Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

Der lange Weg zum virtuellen Zahnarzt Vorschau Die Basis für ein erfülltes Leben sind gute Startbedingungen, ein Sechser im Lotto oder Modelqualitäten, ein Super Brain, aber auch Glück bei der Auswahl der Freunde und die Summe an richtigen Entscheidungen. So läuft es zumindest im Handyspiel „Bitlife“. Mehr als eine Million Mal wurde die deutschsprachige Version heruntergeladen, das englische Original sogar zehnmal so oft. Wer von den Machern der textbasierten Lebenssimulation für ein paar Euro entsprechende Pakete kauft, kann ein digitales Leben als Formel-1-Legende, Supermodel oder Profisportler genießen. Ungleich schwerer ist es, in „Bitlife“ Zahnarzt zu werden, weshalb Nerds im Netz entsprechende Tipps austauschen. Doch wie schon in dem 1860 von Milton Bradley (heute Hasbro) erfundenen Brett-Spiel „The Checkered Game of Life“ (später „Spiel des Lebens“) ist Glück keine feste Konstante, denn ein IQ von 50, ein bettelarmes Elternhaus oder medizinische Schicksalsschläge von Pruritus ani bis Laktoseintoleranz lauern nur ein Swipen entfernt. Doch wen Fortuna küsst und wer in der Schule fleißig ist, auf dem Schulhof angebotene Crackpfeifen beharrlich ausschlägt, dann einen der heiß begehrten Studienplätze in Zahnmedizin (in der US-Version Biology) ergattert, kann bei einem entsprechend hoher „Intelligenz“ die Approbation erlangen. Trotzdem ist anschließend nicht zwingend ein Ritt auf der Schaumkrone des Lebens angesagt. Denn in „Bitlife“ sind Jobangebote als Zahnarzt rar und eine Praxisgründung ist von den Programmierern schlicht nicht vorgesehen. Zum Trost ist aber alles andere wie im echten Leben: Wer es drauf anlegt, kann zum Zeitvertreib oder als Broterwerb Altenheime, Postkutschen oder Banken ausrauben und sich von der Beute sogar einen Kampfhubschrauber kaufen. Ähnlichen Humor legen die Entwickler bei den Möglichkeiten an den Tag, ExFreunde, Arbeitskollegen oder Nebenbuhler beseitigen zu lassen. Die vorgeschlagenen Mordmethoden umfassen die Verwendung einer Bärenfalle, das traditionelle Pfählen oder den Einsatz von Elefantenabführmittel. Such is life als virtual dentist. Vermutlich die härtere challenge. mg THEMEN IM NÄCHSTEN HEFT – zm 8 ERSCHEINT AM 16. APRIL 2025 ZAHNMEDIZIN Phagentherapie ante portas Lassen sich Biofilme umprogrammieren? PRAXIS Behördliche Praxisbegehung Eine QM-Expertin erklärt, worauf zu achten ist Fotos: Kitta Studio - stock.adobe.com (generiert mit KI), Marie Bauer, zielgerichtet.de_Knauber zm115 Nr. 07, 01.04.2025, (604) 98 | ZU GUTER LETZT

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