Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 8

zm113 Nr. 08, 16.04.2023, (594) die Patientin in die ambulante Nachsorge entlassen werden. Im Rahmen einer Nachsorgeuntersuchung sechs Monate postoperativ zeigte sich eine regelrechte Funktion des N. alveolaris inferior beidseits. Diskussion Odontome werden gemäß der WHOKlassifikation der maxillofazialen Knochentumoren als gutartige, gemischt epithelial-mesenchymale odontogene Tumoren betrachtet [Baumhoer, 2018]. Odontogene Tumoren zeigen eine Inzidenz von unter 0,1 Prozent. Mit einem Anteil von 20 bis 67 Prozent stellt das Odontom einen der häufigsten odontogenen Tumoren dar [Troeltzsch et al., 2012]. Die Diagnose wird meist – aufgrund von Symptomfreiheit bei langsamem Wachstum – erst zufällig radiologisch gestellt [Boffano et al., 2012]. Odontome lassen sich klinisch und histopathologisch in zwei Arten unterteilen: Das Compound Odontom enthält multiple unstrukturierte zahnähnliche Gebilde. Das komplexe Odontom enthält unregelmäßig angeordnete, aber gut ausgebildete Zahnbestandteile und kann sich als ausgedehnte radioopake Masse darstellen. Die genaue Ätiologie ist unklar – Trauma, Entzündungen und genetische Prädispositionen werden als Auslöser diskutiert [Kämmerer et al., 2015]. Die Therapie der Wahl, unabhängig von der Art des Odontoms, stellt die Enukleation dar. Bei SymptomfreiAbb. 5: Resektat Die ausgedehnte Raumforderung konnte in toto geborgen werden. Abb. 7: Orthopantomogramm postoperativ Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Sven Otto, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie, Klinikum der Universität München Lindwurmstr. 2a, 80337 München Foto: LMU Klinikum PD Dr. med. Dr. med. dent. Philipp Poxleitner, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie, Klinikum der Universität München Lindwurmstr. 2a, 80337 München Foto: Uniklinik Freiburg Dr. med. Dr. med. dent. Alexander Wick, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie, Klinikum der Universität München Lindwurmstr. 2a, 80337 München Foto: LMU Klinikum Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Florian A. Probst, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie, Klinikum der Universität München Lindwurmstr. 2a, 80337 München Foto: LMU Klinikum Abb. 6: Zustand nach Tumorresektion: Die patientenspezifische Rekonstruktionsplatte wird eingebracht. Der neurolysierte N. alveolaris inf. ist in der Bildmitte zu erkennen. Fotos: LMU Klinikum 48 | ZAHNMEDIZIN

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