50 | GESELLSCHAFT MIT DEM DENTALMUSEUM DURCH 2025 – TEIL 21 „Ich mag Dentisten“ Zu den ganz besonderen Sammlungen des Dentalhistorischen Museums in Zschadraß gehören die mehr als 1.000 (eintausend!) Schautafeln zu Zahnanomalien und -erkrankungen, die der österreichische Dentist Karl Draeger gestaltet hat. Sie spiegeln nicht nur das zahntechnische Know-how zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts wider, sondern ebenso den State of the Art in der (Dentisten-)Ausbildung. Und erinnern an den Streit um die Berufsehre. Die Zschadraß’sche Ahnengalerie verein(nahm)t sie alle: Zahnreißer, Gebissarbeiter, Baader, Barbiere, Quacksalber, Wundärzte, Zahnkünstler, Laienbehandler, Zahntechniker, Dentisten und Zahnärzte. Die Episode der Dentisten in Deutschland ist eigentlich auserzählt: von der Einführung der Kurierfreiheit im Norddeutschen Bund über den Verband der Dentisten im Deutschen Reich – der Etablierung des Dentistenberufs – bis zur „Lösung der Dentistenfrage“ [Prof. Dominik Groß in der zm 22/2015] in der jungen Bundesrepublik durch das Zahnheilkundegesetz 1952. Wer sich ein bisschen feiner erinnern will, findet etwa den Dreiseiter „Der Beruf des Dentisten in der Zahnheilkunde“ von Kirstin Zähle aus 2006, bebildert mit Exponaten aus dem Dentalmuseum, unter anderem mit einer Schautafel aus der Sammlung Draeger. Dort arbeitet sie heraus, wie sich die Dentisten von (zuerst fachfremden) groben Handwerkern zu einer professionellen Berufsgruppe entwickelt haben, seit 1920 mit staatlicher Dentisten-Prüfung nach zweijähriger Fachschullehre – ohne zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (1996) BESTOF DENTALES ERBE TEIL 21 MIT DEM DENTALMUSEUM DURCH2025 In jeder Ausgabe in diesem Kalenderjahr heben wir einen Schatz aus dem Dentalhistorischen Museum in Zschadraß und geben an den Exponaten entlang einen Einblick in die Geschichte der Zahnheilkunde.
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