Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

ZAHNMEDIZIN | 27 teilten Lückengrößen (Abbildung 2). Eine erneute kieferorthopädische Korrektur lehnt der Patient allerdings ab. Subjektiv empfindet er insbesondere das kindliche Erscheinungsbild der lückig stehenden, kurz und klein wirkenden seitlichen Schneidezähne als störend. Ziele der Behandlung sind eine präventionsorientierte, ästhetisch-funktionale Rehabilitation des Oberkieferfrontzahnbereichs und eine Harmonisierung des dentofazialen Erscheinungsbildes. Klinisches Vorgehen Zur Planung und Simulation des restaurativen Lückenschlusses mithilfe eines Wax-ups werden zunächst Situationsmodelle des Ober- und des Unterkiefers angefertigt. Nach einer präventiven Vorbehandlung in Form einer Professionellen Zahnreinigung und eines individuellen Mundhygienetrainings erfolgt die erste Behandlungssitzung, in der direkte Zahnformkorrekturen mit Komposit (IPS Empress Direct Dentin & Enamel A2, Ivoclar Vivadent, Liechtenstein) in Mehrfarben- und Mehrschichttechnik an den Zähnen 13 und 23 vorgenommen werden. Dabei werden die Eckzähne morphologisch zu seitlichen Schneidezähnen umgestaltet. Zur Orientierung der finalen Inzisalkantenlängen und -ausdehnungen dienen palatinal-inzisale Silikonstopps, die auf Basis des diagnostischen Wax-ups gefertigt wurden. Die Approximalflächen werden mithilfe einer individuellen Matrizenverschaltechnik unter Verwendung anatomisch vorgeformter Kunststoffmatrizen gestaltet. An den Zähnen 12 und 22 werden die vorhandenen mesialen Kompositrestaurationen entfernt, bevor Abformungen beider Kiefer mit Alginat erfolgen. Anschließend werden laborgefertigte Non-prep-Kompositveneers aus dem gleichen Material für die Zähne 12 und 22 hergestellt. Diese werden in einer zweiten Sitzung nach dem Abstrahlen des Zahnschmelzes beziehungsweise der Restaurationsinnenflächen mit Al₂O₃-Pulver und dem Einbringen von Retraktionsfäden adhäsiv (IPS Empress Direct & Flow A2) eingesetzt. Zur Optimierung der Papillenästhetik wird der breite mediale Papillenbereich vor dem Einsetzen der Veneers durch eine externe Gingivektomie reduziert. Der marginale Gingivaverlauf der Zähne 12 und 22 wird unter Berücksichtigung der Lachlinie und in Absprache mit dem Patienten nicht nach apikal auf das Niveau der Eckzähne verlagert. Zusätzlich werden die Zähne 14 und 24 im Bereich der bukkalen Höckerspitzen direkt mit Komposit umgeformt und harmonisch an die neue Frontzahnsituation angepasst. Die direkten und indirekten Kompositrestaurationen werden abschließend mit Skalpellen (Nr. 12), diamantierten Schallspitzen, rotierenden Instrumenten und Soflex-Scheiben ausgearbeitet, in statischer und dynamischer Okklusion kontrolliert, entsprechend eingeschliffen und auf Hochglanz poliert. Die Hygienefähigkeit der marginalen Bereiche wird sichergestellt und dem Patienten werden zur häuslichen Reinigung der Zahnzwischenräume zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (533) Abb. 2: Zustand bei Erstvorstellung des Patienten: Es imponieren ein ausgeprägtes Diastema mediale, Restlücken und Asymmetrien im Oberkieferfrontzahnbereich sowie eine unzureichende Okklusion insbesondere im rechten Seitenzahnbereich. Foto: Antonio Ciardo, UKHD Dr. med. dent. Antonio Ciardo Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Mund-, Zahnund Kieferkrankheiten, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Sektion Parodontologie Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg antonio.ciardo@med.uni-heidelberg.de Foto: UKHD Prof. (apl) Dr. Cornelia Frese Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Mund-, Zahnund Kieferkrankheiten, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

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