Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

20 | PRAXIS INTERVIEW MIT PRAXISBERATER CHRISTIAN HENRICI „Die jungen Menschen wollen erst gar nicht in das Hamsterrad!“ Mit der Generation Z kommt ein neuer Schlag ArbeitnehmerInnen in die Praxen. Sie ticken anders, regeln ihr Leben mit dem Smartphone und haben ihren eigenen Kopf, wenn es um Arbeit geht. Welche Vorstellungen und Ansprüche sie an ihre ArbeitgeberInnen haben und wie man sie erfolgreich bindet, erklärt Praxisberater Christian Henrici. Herr Henrici, Sie haben sich intensiv mit der Generation Z in den Zahnarztpraxen beschäftigt. Welche Wünsche, Vorstellungen und Werte haben diese Mitarbeitenden in Bezug auf ihre Arbeit und ihren Arbeitsplatz? Christian Henrici: Aktuelle Umfragen zeigen, dass vor allem Spaß an der Arbeit, das Spüren ihrer Sinnhaftigkeit und Lob und Anerkennung für gute Leistung ganz wichtige Aspekte für die Jungen sind. Anders als bei den Generationen davor hat für sie nicht mehr eine gute Vergütung Priorität. Ganz zentral ist auch der Wunsch nach guten Weiterbildungsmöglichkeiten, also kontinuierlichen Optionen zur Entwicklung. Danach sollte die Chance kommen, das Erlernte im Alltag zu verproben, sprich, die Anwendung der neuen Skills. Eine Art Selbsterfahrung mit dem Augenmerk auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten, weniger auf die monetäre Sache. Ein Job, der ihr Streben nach Selbstverwirklichung unterstützt und sie nicht aufhält, ist für sie ein guter. Auch legen junge Berufseinsteiger Wert auf eine Unternehmenskultur, die offen für frische Ideen und neue Konzepte ist. All diese Aspekte hängen natürlich irgendwo miteinander zusammen. Das bringt durchaus Herausforderungen mit sich: Kommunikation und Führungsstile müssen angepasst werden, die Praxen sollten hier an den Zeitgeist andocken. Man muss sich dabei klarmachen, dass die junge Generation die erste ist, die alles – Kommunikation, Konsum und Sonstiges – über ihr Smartphone erledigt. Das prägt ihr Verhalten. Die Generation Z ist laut Statistischem Bundesamt mit 11,4 Millionen fast so groß wie die Gruppe der Babyboomer mit 12,6 Millionen. Foto: Carlos Barquero - stock.adobe.com zm113 Nr. 09, 01.05.2023, (710)

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