ZAHNÄRZTLICHE MITTEILUNGEN | WWW.ZM-ONLINE.DE TOTALPROTHETIK Warum der analog-digitale Workflow besser ist AUSGABE 23-24 | 2025 zm 01.12.2025, Nr. 23-24 Online-Fortbildung zur ePA In einem Lernvideo das Wissen über die elektronische Patientenakte auffrischen – und dabei gleich CME-Punkte sammeln. SEITE 14 KZBV-Vertreterversammlung Reformen im Gesundheitswesen sollten sich an der Präventionsausrichtung in der Zahnmedizin ein Beispiel nehmen. SEITE 18 Endlich bessere Meetings Ihre Teamsitzungen werden klarer, kürzer und wirksamer, wenn Sie den Zweck vorab festlegen. Und das auch umsetzen. SEITE 26
Sylvia Wuttig, B. A. Geschäftsführende Gesellschafterin Ihre Seit 50 Jahren … … steht der Name DAISYfür Abrechnungswissenin höchster Qualität. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Innovatives Denken ist unser Markenzeichen – kompetente Umsetzung unser Anspruch. Für Sie. Für Ihren Praxiserfolg. Vertrauen Sie auf DAISY – vertrauen Sie dem Original!
EDITORIAL | 3 Neue Normalitäten Außerdem werfen wir mal wieder einen Blick über den Tellerrand und haben zusammengefasst, wie das Gesundheitssystem in Schweden funktioniert. Dort sorgt eine Reform der zahnmedizinischen Versorgung aktuell für Diskussionen. Daneben haben wir für Sie zusammengefasst, wo die zahnärztlichen Hilfsorganisationen in diesem Jahr weltweit unterwegs waren und humanitäre Hilfe geleistet haben. Dabei kann man schön sehen, wie viel Engagement deutsche Zahnärztinnen und Zahnärzte zeigen, um nicht nur hierzulande, sondern rund um den Globus die Versorgung zu verbessern. Und wer in letzter Minute noch etwas Geld sparen möchte, wird möglicherweise bei den Steuertipps unserer Experten fündig. Die zm-Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Familien eine schöne Vorweihnachtszeit, ein besinnliches Fest und einen guten Start ins neue Jahr. Sie lesen uns wieder am 16. Januar. Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Standespolitisch ist in diesem Herbst viel passiert. Bei der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer ist mit Dr. Romy Ermler erstmals eine Frau an die Spitze der BZÄK gewählt worden. Bei einer über 70-jährigen Geschichte der BZÄK durchaus bemerkenswert. Aber damit nicht genug. Mit Dr. Doris Seiz wurde eine zweite Frau in den dreiköpfigen Geschäftsführenden Vorstand gewählt. Somit wird dort die Lebenswirklichkeit der immer weiblicher werdenden Zahnärzteschaft ziemlich treffend abgebildet. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es im aktuell 17-köpfigen Gesamtvorstand der BZÄK nur fünf Frauen gibt. Da ist also noch Luft für Veränderungen. Dessen ungeachtet war aber nicht nur die Wahl von zwei Kammerpräsidentinnen in den GV bemerkenswert, sondern vor allem der Umstand, dass dies in den der Wahl vorausgehenden Diskussionen in der Bundesversammlung keine große Rolle mehr gespielt hatte. Dieser Umstand ist aus meiner Sicht wesentlich entscheidender als bestimmte Quoten und Zusammensetzungen. Gleiches konnte im Sommer bei der Wahl von Meike Gorski-Goebel als zweite Frau nach Dr. Ute Maier in den KZBV-Vorstand beobachtet werden. Ihr Geschlecht spielte einfach keine Rolle mehr. Das war bei der Wahl von Dr. Maier noch anders gewesen. Meike Gorski-Goebel hat zum 1. Oktober ihr neues Amt angetreten. Auch hier Business as usual. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese neue Normalität der Durchlässigkeit in den Spitzenämtern der Selbstverwaltung fortsetzt. Eine neue Normalität war auch an anderer Stelle zu beobachten. So war mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erstmals seit Hermann Gröhe wieder ein Mitglied der Bundesregierung bei der Bundesversammlung zu einem Grußwort anwesend. Bei der Vertreterversammlung gab sich der Parlamentarische Staatssekretär Tino Sorge die Ehre. Der KZBV-Vorstand hat zwischenzeitlich Gespräche mit der Ministerin geführt. Mit Blick auf die Vorgängerregierung und den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist das die Rückkehr zu einem sachlichkonstruktiven Dialog auf Augenhöhe. Die Zahnärzteschaft wird wieder als Player im Gesundheitswesen ernst genommen. Dies nicht zuletzt, weil sie belegbar große Erfolge vorweisen kann, ohne zum Kostentreiber zu werden. Das scheint inzwischen in der Politik verstanden worden zu sein. In der letzten Ausgabe dieses Jahres zeigen wir in unserer Titelgeschichte, wie man bewährte analoge und neue digitale Verfahren verbinden kann, um zu einem optimalen Behandlungsergebnis zu kommen. Am Beispiel eines Patientenfalls zeigen unsere Experten, wie sich Zahnärztinnen und Zahnärzte beim Einsatz einer Vollprothese mit etablierten konventionellen Workflows problemlos neuen Verfahren nähern können. Foto: Lopata/axentis
4 | INHALT 47 zm-Serie „Gesundheitssysteme weltweit” Schweden setzt auf zentrale Patientensteuerung und digitale Services. Die meisten Behandlungen bezahlt der Staat – aber nicht den Zahnarzt. 54 Zahnärztliche Querschnittsuntersuchung Trotz Pandemie blieb die Zahn- und Mundgesundheit von Kita-Kindern in Hessen erstaunlich stabil. Wie kam es dazu? MEINUNG 3 Editorial 8 Leitartikel 16 „Eine Zuckersteuer ist keine Bevormundung, sondern Verantwortung“ POLITIK 18 KZBV-Vertreterversammlung in Berlin „Wir poltern nicht, wir überzeugen!“ 24 Generalarzt Dr. Rolf von Uslar zur Rolle der Zahnärzteschaft im Krisenfall „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“ 29 Minamata-Konvention in Genf Weltweites Aus für Dentalamalgam erst 2034 45 Herbstvollversammlung in Brüssel CED fordert mehr Einsatz für Mundgesundheit im Alter 47 Gesundheitssysteme weltweit – Schweden Der Staat bezahlt – aber nicht den Zahnarzt 52 „Versorgung sichern – Strukturen stärken“ KZBV legt Aktionsplan 2025–2030 vor 62 70 Jahre BZÖG „Die politische Aufmerksamkeit für den Öffentlichen Gesundheitsdienst flaut gewaltig ab“ 72 Studie prognostiziert Versorgungslücken Bei diesen Medikamenten sind wir von China abhängig! ZAHNMEDIZIN 22 Aus der Wissenschaft Wie gut sind LithiumdisilikatKronen? 30 Ein ungewöhnlicher MKG-Fall Lipom des Mundbodens – eine seltene Entität 54 Zahnärztliche Querschnittsuntersuchung Noch nie hatten so viele KitaKinder in Hessen kariesfreie Zähne 66 Evolution, Ernährung und orale Gesundheit Sind Karies und Parodontitis Zivilisationskrankheiten? Inhalt zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1950) Foto: PhotosbyPatrick - stock.adobe.com
