Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

GESELLSCHAFT | 35 Stiftzahn eingesetzt werden kann – nicht durchgesetzt. Museumsdirektor Andreas Haesler schließt das aus den extrem wenigen Exemplaren: „Ich würde das heute als Flop bezeichnen, allein schon die Rarität spricht dafür.“ Er hält den abgebildeten Zahnschlüssel für „eine Eigenkonstruktion eines Bastlers“. Das mindert jedoch nicht dessen Bedeutung, im Gegenteil, das Exponat markiert gerade deshalb eine spezielle Ära der (Instrumenten-)Geschichte der Zahnheilkunde. Die außergewöhnliche Kombination macht den Papageienschnabel zu einer Seltenheit. Ganz zufällig, sagt Haesler, sei ihm der Zahnschlüssel auf der Inventarliste aufgefallen. Das Deutsche Medizinhistorische Museum in Ingolstadt hatte als Leihgabe mehrere Exponate aus der Proskauer/Witt-Sammlung ausgestellt und diese für den (Rück-)Transport ins Dentalhistorische Museum nach Zschadraß gelistet und verpackt. „Oh, das sieht gut aus!“, dachte Haesler beim Blick in die Papiere. „Und dann siehst du es leibhaftig, und spürst, dass das eine Sensation ist.“ mb Im nächsten Teil geht es um die bekannteste Darstellung der heiligen Apllonia, der Schutzpatronin der Zahnärzte. Bisher erschienen sind: zm 1-2/2025: Goodbye Amalgam! zm3/2025: Wohin mit meinem Bohrer? zm4/2025: „Wien hat’s nicht, Linz hat’s nicht, und Utrecht auch nicht“ zm5/2025: Ein Lehrstück in plastischer Anatomie zm6/2025: „Die wollte ich schon haben“ zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (541) gespendet! www.zm-online.de/ dentales-erbe 200.000 150.000 100.000 50.000 0 146.930€ Helfen Sie mit! Dentalhistorisches Museum Sparkasse Muldental Sonderkonto Dentales Erbe DE06 8605 0200 1041 0472 46 Bei Angabe von Namen und E-Mail-Adresse wird eine Spendenquittung übersandt. MIT DEM DENTALMUSEUM DURCH2025 In jeder Ausgabe in diesem Kalenderjahr heben wir einen Schatz aus dem Dentalhistorischen Museum in Zschadraß und geben an den Exponaten entlang einen Einblick in die Geschichte der Zahnheilkunde. Die Konstruktion – zwei Instrumente in einem – ist ganz schlicht und einfach: ein gerader Elfenbeingriff, der Schaft und der Schlüsselbart ohne Schnörkel. Und dann die Überraschung, per Schraube können die beiden Schnabelenden fest den Zahn greifen. Was dann passiert, bleibt üble Fantasie, wie das Instrument selbst – und doch gab es hierfür einen Gedanken um 1850. Fotos: zm-mg, Dentalmuseum, AdobeStock_WettE_generiert_mit_KI

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