20 | ZAHNMEDIZIN SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER ZAHNÄRZTETAG 2025 Dem Trend entgegensteuern Kein Kongressmanagement, kein ausgefeiltes Eventmarketing: Die KZV Schleswig-Holstein kümmert sich weiterhin um alles selbst – „vom digitalen Einlassticket über den Flyer bis hin zur Moderation“ betonte ihr Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Diercks in seiner Begrüßungsrede zum Zahnärztetag in Neumünster. Diercks zeichnete die jüngste Entwicklung in der PA-Behandlung nach. Mit dem Inkrafttreten der PAR-Richtlinie im Juli 2021 sei es zu einem regelrechten Boom an Parodontalbehandlungen gekommen. „Die Neuanträge schnellten in die Höhe, die Punktmengen verdoppelten sich und darüber hinaus in den Jahren 2022 und 2023. Die Praxen stellten sich auf einen hohen PA-Behandlungsumfang ein, räumlich, instrumentell, personell. Mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz vom November 2022 wurde dann die Umkehr eingeleitet." In Schleswig-Holstein sei man zwar vergleichsweise gut aufgestellt gewesen – für 2023 gab es keine HVM-Grenzen, in 2024 nur eine „sanfte Steuerung“, aber der Trend zeige nach unten und auch in SchleswigHolstein seien die Fallzahlen zurückgegangen, berichtete Diercks. Diesem Trend wollte man mit dem Kongressthema „Update Parodontologie“ entgegenwirken. Insgesamt 19 Vorträge, die sich mit verschiedenen Aspekten der Parodontologie befassen – der Prävention, der Entstehung, den Behandlungsmöglichkeiten, den Wechselwirkungen zwischen allgemeinen und parodontalen Erkrankungen, aber auch der Abrechnung der Leistungen –, standen auf dem Programm. „Wir wollen Ihnen und Ihren Mitarbeitern mit diesem Zahnärztetag wieder Lust auf PA machen. Wir wollen, dass die Fallzahlen wieder steigen“, sagte KZV-Chef Diercks. Die Lupenbrille war der Gamechanger Im wissenschaftlichen Programm stellten die Referentinnen und Referenten anhand zahlreicher Fälle aus der Praxis die Therapiemöglichkeiten der Parodontitis in den vier aufeinander aufbauenden Stufen vor. Dabei betonten sie, dass die Risikofaktoren stark patientenabhängig seien. Ein „echter Gamechanger“ bei der Behandlung Rund 1.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte und über 1.300 Praxismitarbeiterinnen kamen am 15. März in die Holstenhallen in Neumünster. Fotos: Thomas Eisenkrätzer zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (526) Die Prävention der Periimplantitis beginnt bereits mit der kritischen Prüfung der Indikation für eine Implantatversorgung im parodontal kompromittierten Areal, sagte Prof. Dr. Christian Graetz (Kiel).
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