INHALT | 5 66 Evolutionäre Orale Medizin Sind Erkrankungen wie Karies und Parodontitis eine Folge zivilisatorisch veränderter Ernährungsgewohnheiten? TITELSTORY 36 Warum der analog-digitale Workflow besser ist Der klinische Fall mit Einsatz einer Totalprothese zeigt, wie man analoge und digitale Prozesse sinnvoll miteinander verbinden kann. TITELSTORY 36 Patientenfall mit Einsatz einer Vollprothese Totalprothetik als Kombination von analogem und digitalem Workflow PRAXIS 14 CME zur elektronischen Patientenakte Machen Sie eine Fortbildung zur ePA! Online! 26 Serie „Agilität in der zahnärztlichen Praxis“ – Teil 2 Meetings, die den Unterschied machen 34 Wichtige fiskalische Informationen zum Jahresende Steuertipps auf den letzten Drücker 46 Zahnärzte-Praxis-Panel Das ZäPP diesmal mit Sonderbefragung zur Work-Life-Balance 70 In zwei Welten zu Hause Wie Alaa Alhawasly seine Erfahrung in ein Praxiskonzept übersetzt hat 78 Fristverlängerung durch die gematik Übergangslösung für eHBA bis 30. Juni 2026 GESELLSCHAFT 44 Klarstellung zum Welt-Aids-Tag Keine Angst vor HIV in der Zahnarztpraxis! 50 Mit dem Dentalmuseum durch 2025 – Teil 21 „Ich mag Dentisten“ 74 Highlights der Hilfsorganisationen 2025 Das haben die Helferinnen und Helfer in diesem Jahr bewegt MARKT 79 Neuheiten RUBRIKEN 10 Weihnachtsgrüße 12 Ein Bild und seine Geschichte 53 Nachrichten 59 Formular 60 Termine 64 Best of online 2025 97 Impressum 98 Zu guter Letzt Foto: Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik Foto: Titelfoto: Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1951) Foto: catocala - stock.adobe.com
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Kürzlich fand unsere diesjährige Herbst-Vertreterversammlung in Berlin statt, auf der – wie kaum anders zu erwarten – die Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zentrales Thema war. Denn dieses Problem treibt die Gesundheitspolitik derzeit in besonderem Maße um. Die Kernfrage lautet: Wie kann unser bewährtes GKVSystem bei einer gleichzeitig guten Versorgung finanzierbar bleiben? Auf diese Frage hat die Vertreterversammlung eine klare Antwort geliefert: Die Mitglieder appellieren an die Bundesregierung, die Erfolge unserer konsequenten Präventionsausrichtung in der zahnärztlichen Versorgung zum Vorbild für alle Sektoren im Gesundheitswesen zu nehmen. Die zahnmedizinische Vorsorgeorientierung der Menschen in Deutschland beweist, dass das Solidarprinzip zusammen mit einem fairen Maß an Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten funktioniert und eine finanzielle Stabilisierung des Systems ohne Qualitätsund Leistungseinbußen möglich ist. Anders als die Ampelkoalition erkennt die aktuelle Regierung unsere Erfolge endlich an. Völlig zurecht nimmt die Politik immer wieder Bezug auf die positiven Ergebnisse der in diesem Jahr veröffentlichten Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie. Sie belegen, dass es uns als zahnärztliche Selbstverwaltung gelungen ist, mit konsequent präventiv ausgerichteten Versorgungskonzepten die Gesundheitskompetenz und die Mundgesundheit der Bevölkerung in den vergangenen Jahren stetig und nachhaltig zu verbessern. Darin liegt der Schlüssel unseres Erfolgs. Dies wird zwar seitens der politisch Verantwortlichen auch so wahrgenommen und es wird viel über Prävention gesprochen. Das allein reicht aber nicht aus. Vielmehr sollte es der Bundesregierung ein Kernanliegen sein, diese Erfolge zu sichern und zum Vorbild für die anstehenden Reformen im Gesundheitswesen zu nehmen. In konstruktiven Gesprächen mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken konnten wir als KZBV-Vorstand dies verdeutlichen. Denn trotz zielgruppenspezifischer Ausweitung des Leistungskatalogs ist es uns gelungen, den Anteil an den GKV-Gesamtausgaben für vertragszahnärztliche Leistungen kontinuierlich zu senken. Mit Blick auf die GKV-Finanzergebnisse ist zweifelsfrei erkennbar, dass der größte Anteil der Ausgaben im Bereich der stationären Versorgung und im Arzneimittelsektor liegt und dass darüber hinaus hier die größten Ausgabensteigerungen zu verzeichnen sind. Klar ist: Jegliche Spareingriffewürden die von uns erreichten Erfolge innerhalb kürzester Zeit wieder zunichtemachen und hätten schwerwiegende Auswirkungen auf die Versorgung und somit letzten Endes auf die Mund- und Allgemeingesundheit von Millionen Patientinnen und Patienten. Auch das Grußwort von Staatssekretär Tino Sorge bei der Vertreterversammlung zeigt, dass unsere Botschaften verstanden worden sind. Folgerichtig hat uns die neue Bundesregierung beim „Kleinen Sparpaket“ außen vor gelassen. Jetzt bringen wir unsere Expertise in die Arbeit der Finanzkommission Gesundheit ein. Prävention muss Leitgedanke der zukünftigen Gesundheitspolitik sein. Wir haben unsere Hausaufgaben jedenfalls gemacht. In unserem gerade veröffentlichten Aktionsplan für eine wohnortnahe und flächendeckende vertragszahnärztliche Versorgung legen wir detailliert den aktuellen Stand sowie die voraussichtliche Entwicklung der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland bis zum Jahr 2030 dar. Auf Grundlage dieser Analyse unterbreitet die KZBV konkrete Vorschläge, wie die Versorgungsstrukturen im vertragszahnärztlichen Bereich insgesamt gestärkt und lokalen Versorgungsengpässen frühzeitig entgegengewirkt werden können. Auch hier zeigt sich, dass sich die Politik auf unsere Expertise verlassen kann. Martin Hendges Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Unser Präventionsmodell als Vorbild für ein funktionierendes Gesundheitswesen 8 | LEITARTIKEL Foto: Jan Knoff, Cologne
