POLITIK | 19 dass die vertragszahnärztliche Versorgung im Sparpaket außen vor geblieben ist und Frau Warken nicht den Rasenmäher angeschmissen hat“, zeigte sich Hendges positiv gestimmt. Der Rasenmäher kam nicht zum Einsatz „Dieser Erfolg – und das sage ich mit Stolz – ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Wir haben es geschafft, die politischen Entscheidungsträger mit validen Daten und Fakten von der Sonderrolle der vertragszahnärztlichen Versorgung zu überzeugen“, sagte der KZBV-Vorsitzende und fügte hinzu: „Wir poltern nicht, sondern überzeugen und machen deutlich, welche Bedeutung die Selbstverwaltung hat und wie leistungsstark sie ist.“ Gleichzeitig verwies er auf bevorstehende Herausforderungen und hob besonders die Finanzkommission Gesundheit hervor, die bereits ihre Arbeit aufgenommen hat und Maßnahmenvorschläge zur mittel- und langfristigen Stabilisierung der GKV-Finanzen im Jahr 2026 erarbeiten soll. „Ohne den Mitgliedern der Finanzkommission Gesundheit zu nahe treten zu wollen, sehe ich hier keine Fachexpertise in Richtung Zahnmedizin. Umso wichtiger ist es, dass Frau Warken ihr Versprechen eingelöst hat, uns als Selbstverwaltung in den Prozess einzubinden“, fügte Hendges hinzu. Man habe am Donnerstag die Fragebögen erhalten, um bis Ende November Vorschläge in die Finanzkommission einbringen zu können. „Um gut vorbereitet zu sein, haben wir bereits hausintern die Arbeit aufgenommen, um jetzt auf die möglichen Szenarien adäquate Antworten zu geben und aktiv unsere Vorschläge zu unterbreiten“, erläuterte Hendges. Dringenden politischen Handlungsbedarf sieht die KZBV-Spitze hinsichtlich der Ausgestaltung der Digitalisierungsprozesse. „In den vergangenen Monaten häufen sich in der TI die Störungen. Die für die Betriebsstabilität verantwortliche gematik ist um Lösungen bemüht, hat aber keine Antwort auf die Misere. Dies zeigt, dass wir es mit einem strukturellen Problem zu tun haben“, stellte der stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende Dr. KarlGeorg Pochhammer klar. Die gematik hat keine Antwort auf die Misere Man brauche eine klare und übergeordnete Zuständigkeit der gematik, um die Betriebsstabilität der TI wieder in den Griff zu bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) müsse die Gematik dafür mit den notwendigen Befugnissen und Ressourcen ausstatten. zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1965) „DIE ZAHNMEDIZIN IST EIN GARANT FÜR ERFOLGSVERSPRECHENDE LÖSUNGEN!“ Die Chemie stimmt wieder: Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), stellte auf der KZBV-Vertreterversammlung klar, dass das BMG in Sachen Prävention hinter der Zahnärzteschaft steht. Die Bundesgesundheitsministerin freue sich über die gute Zusammenarbeit mit der Zahnärzteschaft, berichtete Sorge. Die Zahnmedizin könne auf eine beeindruckende Geschichte zurückblicken, sagte er in seinem Grußwort und verwies auf die neue DMS • 6 als Zeichen für das erfolgreiche Engagement des Berufsstandes in der Prävention: „Ganze 80 Prozent der 12-Jährigen haben heute gar keine Karies mehr und bei den 65- bis 74-Jährigen sind nur 5 Prozent zahnlos. Diese Zahlen sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob die Politik gemeinsam mit Berufsträgern an erfolgsversprechenden Lösungen arbeitet, und dafür ist die Zahnmedizin ein Garant.“ Die Forderung der Zahnärzteschaft – auch mit Blick auf die Volkskrankheit Parodontitis –, die Prävention stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik zu rücken, sei völlig richtig und, wie er sagte: „auf gutem Weg.“ Wie man die Prävention konkret stärker fördern kann, solle auch die Finanzkommission Gesundheit klären. Mit deren ersten Empfehlungen sei, nicht erst, wie es bislang hieß, 2027, zu rechnen, sondern bereits Anfang 2026. Sorge zeigte sich „hoffnungsfroh“, dass auf dieser Basis gute Vorschläge konsentiert und umgesetzt werden können, und regte an, dass sich die KZBV an den betreffenden Anhörungen im Gesundheitsausschuss beteiligt. Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im BMG Der KZBV-Vorstandsvorsitzende Martin Hendges forderte die Bundesregierung auf, die Präventionserfolge der Zahnärzteschaft zum Vorbild für anstehende Reformen im Gesundheitswesen zu nehmen. Fotos: KZBV – Darchinger
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