Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

POLITIK | 79 während es in Dresden rund 29 Prozent Klinikdirektorinnen gibt, sind es in Frankfurt gerade einmal fünf Prozent. Gläserne Decke in der Medizin „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die gläserne Decke in der Medizin noch immer vorhanden ist”, unterstrich Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk, Autorin der Studie. „Der gestiegene Anteil an Oberärztinnen ist eine erfreuliche Entwicklung, doch der Weg zu den Spitzenpositionen der Universitätsmedizin scheint Frauen noch immer verbaut zu sein. Somit haben weiterhin fast nur Männer Einfluss auf die Ausbildung der Medizin-Studierenden, auf Therapieentscheidungen und auf die Auswahl von Forschungsthemen.“ Einen Grund für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen sieht die Studie in der Schwierigkeit, Beruf und Karriere in Einklang mit dem Familienleben zu bringen. Um den Anteil von Frauen an Führungspositionen im Klinikbereich zu steigern, fordert derDÄB: „ Topsharing, also die Möglichkeit zur Doppelspitze in der universitären Medizin „ Parität in Berufungskommissionen, da diese Einfluss auf die Besetzung von Führungspositionen haben „ Integration der Gleichstellungsbeauftragten in die Berufungskommissionen: Sie sollten mehr Mitwirkungsrechte und Entscheidungsbefugnisse erhalten. „ Familienfreundlichen Strukturen und flexiblere Arbeitszeiten „ Weichere Faktoren wie Kommunikations- und Teamfähigkeit oder Konfliktmanagement sollten – statt der Anzahl an Publikationen – für den Nachweis klinischer Exzellenz herangezogen werden. Dr. Christiane Groß, Präsidentin des DÄB, kommentiert die Ergebnisse so:„Aufgrund der regulären Arbeitszeit plus Nacht- und Wochenenddiensten arbeiten viele Ärztinnen nur in Teilzeit, sobald sie Kinder haben. Mit einer halben Stelle verdoppelt sich die Weiterbildungszeit bis zur Facharztqualifikation und die Frauen gehen – wenn überhaupt – um Jahre später ins Rennen um Führungspositionen." pr zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (585) FACHRICHTUNGEN, DIE NICHT AN ALLEN FAKULTÄTEN VERTRETEN SIND Fachrichtung Direktion w Direktion m Oberärztinnen w Oberärzte m Orthopädie 3 14% 18 32 20% 125 Orthopädie-, Unfallchirurgie 2 7% 27 67 20% 276 Zahnmedizin 29 23% 99 196 40% 299 Allgemeinmedizin 11 33% 22 nicht erfasst nicht erfasst Virologie, Mikrobiologie 5 15% 28 2 Hygiene 9 26% 25 16 43% 21 Tab. 2 Quelle: Medical Women on Top (MWoT) – Update 2024 Oberärztinnen Chirurgie Urologie Neurochirurgie Anästhesiologie Innere Medizin Neurologie Radiologie HNO Augenheilkunde Seelische Gesundheit Pathologie Kinderheilkunde Dermatologie Frauenheilkunde 100% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 0% Männer Frauen 59% 41% 251 39 70 331 588 143 286 90 102 121 96 457 160 294 Abb. 1: 14 klinische Fächer mit dem prozentualen Anteil von Oberärztinnen und deren absolute Anzahl (linker Rand). Im Vergleich zu 2022 haben alle Fächer zum Teil deutlich mehr Oberärztinnen (bis auf die Pathologie). Quelle: Medical Women on Top (MWoT) – Update 2024

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