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zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1956) 10 | WEIHNACHTSGRÜẞE Ein Jahr der Herausforderungen – und der gelebten Solidarität Die Welt stand 2025 erneut vor großen Herausforderungen: Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon drei Jahre an, und auch die Lage im Nahen Osten bleibt zugespitzt. Und doch gab es auch Zeichen der Hoffnung: Der weltweite Rollout eines neuen Malaria-Impfstoffs rettete Millionen Kinderleben. Gleichzeitig wurden neue Bildungsprogramme für benachteiligte Regionen gestartet. Trotz der Krisen hat 2025 auch gezeigt, wie viel Kraft in Zusammenarbeit und Mitgefühl steckt. Wandel ist möglich – wenn wir ihn gemeinsam und mit Good will gestalten. Engagement, Solidarität, Aufbauhilfe, Bildung, Notlinderung - die deutsche Zahnärzteschaft ist hier mit der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ) ganz pragmatisch am Gestalten einer besseren Zukunft für Viele. 2025 wurden durch das HDZ 39 Projekte durch nahezu 400.000 Euro gefördert. Geholfen wurde unter anderem im Libanon, Bolivien, Malawi, Eritrea, auf den Philippinen, in Indien, Rumänien und nach dem Zyklon Gamane in Madagaskar. Allen, die das HDZ unterstützen, danken wir von Herzen! Auch die Bundeszahnärztekammer beteiligt sich mit ihrer jährlichen Spende. Wir freuen uns über jede Kollegin und jeden Kollegen, der mitmacht. Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und Praxisteams eine friedliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen hoffnungsvollen Start ins Jahr 2026! Der Geschäftsführende Vorstand der Bundeszahnärztekammer Wenn auch Sie das HDZ unterstützen möchten: Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete Deutsche Apotheker- und Ärztebank IBAN: DE 28 3006 0601 0004 4440 00 https://www.stiftung-hdz.de/jetzt-spenden https://www.stiftung-hdz.de/jetzt-spenden/altgold-zahnersatz Eine Spendenbescheinigung wird bei Adressangabe ausgestellt. Zur Steuerbegünstigung bis 300 Euro reicht ein Kontoauszug. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Jahresende bedeutet immer auch Reflexion und Ausblick auf das Neue. Rückblickend war dieses Jahr erneut ein politisch ereignisreiches Jahr. Die schwarz-rote Regierung ist gefordert, wieder Verlässlichkeit in das politische Geschehen zu bringen, was auch für die Gesundheitspolitik gilt. Jetzt müssen die richtigen Weichen gestellt werden, um die zahnärztlichen Versorgungsstrukturen zukunftsfest zu machen. Denn aktuell stellen fehlende Planungssicherheit sowie zunehmender Fachkräftemangel bei zahnmedizinischen Fachangestellten und überbordende Bürokratie die Praxen vor große Herausforderungen. Trotz dieser Widrigkeiten gewährleisten Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit Ihren Teams täglich die für die Patientinnen und Patienten gewohnte zahnmedizinische Versorgung. Dafür danken wir Ihnen ganz herzlich. Während wir auf politischer Ebene nicht müde werden, uns weiterhin mit Nachdruck für adäquate Rahmenbedingungen einzusetzen, um die inhabergeführten Praxen zu stärken, haben wir in diesem Jahr mit der Aufnahme der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in das Gelbe Heft einen großen Erfolg erzielt. Dies ist nicht nur ein Meilenstein für die Prävention von Zahnkrankheiten bei Kindern. Mit dieser Entscheidung setzte der Gemeinsame Bundesausschuss ein klares Zeichen: Durch die gemeinsame Dokumentation mit den ärztlichen Untersuchungen wird die Zahngesundheit bereits in der frühen Lebensphase noch stärker in den Fokus gerückt und die hohe Bedeutung der zahnmedizinischen Vorsorge unterstrichen. Solche Erfolge sind der beste Beweis dafür, dass es sich lohnt, für eine verbesserte Versorgung zu kämpfen. Genau das ist auch im kommenden Jahr unser Ansporn. Die Regierung hat unsere Präventionserfolge erkannt und sollte diese zum Vorbild für anstehende Reformen im Gesundheitswesen nehmen. Unsere Spende geht in diesem Jahr an das Kinderhospiz „Berliner Herz“; der ambulante Kinderhospizdienst bringt betroffene Familien mit ehrenamtlichen Familienbegleitern zusammen, die im vertrauten häuslichen Umfeld stundenweise Entlastung schenken. Ihnen, Ihren Familien und Ihren Mitarbeitenden wünschen wir eine besinnliche Adventszeit, frohe und harmonische Weihnachtsfeiertage sowie einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Bleiben Sie zuversichtlich! Ihre Dr. Romy Ermler Dr. Ralf Hausweiler Dr. Doris Seiz Martin Hendges Meike Gorski-Goebel Dr. Karl-Georg Pochhammer Foto: petrrgoskov – stock.adobe.com
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EIN BILD UND SEINE GESCHICHTE zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1958) 12 | GESELLSCHAFT Heute präsentiert sich Anton Androshchuk in den sozialen Medien als ernsthafter junger Mann. Vor gut zehn Jahren war der Schüler aus Warschau (Polen) noch ein echter Spaßvogel – und der erste, der das Video einer Milchzahnextraktion durch einen Papagei ins Netz stellte. Wie der Extrakteur heißt, ist unbekannt, sein Wirken jedoch bestens dokumentiert: In zwei Clips – 29 und 57 Sekunden lang – steckte der Mönchssittich den Kopf in den Mund des damaligen Schülers und befreite ihn von einem nervenden Wackelzahn. Mehr als eine Million Mal wurden beide Videos insgesamt abgespielt. Und werden noch heute immer mal wieder ge-repostet oder kommentiert. Über die Jahre fanden Androshchuk und sein Sittich außerdem zahlreiche Nachahmer, so manches Vogelvideo entpuppte sich anschließend jedoch als Fake. Überhaupt vermehrte sich die Zahl der Clips von vermeintlich ungewöhnlichen Milchzahnextraktionen immens – oft waren augenscheinlich die Eltern die Produzenten: Mal bindet Mutti den Faden an einem ferngesteuerten Wagen fest, mal zieht Papa den Zahn per Flug-Drohne. Doch das wirkt im Vergleich alles inszeniert und ziemlich verkrampft – ganz anders als beim initialen Spaß im Jahr 2015. Denn auf Klicks, Likes oder Follower war Androshchuk damals augenscheinlich nicht aus. Sein YouTube-Kanal ist seit sechs Jahren verwaist, in seinem, nur für Freunde sichtbaren Instagram-Kanal finden sich lediglich 17 Beiträge, bei LinkedIn hat der junge Mann fünf Kontakte und bei Facebook seit dem Start am 16. August 2016 genau einen Beitrag gepostet. Foto: Youtube – Anton Androshchuk, Dennis – stock.adobe.com
