Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 07

ZAHNMEDIZIN | 49 Eine definitive Diagnose für Bruxismus besteht nur, wenn die Betroffenen sowohl anamnestisch darüber berichten als auch klinische Zeichen sichtbar sind [Lobbezoo et al., 2013]. Ob Bruxismus als ,behaviour´ oder ,disorder´ angesehen wird, ist aufgrund der Datenlage momentan noch nicht eindeutig einzuschätzen. Abgrenzung zu anderen Zahnhartsubstanzdefekten Neben den traumatisch bedingten nicht-kariösen Zahnhartsubstanzschäden existieren drei weitere stark verbreitete Arten, die sich alle durch den Verlust von Schmelz, Dentin beziehungsweise Zement auszeichnen: Erosion, Attrition und Abrasion. Da bei unterschiedlichen Ursachen verschiedene Präventions- und Therapiemaßnahmen ergriffen werden müssen, ist es wichtig, diese voneinander zu unterscheiden. Glänzende Facetten, eine gleichmäßige Abnutzung der Schmelz-und Dentinflächen und das „SchlüsselSchloss-Prinzip“ werden meist durch Attrition verursacht. Auch Abdrücke in den Weichgeweben wie Lippe und Wange beziehungsweise Frakturen an bestehenden Restaurationen der Antagonisten sind charakteristische Merkmale. Abrasionen hingegen werden extrinsisch durch Fremdkörper verursacht, wohingegen Erosionen auf die Einwirkung von Säuren zurückgehen. Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz heraus. Dadurch kann Zahnhartsubstanz abgetragen werden. Typisch sind sogenannte okklusale Rillen, Abrundungen von Höckern zm114 Nr. 07, 01.04.2024, (547) Prof. Dr. Christian Hirsch, M.Sc. Universitätsklinikum Leipzig AöR, Department für Kopf- und Zahnmedizin Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe Liebigstr. 10–14, Haus 1, 04103 Leipzig christian.hirsch@medizin.uni-leipzig.de Foto: Stefan Straube „ 2009–2014: Studium der Zahnmedizin an der Universität Leipzig „ 2014–2018: Angestellte Zahnärztin in verschiedenen Praxen „ seit 2018: Angestellte Zahnärztin bei der MVZ Zahnkultur Berlin Brandenburg „ 2019–2020: Curriculum Kinderund Jugendzahnmedizin „ 2021–2023: Masterstudiengang an der Universität Duisburg-Essen, M.Sc.Implantology and Dental Surgery UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN VERSCHLEISSARTEN DER ZAHNHARTSUBSTANZ Verschleißart Erosion Attrition Abrasion Auslöser chemischer Verschleiß durch Säuren „ erosive Ernährung intrinsischer, mechanischer Verschleiß durch Zahn-Zahn-Kontakt „ Parafunktionen wie z. B. Bruxismus extrinsischer, mechanischer Verschleiß durch andere Faktoren „ übermäßige Mundhygienemaßnahmen „ Nägelkauen „ Stiftekauen Erscheinungsbild „ okklusale Rillen, Krater, Abrundungen von Höckern „ Abnutzung an nicht okklusalen Oberflächen „ erhöhte Restaurationen „ breite Konkavitäten „ erhöhte Transluzenz „ sauberes Aussehen von Amalgam „ Überempfindlichkeiten „ glattes, seidig-glänzendes Aussehen „ kein Plaque, Verfärbungen und Zahnstein „ Erhalt der Schmelzleiste approximal „ glänzende Facetten „ gleichmäßige Schmelz-und Dentinabnutzung „ Schlüssel-Schloss-Prinzip der Oberflächen „ klinische Defekte im Zahnhalsbereich „ Läsionen eher breit als tief „ Prämolaren und Eckzähne am häufigsten betroffen Merkmale am Antagonisten „ N/A „ korrespondierende Schliff-Facetten „ Frakturen der Höcker und Restaurationen „ Abdrücke in Wange, Zunge und/oder Lippe „ N/A Tab. 1, nach [Wetselaar und Lobbezoo, 2016] Janine Borngräber, M.Sc. Zahnkultur Berlin-Brandenburg Helene-Weigel-Platz 2, 12681 Berlin j.borngraeber@zahnkulturmarzahn.de Foto: Zahnkultur Berlin-Brandenburg

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