Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 15-16

ZAHNMEDIZIN | 37 zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1295) Abb. 8: Implantat regio 35 mit sichtbarer Kompromittierung der Implantatschulter und deformierten Gewindegängen. Das Schraubenfragment liegt tief im Implantat und konnte trotz Überstand nicht mobilisiert werden. Nach Entfernung mittels Trepanfräse erfolgte die Neuversorgung. Abb. 9: Bruch des Gingivaformers mit im Implantat sitzendem Schraubenfragment (a); Neuimplantation in regio 35 nach Entfernung des alten Implantats (b); Freilegung des neuen Implantats nach Einheilung (c). Fotos: Dan Brüllmann a c b Schäden auf. Obwohl das Fragment radiologisch deutlich nach koronal überstand und somit zunächst als entfernbar erschien, zeigte sich bei der mikroskopischen Kontrolle, dass es fest auf dem Boden des Implantats aufsaß. Mehrere vorsichtige Mobilisationsversuche blieben erfolglos. Aufgrund der fortgeschrittenen Schädigung wurde das Implantat schließlich mithilfe einer passgenauen Trepanfräse entfernt und durch ein neues Implantat ersetzt (Abbildung 8). Fall 6 Hier kam es zum Bruch des Gingivaformers während der Einheilphase. Das abgebrochene Schraubenfragment setzte sich im weiteren Verlauf auf dem Boden des Implantats ab. Vermutlich führte der Versuch, das Fragment mit einem Ultraschallinstrument zu mobilisieren, zu einer zusätzlichen Beschädigung des Innengewindes. Da alle konservativen Entfernungsversuche erfolglos blieben und die Wiederverwendbarkeit des Implantats nicht mehr gewährleistet war, wurde das Implantat entfernt und durch eine Neuimplantation ersetzt (Abbildung 9). Diskussion Die Entfernung gebrochener Abutmentschrauben stellt eine seltene, aber klinisch anspruchsvolle Situation dar. Während Lockerungen von Schrauben oder Abutments in sechs bis elf Prozent der Fälle auftreten [Katsavochristou und Koumoulis, 2019], liegt die Rate Schraubenfrakturen bei lediglich 0,6 Prozent. Ursächlich sind meist Überbelastung, Materialermüdung oder ein unsachgemäßer Umgang – auch die Verwendung generischer Ersatzteile kann das Risiko signifikant erhöhen, etwa durch Kaltverschweißung oder unzureichende Passung. Ziel des Komplikationsmanagements ist stets, das Implantat möglichst unbeschädigt zu erhalten. Das Vorgehen richtet sich dabei nach dem Frakturtyp, der Lage des Fragments,

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