Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 17

zm 111, Nr. 17, 1.9.2021, (1564) der Sondierungstiefen (Korrelations- koeffizient 0,43, p < 0,001). Damit konnten auf Praxisebene sowohl grundlagenwissenschaftliche Unter- suchungen, die einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Sondie- rungstiefen und Bluten auf Sondieren fanden [Lang et al., 1986; Renvert und Persson, 2002] als auch die positiven Ergebnisse der Parodontaltherapie [Eickholz et al., 2008; Knowles et al., 1979] bestätigt werden. Abbildung 1 stellt die durchschnittliche Zunahme der Sondierungstiefen von anterior (1er, Frontzähne) bis posterior (8er, Weisheitszähne) dar. In einer weiteren Analyse der Daten des PBFN konnten im Rahmen der Masterarbeit von Dr. Helena Walker diverse Risikofaktoren des Zahn- verlusts auf Praxisebene identifiziert werden. In dieser Analyse wurden 125.832 Zähne über einen Zeitraum von durchschnittlich 17,63 Jahren beobachtet. Insgesamt gingen 2.405 Zähne verloren (1,91 Prozent von 125.832 Zähnen). Molaren, Zähne im Oberkiefer, Zähne mit Furkationsgrad 2–3, Zähne mit erhöhter Zahnbeweglichkeit Grad 2–3, das Vorhandensein von Sondierungs- blutung, erhöhte Sondierungstiefen, klinischer Attachmentverlust, häufi- gere Termine und die behandelnde zahnärztliche Praxis zeigten sich als signifikante Risiko- beziehungsweise Einflussfaktoren für einen höheren Zahnverlust respektive eine schlech- tere Gesamtprognose der Zähne. Fur- kationen ersten Grades, Rezessionen und das Alter der Patienten hatten hingegen keinen signifikanten Ein- fluss auf den Zahnverlust. VERLUSTRATE NIMMT IM BEHANDLUNGSVERLAUF AB Bezüglich des Zeitpunkts des Zahn- verlusts fiel in der vorliegenden Studie auf, dass beim zweiten Termin bereits mehr als ein Drittel, also 36,7 Pro- zent, aller insgesamt verloren gegan- genen Zähne fehlten und die Verlust- rate im Verlauf der Behandlung kon- tinuierlich abnahm (Abbildung 2). Dies betraf vor allem Zähne mit Lockerungsgrad 3 (Abbildung 3). Abb. 2: Anzahl der Zahnverluste im Verlauf der Parodontaltherapie pro Termin Quelle: Johan P. Woelber Abb. 3: Kaplan-Meier-Überlebenswahrscheinlichkeit von Zähnen unterteilt nach der Beweglichkeit in der Parodontaltherapie > 10 Jahre Quelle: Johan P. Woelber KIRSTIN VACH Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik Stefan-Meier-Str. 26, 79104 Freiburg Foto: privat 38 | ZAHNMEDIZIN

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