Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 15-16

36 | ZAHNMEDIZIN zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1294) provisoriums zu einer Abnutzung des Konnektors im Schraubenkopf. Beim Versuch, das Provisorium im Rahmen der definitiven Abformung zu entfernen, ließ sich das Abutment nicht mehr lösen (Abbildung 5). Nach Abnahme des Kunststoffteils wurde zunächst versucht, eine Rille zur Aufnahme eines schlitzförmigen Schraubendrehers mithilfe eines kleinen Rundbohrers (zum Beispiel EKR-Bohrer) zu fräsen (Abbildung 5). Aufgrund der verbliebenen Grate war jedoch keine effektive Kraftübertragung möglich. Schließlich erfolgte eine zirkuläre Entgratung des Schraubenkopfs mit einem diamantierten Ultraschallinstrument gegen den Uhrzeigersinn. In der Folge ließ sich die Schraube durch kontinuierliche Linksdrehung erfolgreich aus dem Implantat entfernen (Abbildung 6). Fall 4 Hier kam es zum Verlust einer verschraubten Brückenkonstruktion auf einem neueren Implantatsystem (Abbildung 7). Vermutlich lag eine Kombination aus Überbelastung, unzureichender Passung, inadäquater Vorspannung oder der Verwendung nicht definitiver (zum Beispiel laborseitiger) Schrauben vor, die schließlich zum Bruch der Abutmentschrauben führte. Glücklicherweise konnten die Schraubenfragmente im Implantat einfach entfernt werden. Mithilfe einer Wurzelkanaleingangssonde wurden sie unter dem Operationsmikroskop vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn gedreht und ohne weiteren Schaden aus dem Implantatinneren gelöst. Fall 5 Im Implantatbereich regio 35 wurde eine abgebrochene Schraube diagnostiziert. Zum Zeitpunkt der Überweisung war die Integrität der Implantatschulter bereits kompromittiert, auch die Gewindegänge wiesen deutliche Abb. 6: a: Abutment mit provisorischer Krone regio, b: abgenommene Teile, c: Implantat nach Versorgung mit einem Original-Gingivaformer Fotos: Dan Brüllmann a c b Abb. 7: Radiologische Situation vor (a) und nach (b) Verlust der verschraubten Brücke regio 35–37. Die im Implantat verbliebenen Schraubenfragmente konnten unter dem Mikroskop mithilfe einer Wurzelkanaleingangssonde durch Linksdrehung vollständig entfernt werden. a b Abb. 5: Sichtbare Deformierung des Schraubenkopfes nach Abnahme des Kunststoffprovisoriums (oben links), Versuch der Schlitzpräparation mit einem kleinen Rundbohrer (oben rechts), zirkuläre Entgratung mittels diamantiertem Ultraschallinstrument gegen den Uhrzeigersinn (unten links), Entfernung der Schraube durch Linksdrehung (unten rechts). Mit Führungslehre und kalibrierten Bohrern wäre die Entfernung möglicherweise schneller und sicherer verlaufen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=