GESELLSCHAFT | 73 Ihre systematische Übersichtsarbeit stützt sich auf Daten aus zehn Beobachtungsstudien mit 6.083 Zahnärzten in sieben europäischen Ländern (Italien, Vereinigtes Königreich, Russland, Spanien, Polen, Deutschland, Schweden) und Brasilien. Die zehn eingeschlossenen Studien lieferten umfassende Daten zur Seroprävalenz von Zahnärzten, Zahnarzthelferinnen und Verwaltungspersonal. Die meisten Studien wurden zwischen Mai und November 2020 durchgeführt. Je eine Studie aus Brasilien und Deutschland erfolgte von Januar bis März 2021. Die niedrigste Stichprobengröße betrug 50, die höchste 2.784. Alle einbezogenen Studien untersuchten die Seroprävalenz von IgG-Antikörpern gegen SARS-CoV-2. Die Überprüfung zeigt, dass die COVID-19-Rate unter Mitarbeitern im Bereich der Mundgesundheitspflege im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bei 13,49 Prozent liegt. Dies deutet auf eine höhere Exposition als in der Allgemeinbevölkerung hin, die in früheren Studien auf etwa 8 bis 9,3 Prozent geschätzt wurde. „Die Daten deuten auf ein etwas erhöhtes berufsspezifisches Risiko für COVID-19 hin“, bilanzieren die Autoren der Studie. Sie fügen jedoch hinzu, dass „weitere Studien erforderlich sind, insbesondere im späteren Verlauf der Pandemie und nach der Impfung“. ck Santigli E, Lindner M, Kessler HH, Jakse N, Fakheran O. Seroprevalence of SARS-CoV-2 antibodies among oral health care workers with natural seroconversion: a systematic review and meta-analysis. Sci Rep. 2025 Mar 6;15(1):7848. doi: 10.1038/s41598-02591529-4. PMID: 40050642; PMCID: PMC11885579. Probleme wie Karies, Infektionen und Abszesse und schlossen Verletzungen wie abgebrochene oder ausgeschlagene Zähneaus. Ihr Ergebnis: Die Schließung von Zahnarztpraxen von März bis Mai 2020 führte zu einem Anstieg der Notaufnahmebesuche von Kindern aufgrund nichttraumatischer Zahnprobleme um 62 Prozent gegenüber 2019. Dieser Anstieg der Besuche war bei Kleinkindern bis 9 Jahren am stärksten ausgeprägt, die in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr doppelt so häufig wegen Zahnproblemen in die Notaufnahme kamen. Kleinkinder kamen doppelt so oft in die Notaufnahme Bemerkenswert ist, dass der Anstieg der Besuche in der Notaufnahme auch nach der Wiedereröffnung vieler Zahnarztpraxen im Mai 2020 anhielt, wenn auch in geringerem Maße. „Die erheblichen Veränderungen in der zahnärztlichen Notfallversorgung von Kleinkindern lassen darauf schließen, dass diese Bevölkerungsgruppe wahrscheinlich durch die Lücken im zahnmedizinischen Sicherheitsnetz fallen würde“, sagte Huang. „Obwohl Zahnärzte zahnärztliche Notfälle behandeln durften, hatten über Medicaid versicherte Kinder in der Anfangsphase der COVID-19-Pandemie möglicherweise Schwierigkeiten, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten.“ Die Autoren nennen dafür mehrere mögliche Gründe: So ist es für Eltern schwer, festzustellen, ob bei Kindern mit Schmerzen ein echter Notfall vorliegt. Zudem hatten sie mit sehr kleinen über Medicaid versicherten Kindern möglicherweise schon vor der Pandemie Probleme, überhaupt eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt zu finden, der Medicaid akzeptiert und kleine Kinder behandelt. Zur Vorbereitung auf zukünftige Pandemien oder andere Krisen, die USKrankenhäuser belasten, empfehlen die Wissenschaftler der Politik, Optionen für die zahnärztliche Notfallversorgung zu prüfen, die Patienten von der Notaufnahme fernhalten können. Was die Autoren empfehlen Dazu gehörten das Angebot eingeschränkter zahnärztlicher Leistungen in Krankenhäusern oder die Integration von Notfallkliniken in Krankenhäuser. Darüber hinaus könne die Sicherstellung des Zugangs zu einem Zahnarzt in der Gemeinde sowohl schmerzhaften Zahnproblemen vorbeugen als auch Kindern im Bedarfsfall eine zahnärztliche Notfallversorgung ermöglichen. ck Huang, S. S., Wang, S., & Gold, H. T. (2025). Pandemic-Associated Dental Office Closures Associated With Increased Use of Emergency Departments for Dental Conditions in Publicly Insured Children In New York State. JACEP Open. 6 (2): 100094. DOI: https://doi.org/10.1016/j.acepjo.2025.100094. zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (579) METAANALYSE MIT DATEN FÜR ACHT LÄNDER Höhere COVID-19-Antikörperraten bei Zahnärzten als bisher angenommen Forschende der Medizinischen Universität Wien haben die erste Metaanalyse durchgeführt, die die Seroprävalenz von SARS-CoV-2-Antikörpern unter ungeimpften zahnmedizinischen Gesundheitskräften schätzt. Schätzungsweise 11 Prozent aller Beschäftigten im Gesundheitswesen weltweit infizierten sich 2020 aufgrund von Berufsrisiken und fehlender Schutzausrüstung mit dem SARS-CoV-2-Virus. Foto: Robert Petrovic -stock.adobe.com
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