Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 9

ZAHNMEDIZIN | 65 war bis auf eine leichte iatrogene Schädigung des N. marginalis und damit eines gering hängenden rechten Mundwinkels regelgerecht. Die Patientin hatte keine Schmerzen im Bereich des Volumendefekts, die Beweglichkeit des Halses war uneingeschränkt. Im Zuge der intraoralen Untersuchung und der begleitenden zahnärztlichen Bildgebung zeigte sich ein nicht erhaltungswürdiger Zahn 48 mit einer apikalen Entzündung, der gemeinsam mit der nach extraoral reichenden Fistel und dem extraoral gelegenen Fistelmaul entfernt wurde (Abbildung 2). Nach Abheilen der Operationswunden und bei stabilen Wundverhältnissen ohne Hinweise auf ein Fistelrezidiv (Abbildung 1) wurde die Patientin bei bestehendem Rekonstruktionswunsch ausführlich und individuell über verschiedene Möglichkeiten und Alternativen der Defektrekonstruktion sowie deren individuelle Vorteile, Limitationen und Risiken aufgeklärt. Es erfolgte die Entscheidung zu einem erneuten Versuch einer Defektrekonstruktion mittels autologem Fettgewebe durch Liposuktion. Der Eingriff wurde in Allgemeinanästhesie durchgeführt. Hierbei erfolgte die Entnahme von 400 ml autologem Fettgewebe mittels abdomineller Liposuktion (Abbildungen 3, 4), welches zu Teilen (circa 30 ml) in die submandibuläre Defektregion appliziert wurde (Abbildungen 5, 6). Der postoperative Heilungsverlauf zeigte sich komplikationslos und führte zu einem ästhetisch ansprechenden Ergebnis (Abbildung 7). Die Patientin stellte sich nach einem halben Jahr wieder vor und präsentierte ein ästhetisch zm113 Nr. 09, 01.05.2023, (755) Abb. 3: Wasserstrahl-assistierte Liposuktion des Bauches: Insgesamt wurden im Rahmen der Liposuktion in Allgemeinanästhesie rund 400 ml autologes Fettgewebe aus dem Abdomen bei der Patientin entnommen. Abb. 4: Exemplarisch entnommenes und aufgereinigtes Fettgewebe. Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer Leitender Oberarzt/ Stellvertr. Klinikdirektor Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie und Plastische Operationen, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Augustusplatz 3, 55131 Mainz Foto: Kämmerer Dr. med. Diana Heimes Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie, Plastische Operationen, Universitätsmedizin Mainz Augustusplatz 2, 55131 Mainz Oberfeldarzt Dr. med. Dr. med. dent. Andreas Pabst Klinik VII; Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Bundeswehrzentralkrankenhaus Rübenacher Str. 170, 56072 Koblenz Foto: BWZK Abb. 5: Augmentation des submandibulären Defekts. Fotos: Kämmerer

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