Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

EDITORIAL | 3 Only bad news are good news? Außerdem beschäftigen wir uns in unserer Reihe „Fehlermanagement in der Praxis“ damit, wie man Fehler systematisch im Team analysieren kann. Unsere Expertinnen zeigen, wie die gemeinsame Suche nach Lösungen auch zum Erfolg führt. Zu den definitiv guten Nachrichten gehören auch immer wieder unsere Berichte über humanitäre Einsätze von deutschen Zahnärztinnen und Zahnärzten weltweit. In dieser Ausgabe berichtet die junge Zahnärztin Muminah Mohabbat über ihren Einsatz mit der Dentists without Limits Federation im afrikanischen Sambia. Ein Blick in Länder mit nur einer rudimentären (zahn-)medizinischen Versorgung lässt die Probleme, die wir in Deutschland haben, dann manchmal etwas kleiner erscheinen. Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Bereits in der letzten Ausgabe berichteten wir umfassend über die Ergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6). Und diese waren zu großen Teilen mehr als erfreulich. Kurz zusammengefasst kann man sagen: Die Mundgesundheit der Menschen in Deutschland konnte in den vergangenen 30 Jahren auf vielen Ebenen deutlich verbessert werden – hier seien insbesondere die Karies-Prävalenz und die Zahnerhaltung genannt. Am 17. März wurde die DMS • 6 dann auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Echo in den Publikumsmedien war gut, aber auch nicht überragend. Einige Tageszeitungen berichteten, meist anhand von Agenturmaterial, auch Spiegel-Online stellte die Ergebnisse durchaus differenziert vor. Nun steht die Mundgesundheit in der breiten Bevölkerung nicht unbedingt im Fokus des Interesses – wir, die wir uns tagtäglich mit zahnmedizinischen und gesundheitspolitischen Themen beschäftigen, haben natürlich einen anderen Blick darauf. So muss man davon ausgehen, dass die DMS • 6 mit ihren vielen guten Botschaften keine weiteren größeren medialen Wellen schlagen wird. Wir sind in vielen Bereichen in der Mundgesundheit Weltspitze – na, und? Die Medien und die Bevölkerung sind inzwischen so auf schlechte Nachrichten getriggert, dass die guten, die leider in diesen Tagen oft zu selten sind, untergehen. Läuft etwas schlecht, wird nachgehakt: Warum ist das so? Wie konnte es dazu kommen? Was ist schiefgelaufen? Was muss getan werden? Gute Nachrichten werden hingegen leider oft schulterzuckend hingenommen. Aber auch hier könnte man fragen: Wie konnte es dazu kommen? Denn – um beim Beispiel der DMS • 6 zu bleiben – die Erfolge sind ja nicht vom Himmel gefallen, sondern durch langjährige intensive Bemühungen der Zahnärzteschaft um eine bessere Prävention entstanden. Hier würde es sich eigentlich lohnen zu schauen, was davon auf andere Bereiche der medizinischen Versorgung übertragen werden kann. Leider, leider bleibt dieser Schritt sowohl in den Medien als auch bei der Politik meist aus. Zu fixiert ist man auf die Dinge, die nicht gut laufen. Wir bei der zm versuchen dagegen immer, beide Bereiche zu beleuchten – was uns hoffentlich gelingt. Und Gutes kann man schließlich auch immer noch besser machen. So zum Beispiel die Behandlung von Kindern, der wir unsere Titelgeschichte widmen. Kinder sind keine einfachen Patienten. Um zu einem Behandlungserfolg zu kommen, sind Zahnärztinnen und Zahnärzte auf deren Kooperation angewiesen. Mit welchen individuellen Ansätzen und „Zaubertricks“ man die Behandlung für die kleinen Patienten so angenehm wie möglich machen kann, zeigen unsere Expertinnen und Experten. So viel sei hier schon verraten: Verhaltensführung ist der Schlüssel, um schnell, aber kindgerecht behandeln zu können. Foto: Lopata/axentis

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=