Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

22 | PRAXIS FEHLERMANAGEMENT IN DER PRAXIS – TEIL 3 Das besprechen wir im Team! Anke Handrock, Maike Baumann, Annika Łonak Treten bestimmte Fehler regelmäßig und dabei nicht nur bei ein und derselben Person auf, macht es Sinn, die Sache mit dem gesamten Team systematisch zu analysieren. Das hat mehrere Vorteile. Denn so wird dabei die Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe auf den fehleranfälligen Prozess gelenkt und weg von der fruchtlosen Suche nach den Schuldigen auf die gemeinsame Lösungsfindung gerichtet. Die Prozessveränderung kann dann über einen längeren Zeitraum beobachtet und ausgewertet werden, so dass sich die neuen Verhaltensweisen bei allen Teammitgliedern einspielen. Ein Beispiel: In einer Praxis sollen die Informationen über geplante Folgebehandlungen zur Terminvergabe an die Rezeption übermittelt werden. Dazu wurden sogenannte „Tauben“ elektronisch an die Rezeption geschickt, sobald die Patienten nach Abschluss der Sitzung auf dem Weg dorthin waren. Das erwies sich als wiederkehrende Fehlerquelle, da die „Tauben“ unterschiedlich vollständig waren und manchmal sogar vergessen wurden. Dann ging eine Rezeptionistin ins Behandlungszimmer und fragte in Gegenwart des nächsten Patienten nach den fehlenden Details zur Terminvergabe. Das störte die laufende Behandlung und hatte schon mehrfach zu Unmut, Diskussionen und Schuldzuschreibungen im Team geführt. Im Team suchen alle gemeinsam nach einer Lösung Die Zahnärztin beschloss daher, in einer Team-Sitzung eine systematische Fehleranalyse durchzuführen. Dafür bat sie die Mitarbeiterin von der Rezeption, die Folgen der fehlenden Informationen bei der Terminvergabe und Trainings zur Fehlervermeidung zeigen, wie man Prozesse standardisiert, Checklisten einführt und Mitarbeitende schult. Solche Maßnahmen sind effektiv, um die Fehlerhäufigkeit zu senken und sicherzustellen, dass alle die korrekten Prozessabläufe kennen. Foto: BullRun-stock.adobe.com zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (528)

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