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14 | PRAXIS zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1960) CME ZUR ELEKTRONISCHEN PATIENTENAKTE Machen Sie eine Fortbildung zur ePA! Online! Seit dem 1. Oktober ist die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) Pflicht. Auch Zahnarztpraxen sind dazu angehalten, die ePA zu befüllen. Um welche Daten es geht, wie der Aufwand vergütet wird und was sonst noch im täglichen Gebrauch der ePA anfällt, können Zahnärztinnen und Zahnärzte ab sofort in einem Lernvideo bei den zm lernen und dabei Fortbildungspunkte sammeln. Entscheidend für den Zugriff aufdie ePA ist ein aktueller Behandlungskontext, der nachgewiesen ist, wenn die elektronische Gesundheitskarte in der Zahnarztpraxis eingelesen wird – vorausgesetzt, der Patient hat eine ePA und der Praxis den Zugriff darauf nicht verweigert. Was in vielen Praxen immer noch nicht bekannt ist: Eintragungen in die ePA – zum Beispiel ins eZahnbonusheft – werden vergütet. Dafür stehen zwei verschiedene Positionen zur Verfügung, ePA1 für die sogenannte Erstbefüllung und ePA2 für sonstige Eintragungen. Mehr dazu erfahren Sie in der Fortbildung. Die CME besteht aus einem Lernvideo und den von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) auf ihrer Website zur Verfügung gestellten Informationen zum ergänzenden Selbststudium. Das Lernvideo bietet eine Einführung in die wichtigsten Grundlagen und beantwortet unter anderem diese Fragen: Welche Daten müssen verpflichtend oder auf Wunsch der Versicherten eingestellt werden? Wann ist ein Blick in die ePA erforderlich, wann nicht? Wie wird die Technik finanziert und was kann abgerechnet werden? Welche Informations- und Dokumentationspflichten bestehen für Zahnarztpraxen? Was ist bei Widersprüchen oder bei Einwilligungen der Patienten zu beachten? Wie wird die ePA in der Praxissoftware bedient? So erhalten Sie CME-Punkte Wenn Sie sieben der zehn Fragen aus dem Multiple-Choice-Fragebogen richtig beantwortet haben, erhalten Sie zwei CME-Punkte. So können Sie die Pflicht zur Einführung der ePA mit einem direkten fachlichen Nutzen für Ihre Praxis verbinden. Spätestens ab dem 1. Januar 2026 drohen bei der Nichtnutzung der ePA bundesweit Honorarkürzungen und eine reduzierte TI-Pauschale. Nutzen Sie deshalb die Zeit, um sich noch einmal im Kompaktformat über die Funktionsweise der ePA und die damit verbundenen Abrechnungsmöglichkeiten zu informieren. br Foto: Andrea Gaitanides – stock.adobe.com HIER GEHT'S ZUR FORTBILDUNG 1.Gehen Sie auf www.zm-online.de und melden Sie sich als Benutzer an. 2.Gehen Sie auf www.zm-online.de/cme/ cme-uebersicht, dort finden Sie das Lernvideo zur ePA-Fortbildung. 3.Die Informationen zum Selbststudium finden Sie unter www.kzbv.de/epa.
Und wofür brauchen Sie mehr Zeit? Genug Spielraum haben für alles, was zählt im Leben und ein eigenes Vermögen aufbauen – das ist Vapula Haukongo wichtig. Ihn mit der richtigen Anlagestrategie ans Ziel zu bringen, ist dabei unser Job. Was immer Sie bewegt, sprechen Sie mit uns. Familie. Praxis. Fußball.Vapula Haukongo Zahnarzt und zweifacher Vater, München > apobank.de/vermoegen
16 | MEINUNG zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1962) Eine Zuckersteuer ist keine Bevormundung, sondern Verantwortung Die Ernährung des modernen Menschen hat sich seit der Sesshaftwerdung und insbesondere seit der industriellen Revolution radikal von unseren biologischen Grundlagen entfernt. Unser Stoffwechsel und das mit uns evolvierte Mikrobiom sind nicht an die heutige, hochverarbeitete und zuckerreiche Kost angepasst [Alt et al., 2022]. Die Folge ist eine dramatische Zunahme nichtübertragbarer Krankheiten (NCDs) – von Adipositas und Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Karies, Parodontitis, Gingivitis, den häufigsten Krankheiten der Menschheit [Marcenes et al., 2013; Murray et al., 2013; Woelber et al., 2023; Huang et al., 2023]. Diese Epidemie ist nicht die Summe individueller Fehlentscheidungen, sondern das Ergebnis einer fehlgeleiteten Ernährungsumwelt. Der Markt steuert unser Essverhalten stärker als jeder innere Kompass. Werbung, Preisgestaltung und Verfügbarkeit fördern vor allem den Konsum jener industriell hergestellten Produkte, die hohe Gewinnmargen versprechen – und hohe Gesundheitskosten verursachen. Damit wird das Prinzip der freien Entscheidung zur Illusion. Wer tagtäglich gezuckerte Produkte in jeder Werbepause, an jeder Supermarktkasse und in jeder Schulkantine präsentiert bekommt, entscheidet nicht wirklich frei. Noch dazu gilt für Süßigkeiten seit 1990 ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von sieben Prozent, womit die entsprechenden Produkte künstlich verbilligt werden. Diese staatliche Subventionierung ist gesundheitspolitisch und ernährungsmedizinisch höchst fragwürdig. Gleichzeitig gerät das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem an seine Grenzen. Krankheiten, die vermeidbar wären, verschlingen Milliarden an Gesundheitskosten [Watt et al., 2019]. Mehr Prävention ist auch volkswirtschaftlich ein Gebot der Stunde und darf sich daher nicht auf Appelle und Informationskampagnen beschränken. Aufklärung ist wichtig, aber sie erreicht vor allem jene, die ohnehin gesundheitsbewusst leben. Verhältnispräventive Maßnahmen wie Steuern oder Werbebeschränkungen wirken hingegen auch dort, wo individuelle Ansprache an ihre Grenzen stößt [Heilmann & Ziller, 2021]. Das Argument, eine Zuckersteuer beschneide die persönliche Freiheit, ist populär – aber falsch. Eine Steuer verbietet nichts, sie lenkt. Sie schafft Anreize, gesündere Entscheidungen zu treffen, ohne sie vorzuschreiben. Erinnert sei auch daran, dass es bis1993 eine Zuckersteuer in Deutschland gab. Und Werbeverbote wiederum richten sich nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen