Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 15-16

42 | PRAXIS NIEDERLASSUNGSVERHALTEN IN DEN USA So gehen junge US-Zahnärzte in den Beruf In Deutschland arbeiten Zahnärztinnen und Zahnärzte nach ihrem Studium im Durchschnitt sieben Jahre im Angestelltenverhältnis, bevor sie sich niederlassen. Wie sieht es eigentlich woanders – zum Beispiel in den USA – aus? Überraschung: Auch dort ist der Anteil junger Zahnärzte, die in eigener Praxis niedergelassen sind, im Laufe der Zeit deutlich zurückgegangen. Neue Daten des ADA Health Policy Institute (HPI) zeigen aber, dass die heutigen Absolventen immer noch Praxisinhaber werden – allerdings viel später in ihrer Berufslaufbahn. In einem im Juni veröffentlichten Forschungsbericht hat das HPI die Niederlassungsquoten von Zahnärzten in verschiedenen Karriere-Intervallen untersucht. Eingeschlossen waren die Daten von fast 56.000 Zahnmedizinern, die ihr Studium zwischen 1991 und 2020 abgeschlossen haben. Das HPI befragte sie zu ihrer beruflichen Tätigkeit, zur Art der Praxis, zu Kontaktdaten, einer eventuellen Fachzahnarztausbildung sowie zum Eigentumsstatus. Danach ist die Praxisinhaberquote in der frühesten Karrierephase – definiert als drei bis sieben Jahre nach dem Studium für die jüngste Absolventengruppe und fünf bis neun Jahre für alle anderen Gruppen – bei Zahnärzten, die zwischen 2011 und 2020 ihren Abschluss gemacht haben, viel niedriger als bei Zahnärzten, die in den 1990er- oder 2000er-Jahren ihr Studium abgeschlossen haben. Die Absolventen lassen sich heute mehr Zeit Zu diesem Zeitpunkt ihrer Karriere besaßen 21 Prozent der Absolventen der Jahre 2016 bis 2020 und 33 Prozent der Absolventen der Jahre 2011 bis 2015 eine Praxis. Im Vergleich dazu waren da 63 bis 70 Prozent der Zahnärzte, die ihr Studium 2010 oder früher abgeschlossen hatten, niedergelassen. Dieser Unterschied setzt sich auch 10 bis 14 Jahre nach dem Zahnmedizinstudium fort, wobei die Niederlassungquote der jüngeren Absolventenjahrgänge sukzessive sinkt. Während über 80 Prozent der Zahnärzte, die zwischen 1991 und 2005 ihren Abschluss machten, niedergelassen sind, waren es bei den Absolventen von 2006 bis 2010 nur 72 Prozent und bei den Absolventen von 2011 bis 2015 lediglich 58 Prozent. Der Trend scheint sich nach 15 bis 19 Jahren Berufserfahrung jedoch abzuschwächen. Dann unterscheiden sich die Generationen nicht mehr in Sachen Niederlassung. So besaßen beispielsweise 81 Prozent der Absolventen der Jahrgänge 2006 bis 2010 eine Praxis, verglichen mit 89 Prozent der Absolventen der Jahrgänge 1991 bis 1995. Am Ende führt der Weg auch heute für US-Zahnärztinnen und -Zahnärzte in die eigene Praxis. Foto: O-stock.adobe.com zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1300)

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