Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

ZAHNMEDIZIN | 31 Übersichtsarbeit von Lim et al. zeigte nach einer Nachbeobachtungszeit von 24 bis 97 Monaten eine Gesamtüberlebensrate von 84 Prozent für indirekte Kompositveneers, während direkt eingebrachte Kompositveneers – vergleichbar mit den hier vorgestellten Zahnformkorrekturen – eine Überlebensrate von 91 Prozent erreichten [Lim et al., 2023]. Hauptgründe für das Versagen der Restaurationen waren Frakturen und der Verlust der Retention, während biologische Komplikationen wie Sekundärkaries oder postoperative Sensibilitäten seltener auftraten. Reparaturen und Nachbesserungen dieser direkten und indirekten Kompositrestaurationen sind in der Regel in einer Sitzung möglich. In einer retrospektiven Untersuchung zu direkt eingebrachten Zahnformkorrekturen aus Komposit wurde unter Berücksichtigung der Reparaturmöglichkeit eine funktionelle Überlebensrate von 98,5 Prozent nach 15 Jahren festgestellt [Frese et al., 2020]. Ästhetische Komplikationen wie Oberflächenrauheit, Farbabweichungen und marginale Verfärbungen wurden zwar häufig beobachtet, jedoch meist als klinisch akzeptabel bewertet. Auch die aktuelle S3-Leitlinie zu direkten Kompositrestaurationen an bleibenden Zähnen empfiehlt die Verwendung direkter Kompositmaterialien für Zahnformkorrekturen im Frontzahnbereich und befürwortet ein zahnhartsubstanzschonendes, direktes Vorgehen, wann immer dies möglich ist [Wolff et al., 2024]. Im Vergleich mit konventionellen Keramikveneers schnitten indirekte Kompositveneers in einer randomisiert kontrollierten Studie mit zehnjähriger Nachbeobachtung jedoch signifikant schlechter ab. Die Überlebensrate betrug 75 Prozent für Kompositveneers, während Keramikveneers eine Überlebensrate von 100 Prozent erreichten. Zudem zeigten Kompositveneers signifikante Nachteile hinsichtlich Farbpassung, Oberflächenrauigkeit, Frakturanfälligkeit und Materialverschleiß [Gresnigt et al., 2019]. Dennoch zeigt dieser Fall, dass Kompositveneers sowie die Kombination aus indirekten und direkten Restaurationsmethoden einen wertvollen Therapieansatz darstellen können. Insbesondere Kinder und Jugendliche mit Lückenbildungen oder Zahnwanderungen nach einem traumatischen Zahnverlust können durch dieses Vorgehen restaurativ versorgt werden, bis das Kieferwachstum abgeschlossen ist. Die langfristige Behandlungsstrategie erfordert eine regelmäßige Nachkontrolle, um mögliche ästhetische und funktionelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls durch minimalinvasive Maßnahmen zu korrigieren. Durch die Wahl eines dynamischen Restaurationskonzepts mit reparierbaren Materialien wird eine patientenindividuelle Anpassung ermöglicht, die sowohl funktionelle als auch ästhetische Aspekte berücksichtigt. Somit stellt dieses Vorgehen eine sinnvolle und nachhaltige Behandlungsoption für junge Patienten mit komplexen Frontzahnsituationen dar. „ zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (537) SERIE „PRAXISTIPPS MIT KOMPOSIT“ Es gibt wenige Restaurationsmaterialien in der Zahnmedizin, die so häufig eingesetzt werden wie die Komposite. Und das Potenzial dieser vielfach für verschiedene Anwendungen modifizierten Materialgruppe ist noch lange nicht ausgeschöpft. Neben der klassischen direkten Restauration können schwierige Fälle oft substanzschonend und effizient mit Komposit gelöst werden. In der Serie „Praxistipps mit Komposit“ stellt Prof. Dr. Cornelia Frese kreative und innovative Lösungen mit Kompositmaterialien vor, die die Arbeit in der täglichen Praxis bereichern können. 01/2025 · 420575V0 http://qr.kometdental.de/ EnDrive-kennenlernen Komet EnDrive. State-of-the-Art-Motor. Entwickelt für Kundenbedürfnisse. Erfahren Sie mehr!

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