die Industrie, die aus Abhängigkeit Kapital schlägt. Denn Zucker wirkt nachweislich gewöhnungsfördernd, wenn nicht gar abhängig machend [DiNicolantonio et al., 2018]. Wer abhängig ist, entscheidet nicht autonom. Der Erfolg vergleichbarer Maßnahmen ist belegt: Die drastische Reduktion des Rauchens in den letzten Jahrzehnten verdanken wir nicht freiwilliger Einsicht, sondern konsequenter Regulierung – Besteuerung, Werbeverboten, Aufklärung. Kaum jemand würde heute behaupten, er vermisse die Zigarettenwerbung oder wolle wieder mehr mit Tabakrauch in Kontakt kommen. Warum also handeln wir beim Zucker so zögerlich? Während andere Länder längst Erfolge durch Lenkungsmaßnahmen verbuchen [Du et al., 2018], verharrt die Bundespolitik im Diskurs über vermeintliche Bevormundung. Dabei wäre eine Zuckersteuer ein Schritt hin zu echter Freiheit – der Freiheit von krankmachenden Strukturen, von manipulativer Werbung, von ökonomischen Zwängen, die Gesundheit zur Ware machen. Eine Gesellschaft, die ihre Bürgerinnen und Bürger schützt, betreibt keine Verbots-, sondern Verantwortungspolitik. Die Zuckersteuer ist kein Eingriff in die Freiheit – sie ist ihr Schutzmechanismus. Univ.-Prof. Dr. Johan Wölber Poliklinik für Zahnerhaltung – Bereich Parodontologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden Univ.-Prof. Dr. med. Florian Bruns M.A. Lehrstuhl für Ethik und Geschichte der Medizin und Zahnmedizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden Foto: privat, André Wirsig/TU Dresden ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.
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18 | POLITIK KZBV-VERTRETERVERSAMMLUNG IN BERLIN „Wir poltern nicht, wir überzeugen!“ Der KZBV-Vorstand hat auf der 7. Vertreterversammlung am 12. und 13. November in Berlin die gesundheitspolitischen Herausforderungen der Zahnärzteschaft deutlich umrissen. Dabei wurden immer wieder die Präventionserfolge herausgestellt. Die Delegierten verabschiedeten eine Reihe von Beschlüssen mit klaren Botschaften an die Politik. Völlig zu Recht nimmt die Politik immer wieder Bezug auf die positiven Ergebnisse der in diesem Jahr veröffentlichten Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie. Die Gesundheitskompetenz und die Mundgesundheit in Deutschland haben sich stetig und nachhaltig verbessert. Der Schlüssel dieses Erfolges liegt in unserer konsequenten Präventionsausrichtung“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Martin Hendges, den Delegierten der 7. Vertreterversammlung in Berlin. Dies werde zwar seitens der Politik auch so wahrgenommen und es werde viel über Prävention gesprochen. „Das allein reicht aber nicht aus. Vielmehr sollte es der Bundesregierung ein Kernanliegen sein, diese Erfolge nachhaltig zu sichern und zum Vorbild für anstehende Reformen im Gesundheitswesen zu nehmen. Der zahnärztliche Bereich hat gezeigt, dass sich damit auch die GKV-Ausgaben stabilisieren lassen“, zeigte sich Hendges überzeugt. Der KZBV-Vorsitzende ging in seiner Rede umfassend auf die Politik der neuen Bundesregierung ein. So auch auf das erste gesundheitspolitische „Omnibus-Gesetz“ der Legislatur, das „Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege“, welches das „Kleine Sparpaket“ enthält und am 6. November 2025 im Bundestag beschlossen worden ist. Drei Jahre nach dem Referenten-Entwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz „nehmen wir heute mit großer Genugtuung und Freude zur Kenntnis, zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1964) EHRHARDT IST NEUE STELLVERTRETENDE VV-VORSITZENDE Nach einer turbulenten Wahl wurde Dr. Christine Ehrhardt neue stellvertretende Vorsitzende der Vertreterversammlung. Sie löst Meike GorskiGoebel ab, die als Nachfolgerin von Dr. Ute Maier in den KZBV-Vorstand gewählt wurde. Das Präsidium besteht nun aus Dr. Holger Seib (KZV Westfalen-Lippe), Ehrhardt (KZV RheinlandPfalz) und Dr. Jürgen Welsch (KZV Bayern). Dr. Christine Ehrhardt, KZV RheinlandPfalz
POLITIK | 19 dass die vertragszahnärztliche Versorgung im Sparpaket außen vor geblieben ist und Frau Warken nicht den Rasenmäher angeschmissen hat“, zeigte sich Hendges positiv gestimmt. Der Rasenmäher kam nicht zum Einsatz „Dieser Erfolg – und das sage ich mit Stolz – ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Wir haben es geschafft, die politischen Entscheidungsträger mit validen Daten und Fakten von der Sonderrolle der vertragszahnärztlichen Versorgung zu überzeugen“, sagte der KZBV-Vorsitzende und fügte hinzu: „Wir poltern nicht, sondern überzeugen und machen deutlich, welche Bedeutung die Selbstverwaltung hat und wie leistungsstark sie ist.“ Gleichzeitig verwies er auf bevorstehende Herausforderungen und hob besonders die Finanzkommission Gesundheit hervor, die bereits ihre Arbeit aufgenommen hat und Maßnahmenvorschläge zur mittel- und langfristigen Stabilisierung der GKV-Finanzen im Jahr 2026 erarbeiten soll. „Ohne den Mitgliedern der Finanzkommission Gesundheit zu nahe treten zu wollen, sehe ich hier keine Fachexpertise in Richtung Zahnmedizin. Umso wichtiger ist es, dass Frau Warken ihr Versprechen eingelöst hat, uns als Selbstverwaltung in den Prozess einzubinden“, fügte Hendges hinzu. Man habe am Donnerstag die Fragebögen erhalten, um bis Ende November Vorschläge in die Finanzkommission einbringen zu können. „Um gut vorbereitet zu sein, haben wir bereits hausintern die Arbeit aufgenommen, um jetzt auf die möglichen Szenarien adäquate Antworten zu geben und aktiv unsere Vorschläge zu unterbreiten“, erläuterte Hendges. Dringenden politischen Handlungsbedarf sieht die KZBV-Spitze hinsichtlich der Ausgestaltung der Digitalisierungsprozesse. „In den vergangenen Monaten häufen sich in der TI die Störungen. Die für die Betriebsstabilität verantwortliche gematik ist um Lösungen bemüht, hat aber keine Antwort auf die Misere. Dies zeigt, dass wir es mit einem strukturellen Problem zu tun haben“, stellte der stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende Dr. KarlGeorg Pochhammer klar. Die gematik hat keine Antwort auf die Misere Man brauche eine klare und übergeordnete Zuständigkeit der gematik, um die Betriebsstabilität der TI wieder in den Griff zu bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) müsse die Gematik dafür mit den notwendigen Befugnissen und Ressourcen ausstatten. zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1965) „DIE ZAHNMEDIZIN IST EIN GARANT FÜR ERFOLGSVERSPRECHENDE LÖSUNGEN!