ZAHNMEDIZIN | 47 zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (553) Gruppe Astra, 21 Gruppe Straumann) mit insgesamt 69 Implantaten nachuntersucht werden. Ergebnisse Insgesamt 45 Implantate (19 Gruppe Astra, 26 Gruppe Straumann) bei 26 Patienten (10 Gruppe Astra, 16 Gruppe Straumann) zeigten keine technischen Komplikationen, während 26 Patienten (16 Gruppe Astra, 10 Gruppe Straumann) frei von biologischen Problemen blieben. Grundsätzlich waren bei einer technischen Komplikation durchschnittlich ein bis zwei Sitzungen bis zur Reparatur nötig. Die Lösung eines biologischen Problems erforderte im Durchschnitt 1,3 Termine. Zudem wurden in der Beobachtungszeit drei Implantate wegen Periimplantitis entfernt. Zusätzlich zu den routinemäßigen Hygieneterminen hatte jeder Patient 1,3 Reparaturtermine in der klinischen Beobachtungszeit von zehn Jahren. Bei den technischen Komplikationen traten vor allem Schraubenlockerungen (43,4 Prozent) auf, die vor allem in den ersten drei Jahren und nur bei einem Implantatsystem (Astra) beobachtet wurden. Kleinere Verblendkeramikfrakturen waren mit 18,9 Prozent die zweithäufigste Ursache unerwünschter technischer Ereignisse. Schrauben- (9,4 Prozent) und Abutmentfrakturen (5,7 Prozent) folgten und beschränkten sich auf ein Implantatsystem (Astra). Bei den biologischen Komplikationen waren insgesamt fast 40 Prozent der Patienten betroffen (30,4 Prozent Gruppe Astra, 50 Prozent Gruppe Straumann). Periimplantäre Mukositis trat bei 30,2 Prozent der Patienten auf, während 9,3 Prozent eine Periimplantitis entwickelten. Bei initialen Kosten pro Implantat mit Versorgung von 4.500 Schweizer Franken (CHF) kostete das Beheben der technischen Komplikationen in zehn Jahren durchschnittlich 205 CHF und die Behandlung der biologischen Komplikationen durchschnittlich 212 CHF. Zählt man die jährlichen Hygienekosten und die Untersuchungskosten hinzu, errechneten die Autoren jährliche Kosten von 404 CHF, was neun Prozent der initialen Kosten entspricht. Diskussion Langfristige Studien, die sich detailliert mit allen aufgetretenen Komplikationen befassen, sind selten. Besonders aufschlussreich ist die Wahrscheinlichkeit technischer und biologischer Probleme in einem gut selektierten Patientenkollektiv („Best-Case-Szenario“). Die Berücksichtigung der langfristigen Kosten ist sowohl für Behandler als auch für Patienten wichtig. Mit jährlichen Instandhaltungskosten von etwa zehn Prozent der ursprünglichen Therapiekosten ist eine realistische Einschätzung möglich. Dies mag zunächst hoch erscheinen, jedoch sind hier auch die Hygienemaßnahmen enthalten, die für ein natürliches Gebiss notwendig wären. Auffällig ist zudem, dass sich die technischen Komplikationen fast ausschließlich auf ein Implantatsystem (Astra) beschränkten, während das andere System (Straumann) mehr biologische Komplikationen aufwies. Die Analyse zeigte zudem erhebliche Unterschiede: Eine Abutmentfraktur verursachte 27 Prozent der initialen Kosten. Die Behandlung einer Periimplantitis belief sich auf 19 Prozent der Anschaffungskosten eines Implantats. Fazit für die Praxis Festsitzende Implantatversorgungen erfordern innerhalb von zehn Jahren regelmäßige Wartung und Reparaturen. Die jährlichen Folgekosten betragen etwa zehn Prozent der ursprünglichen Implantatkosten. Das verwendete Implantatsystem beeinflusst sowohl die Häufigkeit technischer als auch biologischer Komplikationen. Diese Erkenntnisse können helfen, Patienten realistisch über langfristige Kosten und Risiken aufzuklären und dadurch fundierte Therapieentscheidungen zu treffen. Die Studie: Pirc M, Gadzo N, Balmer M, Naenni N, Jung RE, Thoma DS: Maintenance Costs, Time, and Efforts Following Implant Therapy With Fixed Restorations Over an Observation Period of 10 Years: A Randomized Controlled Clinical Trial. Clin Implant Dent Relat Res. 2025 Feb;27(1):e13405. Implantatfraktur (markiert mit Pfeil) Foto: Charité – Universitätsmedizin AUS DER WISSENSCHAFT In dieser Rubrik berichten die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der zm regelmäßig über interessante wissenschaftliche Studien und aktuelle Fragestellungen aus der nationalen und internationalen Forschung. Die wissenschaftliche Beirat der zm besteht aus folgenden Mitgliedern: Univ.-Prof. (a.D.) Dr. Elmar Hellwig, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (bis 31.12.2023) Univ.-Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Universität Bonn Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, Charité – Universitätsmedizin Berlin Univ.-Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, Universitätsmedizin Mainz
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=