Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 15-16

MIT DEM DENTALMUSEUM DURCH 2025 – TEIL 14 Wie ein Dental-Detektiv Einen Schatz an Instrumenten zu beherbergen und zu hüten ist das eine, die Exponate aber korrekt in den Lauf der Geschichte einzusortieren ist oft die schwierigere Aufgabe. Manchmal muss Museumsleiter Andreas Haesler dabei kombinieren wie Sherlock Holmes. Etwa bei diesen frühen Wurzelkanal-Instrumenten. Quer durch die Disziplinen gibt es eine Art Grundstruktur der Fach-Geschichte: Irgendwann haben erste analytische Methoden, vulgo: die zunehmende Verwissenschaftlichung, den Mythos ersetzt. Der Zahnwurm war tot. Die Fragen wurden exakter, die Experimente strukturierter, das Wissen verteilte und vermehrte sich (langsam), die Instrumentengeschichte begann. Wir zoomen heran – und schlagen das Kapitel nach Philipp Pfaff und Pierre Fauchard auf, grenzen die Suche also zunächst grob auf „deutlich hinter“ die Anfänge der modernen Zahnmedizin ein. Denn: Die Pioniere der Zahnerhaltung haben schon mit ersten Füllungen experimentiert, Zähne wurden aufgebohrt, um die Pulpa freizulegen, weil die Ursache mancher Schmerzen in den Nerven der Wurzeln verortet wird. Erste Instrumente zur Trepanation sind erdacht, mit mehrmals erhitzten gebogenen Messingdrähten („lang wie eine Stricknadel“) wird anschließend kauterisiert, danach werden die Kanäle mit Blei oder Gold gefüllt. Aber wir müssen noch näher heran: Im frühen 19. Jahrhundert wird das Ausbrennen erstmals ersetzt durch die Idee der instrumentellen Entfernung zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1310) BESTOF DENTALES ERBE TEIL 14 52 | GESELLSCHAFT

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