“ Die Chemie stimmt wieder: Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), stellte auf der KZBV-Vertreterversammlung klar, dass das BMG in Sachen Prävention hinter der Zahnärzteschaft steht. Die Bundesgesundheitsministerin freue sich über die gute Zusammenarbeit mit der Zahnärzteschaft, berichtete Sorge. Die Zahnmedizin könne auf eine beeindruckende Geschichte zurückblicken, sagte er in seinem Grußwort und verwies auf die neue DMS • 6 als Zeichen für das erfolgreiche Engagement des Berufsstandes in der Prävention: „Ganze 80 Prozent der 12-Jährigen haben heute gar keine Karies mehr und bei den 65- bis 74-Jährigen sind nur 5 Prozent zahnlos. Diese Zahlen sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob die Politik gemeinsam mit Berufsträgern an erfolgsversprechenden Lösungen arbeitet, und dafür ist die Zahnmedizin ein Garant.“ Die Forderung der Zahnärzteschaft – auch mit Blick auf die Volkskrankheit Parodontitis –, die Prävention stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik zu rücken, sei völlig richtig und, wie er sagte: „auf gutem Weg.“ Wie man die Prävention konkret stärker fördern kann, solle auch die Finanzkommission Gesundheit klären. Mit deren ersten Empfehlungen sei, nicht erst, wie es bislang hieß, 2027, zu rechnen, sondern bereits Anfang 2026. Sorge zeigte sich „hoffnungsfroh“, dass auf dieser Basis gute Vorschläge konsentiert und umgesetzt werden können, und regte an, dass sich die KZBV an den betreffenden Anhörungen im Gesundheitsausschuss beteiligt. Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im BMG Der KZBV-Vorstandsvorsitzende Martin Hendges forderte die Bundesregierung auf, die Präventionserfolge der Zahnärzteschaft zum Vorbild für anstehende Reformen im Gesundheitswesen zu nehmen. Fotos: KZBV – Darchinger
zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1966) 20 | POLITIK Auch bei der elektronischen Patientenakte (ePA) sieht Pochhammer Nachbesserungsbedarf: „Neben den technischen Störungen behindern funktionale Einschränkungen die Nutzung der ePA in den Praxen. Nach wie vor können die Aktensysteme keine nativen Bildformate aufnehmen und die Einführung einer Volltextsuche wird von der Politik immer weiter nach hinten verschoben.“ Das BMG müsse bei der Weiterentwicklung der ePA endlich die richtigen Schwerpunkte setzen, forderte Pochhammer. Dazu gehöre vor allem, dass sie in den PraxissoftwareSystemen störungsfrei, intuitiv und einfach genutzt werden kann. Kein Datengrab bitte! Daran anknüpfend wies Meike GorskiGoebel, seit Anfang Oktober stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende, darauf hin, dass die ePA eines Versicherten sukzessive befüllt werde. „Wichtig ist daher, von Anfang an großen PDF-Datenmengen und vor allem Datengräbern vorzubeugen“, betonte sie. Hierfür habe die KZBV für die strukturierten Medizinischen Informationsobjekte (MIO) „zahnärztlicher Implantatpass“ und „zahnärztlicher Basiseintrag“ Konzepte ausgearbeitet, die bei Priorisierung durch den Gesetzgeber bereitstehen. Während das elektronische Beantragungs- und Genehmigungsverfahren (EBZ) – ein Leuchtturmprojekt, das aus der Selbstverwaltung heraus entwickelt wurde – bereits in den Praxen mit großem Erfolg etabliert sei, werde jetzt auch zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis ein zukunftsfähiger und sicherer elektronischer Datenaustausch (eLABZ) gewährleistet und damit eine weitere Landmarke in der Digitalisierung des Gesundheitswesens gesetzt. „Wir haben gezeigt, wie praxistaugliche Digitalisierung funktioniert“, bekräftigte Gorski-Goebel. sr, ck Meike Gorski-Goebel, die neue stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende: „Wir haben gezeigt, wie praxistaugliche Digitalisierung funktioniert." BFB-PRÄSIDENT HOFMEISTER: „FREIBERUFLICHKEIT IST KEIN AUSLAUFMODELL“ In seinem Grußwort hob der Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), Dr. Stephan Hofmeister, die Bedeutung der Freiberuflichkeit und der Selbstverwaltung hervor. Er berichtete vom ersten Tag der Jungen Freien Berufe, der eine Woche zuvor stattfand. „Die wichtigste Botschaft dort war, dass, anders als politisch häufig kolportiert, die Freiberuflichkeit kein Auslaufmodell ist“, erklärte Hofmeister, der auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist. Es habe sich vielmehr gezeigt, dass auch der Nachwuchs über alle Freien Berufe hinweg bereit sei, sich für Freiberuflichkeit zu engagieren. „Ohne die selbstständigen Zahnärztinnen und Zahnärzte wird der künftige Versorgungsbedarf nicht zu decken sein“, zeigte sich der BFB-Präsident überzeugt. Angesichts des demografischen Wandels brauche man nicht weniger, sondern mehr Kolleginnen und Kollegen, die in die Niederlassung gehen. Gleichzeitig verwies er auf die Standorttreue der Freiberufler, die anders als große Unternehmen nicht einfach ihre Filialen schließen, wenn es wirtschaftlich gerade passe. „Die Allgemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe“, sagte Hofmeister. Zudem seien sie mit 10,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine besondere Bedeutung komme der Selbstverwaltung zu. „Seit sieben Jahrzehnten zeigen wir, dass Selbstverwaltung wirkt“, bekräftigte Hofmeister und kritisierte die immer größeren Eingriffe seitens der Politik in die Arbeit der Selbstverwaltung. Um vernünftig arbeiten zu können, brauche man aber „mehr Beinfreiheit und weniger Kontrollzwang“. Dr. Stephan Hofmeister, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe Fotos: KZBV – Darchinger Der stellvertretende KZBV-Vorsitzende Dr. Karl-Georg Pochhammer sieht bei der ePA Nachholbedarf.
