ZAHNMEDIZIN | 51 Faktor bei der Pathogenese von Parodontitis ist. Die mikrobiellen geschlechtsspezifischen Unterschiede können die Immunreaktion beeinflussen und somit auch Einfluss auf systemische entzündliche Erkrankungen haben. Die Forschenden erklären das dadurch, dass „lokale Entzündungen während der Parodontitis epigenetisch an myeloische Zellen weitergegeben werden können und eine maladaptiv ausgebildete Myelopoese bedingen“ könnten. Die Autorinnen und Autoren weisen dabei auf ähnliche, geschlechtsspezifische Unterschiede im Darmmikrobiom sowie auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zu möglichen Zusammenhängen hin. So könnten die gewonnenen Erkenntnisse auch einen Ansatzpunkt für zukünftige diagnostische und therapeutische Strategien bieten, um eine personalisierte Behandlung von Männern und Frauen weiter voranzutreiben. Zusammenfassend schreiben die Wissenschaftler, dass die komplexe Beziehung zwischen dem oralen Mikrobiom und dem Immunsystem maßgeblich vom Geschlecht beeinflusst wird. Je weiter die Forschung diese Komplexität entschlüsselt, desto deutlicher wird, dass ein Einheitsansatz in der Gesundheitsversorgung entscheidende Unterschiede übersehen kann. Eine der Einschränkungen der Studie besteht darin, dass die Probandinnen und Probanden ihr Geschlecht selbst angeben durften. Falls Personen eine von ihrem biologischen Geschlecht abweichende Angabe gemacht haben, könnte das die Ergebnisse verfälscht haben. nl Del Pinto R. et al., Meta-analysis of oral microbiome reveals sex-based diversity in biofilms during periodontitis. JCI Insight. 2024 Sep 10;9(17):e171311. doi: 10.1172/jci.insight.171311. PMID: 39253976; PMCID: PMC11385077. Von den Hygiene-Experten. Für die Dental-Experten. Entdecken Sie ExpertLine – unsere neue vernetzte Produktlinie für nachhaltige Reinigung, Desinfektion und Langlebigkeit Ihrer zahnarztmedizinischen Instrumente. Egal, welche Anforderungen Sie stellen, wir liefern hygienisch saubere Resultate. Mehr zur ExpertLine www.miele.de/pro/pwd86-dent Miele Professional. Immer Besser. AUS DER WISSENSCHAFT DIE ENTWICKLUNG DES ORALEN MIKROBIOMS IN DEN ERSTEN 60 LEBENSMONATEN Die bakterielle Zusammensetzung des oralen Mikrobioms von erwachsenen Menschen hat sich überwiegend als sehr stabil gegenüber äußeren Einflüssen erwiesen. Nachhaltige Veränderungen treten erst ein, wenn sich endogene Faktoren wie beispielsweise Erkrankungen, Stoffwechsel oder Umweltbedingungen wie die Art der Mundhygiene oder die Ernährung ändern. Vergleichsweise wenig untersucht ist bislang das frühkindliche orale Mikrobiom, dessen Zusammensetzung sich in der ersten Lebensphase dynamisch entwickelt. Eine japanische Arbeitsgruppe hat jetzt die Entwicklung in den ersten 60 Monaten mit einer Längsschnittstudie untersucht. Die Ergebnisse der Studie finden Sie zusammengefasst von Univ.-Prof. (a.D.) Dr. med. dent. Elmar Hellwig, in den zm 06/2025, S.14 oder über den QR-Code.
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