Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 17

zm 111, Nr. 17, 1.9.2021, (1600) DIE ZM-KOLUMNE RUND UM DIE RELEVANTEN PRAXISFRAGEN Praxiswachstum (I): Ihr Team ist hoffentlich schlauer als Sie selbst E ine gute Frage, die sicherlich viele Praxisinhaberinnen und -inhaber beschäftigt. Doch zuerst eine Ge- genfrage: Warum teilen Sie Ihre „Wachs- tumsfantasien“ nicht einfach mal mit Ihrem Team? Vielleicht schrecken Sie vor der Reaktion zurück?! Aber wann kann man sich sicher sein, seine Praxis mit Wachstumspotenzial auf- gebaut zu haben? Zum Beispiel dann, wenn alle anderen im Team-Meeting schlauer sind als man selbst. Eine provokante These? Nun, sind Sie als Chef immer richtungsbestimmend und weisend? Haben Sie für alles Antworten parat? Dann bringen Sie damit Ihr Praxisteam garantiert zum Schweigen. Erfahrungsgemäß sind die Inhaber aber die Letzten im Informationsfluss der Praxis. Und wenn Sie durch Ihren Füh- rungsstil diese Quelle kappen, ist Ihre Betriebsblindheit programmiert. GUT IST EIN CHEF ERST, WENN ER ERSETZBAR IST Gute Führungskräfte geben keine Ant- worten vor, sondern überlassen die Lö- sungsvorschläge denen, die unmittelbar in die Prozesse involviert sind. Das kön- nen ihre Angestellten, aber genauso gut auch Patienten, Kunden oder Berater sein. Vergessen Sie eines nicht: Der Wert Ihrer Praxis bemisst sich auch nach der organisatorischen Unabhängigkeit in der Führung. Sie müssen ersetzbar sein – ins- besondere in der Organisation. Sie sind sozusagen der Berater Ihrer Organisation. Neben dem Führungsstil gibt es aber noch weitere Barrieren gegen das Wachs- tum. Zum einen den Mangel an System und Strukturen physischer wie auch orga- nischer Natur, um mit Entscheidungen umzugehen. Zum anderen stellt das Marketing eine immer größer werdende Sehr geehrter Herr Henrici, ich habe vor einigen Jahren meine eigene Praxis eröffnet. So weit, so gut. Aus heutiger Sicht habe ich damals allerdings nicht groß genug gedacht und irgendwie verpasst, mein Team auf meinem Wachstumskurs, der mir im Kopf herumgeistert, mitzunehmen und einzuschwören. Kann ich jetzt überhaupt noch wachsen oder schwimmen wir schon zu lange in unserem eigenen Saft? Dr. Lisa M. Foto: AdobeStock_bell 74 | PRAXIS

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