ZAHNMEDIZIN | 59 chungen in allen drei Parametern (siehe Tabelle 1). Weder der Implantationsort (Ober-/Unterkiefer, anterior/ posterior) noch die Implantatregion hatten signifikanten Einfluss auf die Genauigkeit. Auch Komplikationen wurden keine berichtet. Diskussion Das autonome Implantatsystem ADIR erreicht nicht nur eine bessere Genauigkeit als sCAIS, sondern entlastet gleichzeitig den Operateur. Die Kombination aus robuster physischer Führung, digitaler Planung und künstlicher Intelligenz macht den Eingriff reproduzierbar und weniger fehleranfällig. Besonders bei komplexen Fällen oder in schwer zugänglichen Bereichen bietet der Roboter potenziell große Vorteile. Limitierend bleiben sicherlich der hohe technische und finanzielle Aufwand sowie die begrenzte Verfügbarkeit. Außerdem ist unklar, ob die erhöhte Präzision klinisch relevante Auswirkungen auf die Langzeitprognose hat. Dennoch eröffnet die Technologie neue Horizonte – vor allem für minimalinvasive und hochästhetische Versorgungen. Besonders anatomisch schwierige Situationen oder spezielle Implantate wie zum Beispiel Zygomaimplantate könnten von der Insertion mit dem Roboter profitieren und diese Eingriffe weiterverbreiten. Interessant dürfte diese Technik allerdings für uns alle sein und zwar in allen Bereichen der Zahnheilkunde, da sämtliche Eingriffe mit dem Roboter präziser ausführbar sein dürften als Freihand. Es bleibt selbstverständlich abzuwarten, ob das der nächste „große“ Schritt in der Zahnmedizin ist. Fazit für die Praxis n Autonome robotische Systeme ermöglichen eine signifikant präzisere Implantatinsertion als statisch geführte Systeme. n Die Anwendung erfolgt minimalinvasiv,effizient und ohne erkennbare Komplikationen. n Eine breitere klinische Nutzung hängt von Kostenreduktion, Praxistauglichkeit und weiterer Forschung ab. Jia S, Wang G, Zhao Y, Wang X. Accuracy of an autonomous dental implant robotic system versus static guide-assisted implant surgery: A retrospective clinical study. J Prosthet Dent. 2025;133(3):771–779. doi:10.1016/j.prosdent.2023.04.027. zm115 Nr. 15-16, 16.08.2025, (1317) Schablone zur statisch geführten Implantatinsertion Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, MME Direktor der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Funktionslehre und Alterszahnmedizin, Centrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin florian.beuer@charite.de Foto: Privat AUS DER WISSENSCHAFT In dieser Rubrik berichten die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der zm regelmäßig über interessante wissenschaftliche Studien und aktuelle Fragestellungen aus der nationalen und internationalen Forschung. Die wissenschaftliche Beirat der zm besteht aus folgenden Mitgliedern: Univ.-Prof. (a.D.) Dr. Elmar Hellwig, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (bis 31.12.2023) Univ.-Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Universität Bonn Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, Charité – Universitätsmedizin Berlin Univ.-Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, Universitätsmedizin Mainz ABWEICHUNGEN DER BEIDEN IMPLANTATIONSTECHNIKEN UND STATISTISCHER VERGLEICH Abweichung ADIR (Mittelwert ± SD) sCAIS (Mittelwert ± SD) Signifikanz Koronal 0,43 ± 0,18 mm 1,31 ± 0,62 mm p < .001 Apikal 0,56 ± 0,18 mm 1,47 ± 0,65 mm p < .001 Winkelabweichung 1,48 ± 0,59° 2,42 ± 1,55° p = .003 Tabelle 1 Quelle: F. Beuer
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