Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

TITEL | 37 Sprache kann eine unangenehme Situation in ein Spiel verwandeln, bei dem nicht nur die Kinder eine Menge Freude haben können. „Hast du deine Zähne mitgebracht?“ Bei ängstlichen kleinen Kindern sollte man nicht gleich im Mund beginnen, sondern sich zum Beispiel von den Füßen langsam nach oben vortasten (Abbildung 1). Wenn man mit dem Spiegel am Fuß die Zähne sucht und fragt: „Sind deine Zähne vielleicht hier?“ lachen viele Kinder und helfen dem Behandler, die Zähne zu finden. Dieser „Zaubertrick“ kostet nur wenige Sekunden, führt aber häufig dazu, dass das Kind viel kooperativer wird und eine Kontrolluntersuchung zulässt. Wenn man kleinere Kinder in die Untersuchung einbezieht und mitmachen lässt, kann das ihre Kooperationsbereitschaft erhöhen. Dafür gibt es viele einfache Anreize: Zähne zählen, schauen, wie weit der Mund heute aufgeht, oder suchen, wo die Zähne sich verstecken. „Sind deine Zähne überhaupt dabei oder liegt noch einer auf dem Küchentisch?“ [Brendebach, 2021], „Hast du einen Dinozahn dort hinten versteckt?“ oder „Da hinten war doch ein blauer Zahn, lass uns mal nachschauen!“ sind Einladungen in eine kreative Fantasiewelt, in der Kinder Ablenkung und Spaß erfahren. Die „tell – show – do“-Methode ist ein bewährtes Konzept zur Verhaltensführung in der Kinderzahnheilkunde [Paryab et al., 2014]. Dabei erklärt die Zahnärztin oder der Zahnarzt dem Kind zunächst, was gleich passieren wird (tell), zeigt ihm anschließend die verwendeten Instrumente oder Geräte (show) und führt die Behandlung dann durch (do). Dies hilft, die Angst vor dem Unbekannten zu reduzieren und das Kind auf die Behandlung vorzubereiten. Die „Windmaschine“ (= die Multifunktionsspritze) kann zunächst an der Hand erklärt werden: „Das ist meine coole Windmaschine, die kann ElsaLuft machen. Schau mal!“ (tell). Im Anschluss wird die Luft an der Hand des Kindes ausprobiert (show) und schließlich im Mund verwendet „Damit puste ich die ganze Spucke in deinem Mund weg“ (do). Fantasievolle Assoziationen können für weitere Ablenkung sorgen: „Aber die kann die Zähne gar nicht einfrieren, so wie die Elsa das kann“ (Referenz zum Disney-Film „Frozen“). Ungewohnte Geräusche können für Kinder beängstigend sein. Um die Furcht vor dem „Superbesen“ (Turbine) und dem „Staubsauger“ zu mindern, hilft es, diese vorher einige Sekunden außerhalb des Mundes (ohne Wasser) vorzuführen. Mit einem Augenzm115 Nr. 07, 01.04.2025, (543) Fotos: Bjoern Bernhardt c

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