58 | ZAHNMEDIZIN AUS DER WISSENSCHAFT Der OP-Roboter implantiert präziser als die Bohrschablone Florian Beuer Während statische Bohrschablonen (sCAIS) zur Positionierung von Implantaten inzwischen weit verbreitet sind, versprechen autonome robotische Systeme eine noch höhere Präzision. Das Team um Xiaojing Wang von der Qingdao University in China hat nun erstmals die Genauigkeit eines autonomen dentalen Implantatroboters (ADIR) im klinischen Vergleich zu sCAIS untersucht – mit überraschend klaren Ergebnissen. Kompromittierte Implantatpositionen sind auch heute noch ein Hauptgrund für funktionelle Einschränkungen bei der prothetischen Versorgung und führen in der Folge zu periimplantären Entzündungen und/oder frühzeitigem Implantatverlust. Die digital unterstützte Implantatchirurgie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und erzielt nachgewiesen bessere prothetische Implantatpositionen. Sowohl statisch als auch dynamisch geführte Verfahren konnten die Genauigkeit im Vergleich zur Freihandchirurgie deutlich verbessern. Dennoch bestehen Nachteile – etwa mangelnde intraoperative Flexibilität oder die Abhängigkeit vom Operateur. Die Einführung autonom agierender Implantationsroboter eröffnet neue Perspektiven hinsichtlich Präzision und Reproduzierbarkeit. Untersuchungsaufbau In einer retrospektiven klinischen Studie wurden 39 Patienten mit insgesamt 60 Implantaten eingeschlossen. Jeweils 30 Implantate wurden mit dem ADIRSystem und 30 mit einer statischen Bohrschablone (sCAIS) inseriert. Die präoperativ geplanten Implantatpositionen wurden mit der tatsächlichen postoperativen Lage anhand von Digitalen Volumentomogrammen (DVTs) verglichen. Bewertet wurden koronale, apikale und anguläre Abweichungen. Alle Eingriffe wurden durch denselben erfahrenen Operateur durchgeführt. Ergebnisse Die robotisch gesetzten Implantate zeigten signifikant geringere AbweiDer autonome Implantationsroboter wird während der OP-Vorbereitung eingesetzt. Ist sein Einsatz nur eine technische Spielerei oder ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu noch höherer Behandlungssicherheit? Fotos: Florian Beuer zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1316)
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