Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 15-16

46 | POLITIK RÜCKBLICK VON JÜRGEN HERBERT AUF SEINE AMTSZEIT „Am Anfang war es wichtig, einfach zu machen!“ Nach über 34 Jahren hört Jürgen Herbert als Präsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg auf. Mit den zm sprach er über die spannende und zum Teil abenteuerliche Anfangszeit der Berufspolitik in seinem Bundesland, die Meilensteine seiner Amtszeit und das Gefühl, manchmal von den eigenen Entscheidungen überrascht zu sein. Für ihn konnte es eigentlich gar nicht anders kommen. „Ich bin in einer Zahnarztfamilie aufgewachsen“, erzählt Herbert zu Beginn des Gesprächs in der zm-Redaktion. „Meine Eltern waren beide Dentisten und lernten sich in den 1950er-Jahren beim Aufbaukurs Zahnmedizin kennen. Später gründeten sie ihre eigene Praxis in unserer Heimatstadt Cottbus“, ergänzt der inzwischen 68-Jährige. Als Kind und Teenager besserte er dort sein Taschengeld auf, zum Beispiel durch das Reinigen von Küvetten. In den 1980er-Jahren studierte Herbert Zahnmedizin an der Charité in Berlin und machte nach dem Abschluss seinen Fachzahnarzt an der Klinik und Poliklinik für Stomatologie in Cottbus. Kurz nach seinem 30. Geburtstag übernahm er zusammen mit seiner Frau Ricarda die elterliche Praxis – und war damit der jüngste niedergelassene Zahnarzt in der DDR, wie er nicht ohne Stolz verrät. Er habe zwar auch darüber nachgedacht, in den Westen zu gehen, entschloss sich aber zu bleiben. Mit 30 war er der jüngste Niedergelassene in der DDR „Ich fand, wenn jetzt alle abhauen, verändert sich nie wieder was hier“, blickt er zurück. Veränderung wünschte sich Herbert vor allen Dingen in Sachen Berufsausübung. „Ich habe immer wieder – auch öffentlich – gesagt, dass die Geschichte mit den staatlichen Zahnärzten nicht funktioniert und dass das Niederlassungsmodell viel besser ist“, berichtet er. Dazu muss zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1304) Der erste Kammervorstand der LZK Brandenburg Fotos: LZK Brandenburg Jürgen Herbert vor dem ersten Sitz der Landeszahnärztekammer Brandenburg in Cottbus: Damals war er der jüngste Kammerpräsident. Nach über 34 Jahren hat er jetzt nicht erneut für das Amt kandidiert.

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