26 | PRAXIS SERIE „AGILITÄT IN DER ZAHNÄRZTLICHEN PRAXIS“ – TEIL 2 Meetings, die den Unterschied machen Anke Handrock, Stephanie Sievers, Annika Łonak Es ist Mittwochmorgen, das ganze Team ist versammelt. Eigentlich sollte zuerst die Urlaubsplanung abgeschlossen und anschließend noch über die Materialbestellung gesprochen werden. Doch plötzlich geht es um den neuen Scanner, dann um die Dokumentation, dann um Fortbildungen. Nach einer Stunde ist die Stimmung im Keller und der Urlaubsplan wird auf nächste Woche vertagt. Was hier passiert, ist typisch. Alles wird zugleich besprochen: operative Probleme, persönliche Anliegen und organisatorische Fragen. Diese Vermischung führt zu langen Diskussionen, aber selten zu guten Ergebnissen. Im agilen Arbeiten wurden daher Meeting-Formate entwickelt, die genau hier Abhilfe schaffen. Sie trennen Themen nach Zweck und Zeithorizont, geben jedem Anliegen den passenden Rahmen und sorgen dafür, dass nichts verloren geht. Dabei beginnt eine agile Meeting-Kultur mit einer einfachen, allerdings oft übersehenen Frage: Wozu treffen wir uns eigentlich und was soll am Ende erreicht werden? Dieser Fokus erhöht dieEffizienz. Auf den ersten Blick klingt das, als würde man noch mehr Sitzungen einführen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ziel ist, die Besprechungen so zu strukturieren, dass jedes Meeting kürzer, klarer und wirksamer wird. Alle wissen worum es geht, was entschieden wird und wer was umsetzt. So werden Ihre Meetings kürzer, klarer, wirksamer Die Realität vieler Praxen hat sich verändert: Die Teams sind größer geworden, oft arbeiten mehrere Behandler zusammen, manche Mitarbeitende sind in Teilzeit oder remote tätig. Fast ein Drittel aller Zahnärztinnen und Zahnärzte arbeitet inzwischen angestellt. Damit verändern sich die Abläufe, die Entscheidungswege und die Verantwortlichkeiten. Früher reichte ein Zuruf zwischen zwei Behandlungen. Heute braucht es Formen gemeinsamer Abstimmung, die trotzdem schnell und leicht bleiben sollen. Agilität bietet hier keinen Theorierahmen, sondern praktische Werkzeuge: klare Routinen, kurze Kommunikationswege, schnelle Rückkopplungsschleifen. Der Morgengruß Bevor die ersten Patienten kommen, trifft sich das Team für ein kurzes Stand-up-Meeting, oft „Morgengruß“ genannt. Es dient ausschließlich der Abstimmung des Tagesablaufs. Die Anwesenheit eines Zahnarztes oder einer Zahnärztin ist nicht zwingend erforderlich. Besonders sinnvoll ist dieses Format, wenn auf mehreren Behandlungsstühlen parallel gearbeitet wird. Drei bis vier Fragen genügen, ein Protokoll ist nicht nötig: Was liegt heute an? Wo gibt es Besonderheiten oder Engpässe? Wer braucht wobei welche Unterstützung? Ergänzungsfrage: Ist alles da? (etwa Röntgenbilder oder Einverständniserklärungen) Das Meeting findet im Stehen statt und dauert fünf bis maximal zehn Minuten. Es minimiert spätere Störungen und verhindert, dass Probleme erst auffallen, wenn sie den Ablauf zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1972) Fotos: МарияГисина – stock.adobe.com
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