Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 1-2

Leserforum Was für ein Unsinn! In der Praxis begegnen uns täglich Herausforderungen wie zum Beispiel Patientenwünsche, Digitalisierung, E-Health, Budgetierung, neue Hygienebestimmungen, Qualitätssicherung, Steigerungen von Gehältern, explodierende Energiekosten, GOZ-Stillstand, Wirtschaftlichkeitsprüfungen, Steuerprüfungen usw. Diese Aufzählung lässt sich noch verlängern, aber ein Vater-Sohn-Konflikt wird in dieser Aufzählung nie vorkommen. Ein bereits vorher bestehender Vater-Sohn-Konflikt wird bei einer Zusammenarbeit in der gemeinsamen Praxis offen zu Tage treten, aber solch ein bereits bestehender Konflikt würde auch bei anderen gemeinsamen Unternehmungen aufbrechen. Das hat überhaupt nichts mit einer Zahnarztpraxis zu tun! Ich habe eine Tochter, die momentan die Facharztausbildung zum Facharzt für MKG-Chirurgie absolviert und die nach ihrem zahnärztlichen Examen einige Zeit mit mir gemeinsam in meiner Praxis als Zahnärztin gearbeitet hat. Das war für mich eine tägliche Freude. Ich habe einen Sohn, der zu meiner großen Freude seit ein paar Monaten in meiner Praxis als Zahnarzt mit mir gemeinsam arbeitet. Ich weiß also aus eigener Erfahrung, dass diese Situationen das Beste sind, was einem als „Zahnarztvater oder Zahnarztmutter“ passieren kann. Insbesondere die fachlichen Diskussionen zu allen unseren, sich sehr dynamisch entwickelnden Fachgebieten sind eine tägliche Bereicherung. Konflikte gibt es nicht, sondern höchstens konträre Meinungen und die kann man mit fachlich fundiertem Wissen für alle Beteiligten (natürlich auch für das Personal!) äußerst fruchtbar ausdiskutieren. Ich möchte die Eltern sehen, die nicht froh und stolz sind, wenn sie den Eintritt ihrer Kinder in die eigene Praxis erleben. Meinen zahnärztlichen Kollegen und Kolleginnen, die diesen Beitrag gelesen haben und jetzt mit Angstschweiß auf der Stirn dem Eintreffen ihres zahnärztlichen Nachwuchses entgegenzittern, möchte ich nur sagen: „Ihr habt alles richtig gemacht. Ihr habt Euren Kindern vorgelebt, wie schön und erfüllend dieser Beruf ist. Freut Euch auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen in Euren Praxen.“ Dr. Christian Schulz Neumünster PRAXISÜBERGABE Das Beste, was einem Zahnarztvater passieren kann Zum Artikel "Klinisch-ethische Falldiskussion: Vater-Sohn-Konflikt in der Praxis", zm 22/2022, S. 52—55. Die zm-Redaktion ist frei in der Annahme von Leserbriefen und behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch in der digitalen Ausgabe der zm und bei www.zm-online.de zu veröffentlichen. Bitte geben Sie immer Ihren vollen Namen und Ihre Adresse an und senden Sie Ihren Leserbrief an leserbriefe@zm-online.de oder an die Redaktion: Zahnärztliche Mitteilungen, Chausseestr. 13, 10115 Berlin. Anonyme Leserbriefe werden nicht veröffentlicht. Foto: Federico Rostagno – stock.adobe.com zm113 Nr. 01-02, 16.01.2023, (10)

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