Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 23

24 | POLITIK GENERALARZT DR. ROLF VON USLAR ZUR ROLLE DER ZAHNÄRZTESCHAFT IM KRISENFALL „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“ Wie ist es um die Sicherheit Deutschlands bestellt? Wie bereitet sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr auf Krisen und einen möglichen Bündnisfall vor und welche Rolle können niedergelassene Zahnärzte dabei spielen? Eine Einschätzung der Lage und einen Einblick in die aktuellen Pläne gab Generalarzt Dr. Rolf von Uslar, Chef des Stabs Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr für den Sanitätsdienst, bei der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Seit Russlands Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 hat sich die Sicherheitslage in Europa und auch in Deutschland grundlegend verändert. Selbst ein Krieg scheint nicht mehr ausgeschlossen. Um die Bundeswehr besser für die Landesund Bündnisverteidigung zu rüsten, hat die Bundesregierung den Verteidigungsetat drastisch erhöht. Zudem soll die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten von derzeit rund 182.000 auf 260.000 steigen. Wie zusätzliches Personal gewonnen werden soll, ist allerdings noch unklar; aktuell ist eine Diskussion über den Wehrdienst entbrannt. Zugleich bedrohen Cyberangriffe, Sabotage, gezielte Desinformation und Naturkatastrophen die kritische Infrastruktur und die Sicherheit Deutschlands. „Die aktuelle Entwicklung ist besorgniserregend“, begann Generalarzt Dr. Rolf von Uslar seinen Vortrag bei der BZÄK-Bundesversammlung am 1. November in Berlin. Er sei zwar Zahnarzt, aber nicht für den zahnärztlichen Dienst der Bundeswehr zuständig. Als Chef des Stabs Kommando Gesundheitsversorgung kümmere er sich um sämtliche Gesundheitsleistungen der Bundeswehr, die über ein komplexes Gesundheitssystem und eigene Gesundheitsämter verfüge. Die Soldaten brauchen auch eine dentale Fitness „Die Lage ist ernster geworden. Sicherheit und Stabilität sind keine Selbstverständlichkeiten mehr“, schätzte von Uslar die derzeitige Situation ein. Der Grund dafür sei nicht nur der Krieg in der Ukraine, sondern auch Vorfälle, die Dr. Rolf von Uslar, Chef des Stabs Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr für den Sanitätsdienst, warnte vor einer hybriden Bedrohung. Im Krisenfall benötige der Sanitätsdienst unter Umständen auch Unterstützung von Vertragszahnärzten. Foto: © 2025 tokography/Tobias Koch zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1970)

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