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22 | ZAHNMEDIZIN AUS DER WISSENSCHAFT Wie gut sind Lithiumdisilikat-Kronen? Florian Beuer Lithiumdisilikat hat sich als fester Bestandteil für anspruchsvolle Restaurationen in der Praxis etabliert – ästhetisch, belastbar und CAD/CAM-bearbeitbar. Es gilt als das erfolgreichste und klinisch am besten dokumentierte vollkeramische Material und wird für ein breites Indikationsspektrum eingesetzt. Doch wie gut sind die klinischen Ergebnisse belegt? Seit der Markteinführung Ende der 1990er-Jahre gilt Lithiumdisilikat als eine der wichtigsten Glaskeramiken in der restaurativen Zahnmedizin. Die Kombination aus hoher Biegefestigkeit, natürlicher Transluzenz und digitaler Verarbeitung (Press- und CAD/CAM-Technik), begleitet von einer hervorragenden wissenschaftlichen Dokumentation, führte zur weiten klinischen Verbreitung. Dennoch fehlte bislang eine konsolidierte Bewertung der zahlreichen systematischen Übersichtsarbeiten zu ihren klinischen Ergebnissen. Untersuchungsdesign Eine Forschergruppe um Prof. Martin Rosentritt von der Universität Regensburg hat nun in einer umfassenden Übersicht 28 systematische Reviews mit über 35.000 Einzelkronen ausgewertet – und liefert damit das bislang umfassendste Bild zur klinischen Performance dieses Materials. Die Studienautoren durchsuchten fünf Datenbanken (MEDLINE, Embase, Cochrane, Trip, Epistemonikos) ohne Zeit- oder Sprachbeschränkung. Eingeschlossen wurden 28 systematische Reviews aus den Jahren 2007 bis 2024 mit 65 Primärstudien zu Zahn- und implantatgetragenen Lithium(disilikat)-Einzelkronen (LiSi₂-SCs). Bewertet wurden die Überlebensraten, technische und biologische Komplikationen, die ästhetischen Ergebnisse, der Antagonistenverschleiß und die methodische Qualität (AMSTAR-2, GRADE). Ergebnisse Die Überlebensraten lagen für zahngetragene Kronen im Kurz- und Mittelfristbereich bei 95 bis 100 Prozent, für implantatgetragene Kronen bei 98 Prozent (95 bis 100 Prozent). Damit erreicht Lithiumdisilikat das Niveau metallkeramischer Systeme. Langzeitdaten (> 5 Jahre) sind allerdings immer noch sehr wenige verfügbar. Technische Komplikationen (Frakturen, Chipping, Retentionsverluste) traten selten auf, insbesondere bei monolithischen Restaurationen. Biologische Komplikationen wie Sekundärkaries, endodontische Probleme oder periimplantäre Entzündungen blieben auf niedrigem Niveau. Der Verschleiß der Antagonisten war vergleichbar mit natürlichem Schmelz – vorausgesetzt, die Oberfläche wurde sorgfältig poliert. Vergleicht man diesen mit dem Verschleiß verursacht durch metallkeramische Systeme, fiel er niedriger oder ähnlich aus. Die Verarbeitung des Materials Lithiumdisilikat im CAD/ CAM- oder Pressverfahren hatte keinen Einfluss auf das Überleben oder die Komplikationsrate der Restaurationen. Die methodische Qualität der einbezogenen Reviews war jedoch heterogen: Nur vier von 28 erreichten ein „mittleres“ Qualitätsniveau, die Mehrheit wurde als „niedrig“ oder „kritisch niedrig“ eingestuft. Die meisten klinischen Daten bezogen sich auf ein einziges Produkt (IPS e.max Press oder CAD, Ivoclar, Schaan/Liechtenstein), was die Übertragbarkeit auf andere Systeme einschränkt. Diskussion Die Übersicht bestätigt die exzellente Kurz- und MittelfristPerformance von Lithiumdisilikat-Kronen, weist aber auf gravierende methodische Lücken hin: unzureichende BiasAnalysen, heterogene Auswertungskriterien und die Überrepräsentation einzelner Produkte. Dabei muss natürlich bedacht werden, dass Lithiumdisilikat patentgeschützt war und erst nach dem Auslaufen der 20-Jahres-Frist andere Hersteller das Material in ihr Portfolio aufnehmen konnten. Für neuere, abgewandelte Varianten (zum Beispiel mit Zirkonoxid-Anteil) fehlen noch belastbare Langzeitdaten. Zudem fordern die Autoren eine kritischere Bewertung von Metaanalysen mit hoher Heterogenität (I² > 80 Prozent) und Abb. 1: Okklusal verschraubte implantatgetragene Kronen aus Lithiumdisilikat haben einen hervorragenden Ruf. Doch wie gut sind die klinischen Ergebnisse wirklich? zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1968)
ZAHNMEDIZIN | 23 Foto: Charité – Universitätsmedizin mehr Transparenz bei Interessenkonflikten und bei der Studienfinanzierung. Was bedeuten die Ergebnisse für die tägliche Praxis? Lithiumdisilikat-Einzelkronen zeigen hervorragende Kurz- und Mittelfristergebnisse bei hoher Ästhetik und minimalem Antagonistenverschleiß. Langzeitdaten über fünf Jahre fehlen weitgehend. Die Ergebnisse gelten primär für IPS e.max-Systeme – andere Produkte sind noch unzureichend klinisch validiert. Eine sorgfältige Oberflächenbearbeitung (Politur > Glasur) ist entscheidend für den klinischen Erfolg. Die Studie: Laumbacher H, Scholz KJ, Knüttel H, Rosentritt M: Clinical outcomes and complications of tooth- and implant-supported lithium (di)silicate based single crowns: an overview of systematic reviews. JDent. 2025;162:106004. doi:10.1016/j. jdent.2025.106004. Die Studie ist frei zugänglich. zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1969) AUS DER WISSENSCHAFT In dieser Rubrik berichten die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der zm regelmäßig über interessante wissenschaftliche Studien und aktuelle Fragestellungen aus der nationalen und internationalen Forschung. Die wissenschaftliche Beirat der zm besteht aus folgenden Mitgliedern: Univ.-Prof. (a.D.) Dr. Elmar Hellwig, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (bis 31.12.2023) Univ.-Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Universität Bonn Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, Charité – Universitätsmedizin Berlin Univ.-Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, MME CharitéCentrum 3 für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Abteilung für zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin Foto: Privat DYNEXAMINFLUORID GELÉE. Zus.: 1 g Dentalgel enthält als Wirkstoffe: 30,36 mg Olaflur, 2,74 mg Dectaflur und 22,10 mg Natriumfluorid (Gesamtfluoridgehalt 1,25 %). Die sonstigen Bestandteile sind: Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.), Hyetellose, Parfümöl Dentalmed, Saccharin, Ponceau 4R (Farbstoff E 124), gereinigtes Wasser. Enthält Methyl-4-hydroxybenzoat. Packungsbeilage beachten. Anw.: zur Vorbeugung der Karies (Zahnfäule), insbesondere bei Kindern, Jugendlichen sowie Patienten mit Zahnspangen, anderen kieferorthopädischen (orthodontischen) Apparaten und Teilprothesen, zur Unterstützung der Behandlung der Initialkaries (beginnende Zahnfäule), zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gegen Olaflur, Dectaflur, Natriumfluorid, Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.), Ponceau 4R (Farbstoff E 124), Menthol, Pfefferminzöl, Krauseminzöl (Bestandteile des Parfümöls Dentalmed) oder einen der sonstigen Bestandteile, krankhafte Abschilferungen des Epithels der Mundschleimhaut (pathologisch-desquamative Veränderungen), Personen, bei denen die Kontrolle über den Schluckreflex nicht gewährleistet ist. Zu Hause: Kinder vor Vollendung des 6. Lebensjahres, in der Zahnarztpraxis / Gruppenprophylaxe: Kinder unter 3 Jahren wegen des Gehalts an Menthol, Pfefferminzöl und Krauseminzöl, Knochen- und / oder Zahnfluorose. Nebenw.: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (sehr selten): desquamative Veränderungen (Abschuppungen) der Mundschleimhaut. Gingivitis, Stomatitis, Rötung der Mundschleimhaut, Brennen im Mund, oraler Pruritus, Hypoästhesie oral, Geschmacksstörung, Mundtrockenheit, Schwellung im Mund, Ödem des Mundes. Erosion an der Mundschleimhaut (Mundulzeration, Mundschleimhautbläschen). Übelkeit oder Erbrechen. Erkrankungen des Immunsystems (sehr selten): Überempfindlichkeit. Mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen auf Hilfsstoffe: Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.) kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen. Ponceau 4R (Farbstoff E 124) kann allergische Reaktionen hervorrufen. Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Menthol, Pfefferminzöl und Krauseminzöl (Spearmintöl) Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden. Verschreibungsstatus /Apothekenpflicht: apothekenpflichtig (Packung zu 20 g). Verschreibungspflichtig (Packung zu 100 g und 200 g). Stand Oktober 2015. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, 65203 Wiesbaden. www.kreussler.com Heldenhafte Fluoridierung mit Lack und Gelée Abrechnung vom 6. bis 72. Lebensmonat FLA Verordnungsfähig bis zum vollendeten 18. Lebensjahr DYNEXAMINFLUORID LACK Mit vierfacher Fluoridierung durch Natriumfluorid, Calciumfluorid, Olaflur und Dectaflur Für Kinder und Erwachsene geeignet DYNEXAMINFLUORID GELÉE Fluoridgel mit angenehmem Geschmack In der kostengünstigen 200g Packung für die Praxis und der 20g Packung für zuhause INTENSIV FLUORIDIERUNG ZUR KARIES-PROPHYLAXE !Ihr persönlicher Kontakt: Tel. 0611-9271901
24 | POLITIK GENERALARZT DR. ROLF VON USLAR ZUR ROLLE DER ZAHNÄRZTESCHAFT IM KRISENFALL „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“ Wie ist es um die Sicherheit Deutschlands bestellt? Wie bereitet sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr auf Krisen und einen möglichen Bündnisfall vor und welche Rolle können niedergelassene Zahnärzte dabei spielen? Eine Einschätzung der Lage und einen Einblick in die aktuellen Pläne gab Generalarzt Dr. Rolf von Uslar, Chef des Stabs Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr für den Sanitätsdienst, bei der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Seit Russlands Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 hat sich die Sicherheitslage in Europa und auch in Deutschland grundlegend verändert. Selbst ein Krieg scheint nicht mehr ausgeschlossen. Um die Bundeswehr besser für die Landesund Bündnisverteidigung zu rüsten, hat die Bundesregierung den Verteidigungsetat drastisch erhöht. Zudem soll die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten von derzeit rund 182.000 auf 260.000 steigen. Wie zusätzliches Personal gewonnen werden soll, ist allerdings noch unklar; aktuell ist eine Diskussion über den Wehrdienst entbrannt. Zugleich bedrohen Cyberangriffe, Sabotage, gezielte Desinformation und Naturkatastrophen die kritische Infrastruktur und die Sicherheit Deutschlands. „Die aktuelle Entwicklung ist besorgniserregend“, begann Generalarzt Dr. Rolf von Uslar seinen Vortrag bei der BZÄK-Bundesversammlung am 1. November in Berlin. Er sei zwar Zahnarzt, aber nicht für den zahnärztlichen Dienst der Bundeswehr zuständig. Als Chef des Stabs Kommando Gesundheitsversorgung kümmere er sich um sämtliche Gesundheitsleistungen der Bundeswehr, die über ein komplexes Gesundheitssystem und eigene Gesundheitsämter verfüge. Die Soldaten brauchen auch eine dentale Fitness „Die Lage ist ernster geworden. Sicherheit und Stabilität sind keine Selbstverständlichkeiten mehr“, schätzte von Uslar die derzeitige Situation ein. Der Grund dafür sei nicht nur der Krieg in der Ukraine, sondern auch Vorfälle, die Dr. Rolf von Uslar, Chef des Stabs Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr für den Sanitätsdienst, warnte vor einer hybriden Bedrohung. Im Krisenfall benötige der Sanitätsdienst unter Umständen auch Unterstützung von Vertragszahnärzten. Foto: © 2025 tokography/Tobias Koch zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1970)
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