, Nr. 5, 1.3.2021, (399) DIE DEUTSCHE EPA \ Ziel der ePA ist eine umfassende Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens, sowohl zwischen verschiedenen Fachärzten oder Apotheken als auch zwischen Ärzten, Apotheken und Patienten. Analog ablaufende Arbeitsschritte sollen durch die ePA digi- talisiert und damit vereinfacht werden. Einrichtung und Nutzung sind für die Patienten freiwillig. \ GKV-Versicherte haben ab dem 1. Januar 2021 ein Anrecht auf die Nutzung. Die ePA.wird von den Krankenkassen als App kostenlos bereitgestellt und kann auf mobilen Endgeräten installiert werden. \ Die Einführung startete ab Januar zunächst mit einer Testphase in den Pilotregionen Bayern, Berlin, Nordrhein und Westfalen-Lippe. Ziel ist, dass bis zum 30. Juni die flächendeckende Einführung in den Praxen und bis Ende 2021 in den Krankenhäusern und Apotheken erfolgt. \ Die Daten in der ePA sind in der zentralen Telematik- infrastruktur (TI) abgelegt. Patienten entscheiden selbst, welche Leistungserbringer auf welche Dokumente und über welchen Zeitraum zugreifen dürfen. \ Eine dokumentengenaue Kontrolle, welche Beteiligten welche Informationen in der ePA einsehen können, soll erst ein Jahr nach Einführung zur Verfügung stehen. Dass 2021 noch kein feingranulares Berechtigungs- management auf Dokumentenebene vorgesehen ist, kritisieren Datenschützer. \ Eine Schlüsselrolle bei der Realisierung nimmt die gematik ein: Die Spezifikationen der ePA stammen aus ihrem Haus und der Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung. Die gematik ist für den Test der Funktionen und der Sicherheit der ePA zuständig, bevor die Industrieunternehmen eine Zulassung für den Betrieb ihrer Produkte in der TI erhalten. Quelle: gematik DAS EPD DER SCHWEIZ \ Hier sollen alle Patientendaten abgelegt werden: Krankheiten, Medikamente, Allergien, Impfungen, Bilder und Berichte von Behandlungen und Therapien. Spitäler, Reha-Kliniken, Pflegeheime oder Apotheken sollen mit Einwilligung des Patienten darauf zugreifen können. Die Teilnahme von ambulant tätigen Ärzten ist fakultativ. Die Patienten bestimmen, wer welche Dokumente wann einsehen darf und können auch selbst Dokumente einpflegen. \ Die Sicherheit der Dokumente steht an oberster Stelle. Gesetzlich vorgeschrieben ist, wie das EPD organisiert und technisch abgesichert sein muss. Vor dem Zugriff muss sich jede Person identifizieren. Jede Bearbeitung wird protokolliert. \ Krankenversicherer und Personen und Organisationen, die nicht an der Behandlung beteiligt sind, haben keinen Zugriff auf das EPD. \ Das EPD wird dezentral eingeführt. Es ist ein Zusam- menschluss von regionalen Stammgemeinschaften, die offiziell zertifiziert werden – nach schweizweit gleichen Regeln. \ Wo Patienten ein EPD eröffnen können, unterscheidet sich je Angebot. Einige Stammgemeinschaften sehen stationäre, andere ambulante Einrichtungen als Eröffnungsort vor, wiederum andere öffentliche Stellen oder Online-Prozesse. Quelle: Schweizer Eidgenossenschaft und Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheits- direktoren Das Dossier koste viel und bringe nur Aufwand, sagt Verbandspräsident Jürg Lareida. Dennoch wolle der Verband das Dossier weiter mitentwickeln. Dass der Aufbau der Stammgemein- schaften so aufwendig und das Zerti- fizierungsverfahren so anspruchsvoll ist, liegt vor allem an den sehr hohen Anforderungen an den Datenschutz und an die Datensicherheit. Die Schweizerische Eidgenossenschaft und die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren halten es zur- zeit für unmöglich, eine konkrete Prognose für den Abschluss dieser Arbeiten bei weiteren Stammgemein- schaften zu treffen. DER BÜRGER SPIELTE BISLANG KEINE GROßE ROLLE In der Diskussion um das elektro- nische Patientendossier haben die Wünsche der Bürger bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Wenn vom EPD die Rede war, ging es meist um Lösungen, die auf Desktop-Sys- teme ausgerichtet waren. Seit Kurzem ist nun eine neue Smartphone-App verfügbar – als Pilotprojekt in der Gemeinde Ellmau bei Winterthur. Entwickelt wurde sie von Abilis in Zusammenarbeit mit dem feder- führenden Dienstleister BINT GmbH Winterthur und dem technischen Support durch das deutsche Start-up Phellow Seven mit Wurzeln im Universitätsklinikum Heidelberg. Health-E soll ab Frühjahr 2021 zur Verfügung stehen, man kann sich ab sofort registrieren. pr POLITIK | 65

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