Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 23

zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1966) 20 | POLITIK Auch bei der elektronischen Patientenakte (ePA) sieht Pochhammer Nachbesserungsbedarf: „Neben den technischen Störungen behindern funktionale Einschränkungen die Nutzung der ePA in den Praxen. Nach wie vor können die Aktensysteme keine nativen Bildformate aufnehmen und die Einführung einer Volltextsuche wird von der Politik immer weiter nach hinten verschoben.“ Das BMG müsse bei der Weiterentwicklung der ePA endlich die richtigen Schwerpunkte setzen, forderte Pochhammer. Dazu gehöre vor allem, dass sie in den PraxissoftwareSystemen störungsfrei, intuitiv und einfach genutzt werden kann. Kein Datengrab bitte! Daran anknüpfend wies Meike GorskiGoebel, seit Anfang Oktober stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende, darauf hin, dass die ePA eines Versicherten sukzessive befüllt werde. „Wichtig ist daher, von Anfang an großen PDF-Datenmengen und vor allem Datengräbern vorzubeugen“, betonte sie. Hierfür habe die KZBV für die strukturierten Medizinischen Informationsobjekte (MIO) „zahnärztlicher Implantatpass“ und „zahnärztlicher Basiseintrag“ Konzepte ausgearbeitet, die bei Priorisierung durch den Gesetzgeber bereitstehen. Während das elektronische Beantragungs- und Genehmigungsverfahren (EBZ) – ein Leuchtturmprojekt, das aus der Selbstverwaltung heraus entwickelt wurde – bereits in den Praxen mit großem Erfolg etabliert sei, werde jetzt auch zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis ein zukunftsfähiger und sicherer elektronischer Datenaustausch (eLABZ) gewährleistet und damit eine weitere Landmarke in der Digitalisierung des Gesundheitswesens gesetzt. „Wir haben gezeigt, wie praxistaugliche Digitalisierung funktioniert“, bekräftigte Gorski-Goebel. sr, ck Meike Gorski-Goebel, die neue stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende: „Wir haben gezeigt, wie praxistaugliche Digitalisierung funktioniert." BFB-PRÄSIDENT HOFMEISTER: „FREIBERUFLICHKEIT IST KEIN AUSLAUFMODELL“ In seinem Grußwort hob der Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), Dr. Stephan Hofmeister, die Bedeutung der Freiberuflichkeit und der Selbstverwaltung hervor. Er berichtete vom ersten Tag der Jungen Freien Berufe, der eine Woche zuvor stattfand. „Die wichtigste Botschaft dort war, dass, anders als politisch häufig kolportiert, die Freiberuflichkeit kein Auslaufmodell ist“, erklärte Hofmeister, der auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist. Es habe sich vielmehr gezeigt, dass auch der Nachwuchs über alle Freien Berufe hinweg bereit sei, sich für Freiberuflichkeit zu engagieren. „Ohne die selbstständigen Zahnärztinnen und Zahnärzte wird der künftige Versorgungsbedarf nicht zu decken sein“, zeigte sich der BFB-Präsident überzeugt. Angesichts des demografischen Wandels brauche man nicht weniger, sondern mehr Kolleginnen und Kollegen, die in die Niederlassung gehen. Gleichzeitig verwies er auf die Standorttreue der Freiberufler, die anders als große Unternehmen nicht einfach ihre Filialen schließen, wenn es wirtschaftlich gerade passe. „Die Allgemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe“, sagte Hofmeister. Zudem seien sie mit 10,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine besondere Bedeutung komme der Selbstverwaltung zu. „Seit sieben Jahrzehnten zeigen wir, dass Selbstverwaltung wirkt“, bekräftigte Hofmeister und kritisierte die immer größeren Eingriffe seitens der Politik in die Arbeit der Selbstverwaltung. Um vernünftig arbeiten zu können, brauche man aber „mehr Beinfreiheit und weniger Kontrollzwang“. Dr. Stephan Hofmeister, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe Fotos: KZBV – Darchinger Der stellvertretende KZBV-Vorsitzende Dr. Karl-Georg Pochhammer sieht bei der ePA Nachholbedarf.

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