ZAHNMEDIZIN | 55 heit. Auf dieser Grundlage lassen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung der Mundgesundheit und die daraus resultierenden Bedarfe ableiten. Sie sind somit ein wichtiger Beitrag, um notwendige Änderungen und Anpassungen der bestehenden Konzepte für Kitas und Schulen zu erarbeiten. Material und Methode Anhand der Kita-Listen der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) wurde eine Stichprobe von zehn Prozent der Kindertageseinrichtungen der teilnehmenden Landkreise und kreisfreien Städte ausgewählt. Ziel war, dass möglichst alle drei-, vier- und fünfjährigen Kinder dieser Einrichtungen von den Zahnärztinnen und Zahnärzten der hessischen Gesundheitsämter untersucht werden. Parameter und Kriterien für die Befunderhebung im Rahmen einer statistischen Auswertung wurden entsprechend den Empfehlungen des Bundesverbandes der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) und der AkademiefürÖffentliches Gesundheitswesen zur standardisierten Gesundheitsberichterstattung für die Zahnärztlichen Dienste im Öffentlichen Gesundheitsdienst definiert. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) hat zur Bestimmung des Kariesrisikos bei Kindern Empfehlungen auf der Basis der bestehenden Karieserfahrung in Abhängigkeit vom Alter gegeben. Anhand dieser Vorgaben wurden Kinder mit erhöhter Kariesanfälligkeit ermittelt. Untersuchungsgrundlage Folgende Parameter wurden in dieser Untersuchung für die Altersgruppe der drei-, vier- und fünfjährigen Kinder erhoben und ausgewertet: naturgesund (ng; dmf-t = 0) behandlungsbedürftig (beh.bed.) saniert (Anzahl Kinder minus ng + beh.bed.) Anzahl der an Karies erkrankten Milchzähne (d-t) Anzahl der wegen Karies extrahierten Milchzähne (m-t) Anzahl der wegen Karies gefüllten (f-t) Milchzähne dmf-t-Mittelwert aus den erhobenen Parametern Ergebnisse Im Untersuchungsjahr 2023/2024 liegt der Anteil der Dreijährigen mit kariesfreien Milchzähnen bei 89 Prozent – und steigert sich damit im Vergleich zur letzten Querschnittsuntersuchung 2016/2017 um 4 Prozent. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil naturgesunder Milchzähne: In der Altersgruppe der Fünfjährigen liegt er nur noch bei 69 Prozent. Parallel steigt der Behandlungsbedarf mit zunehmendem Alter. So liegt er bei den Fünfjährigen bei 20 Prozent und ist damit mehr als doppelt so hoch wie bei den Dreijährigen mit 9 Prozent. Allerdings ist der Anteil sanierter Milchzähne bei drei- und vierjährigen Kindern mit nur 2 beziehungsweise 4 zm115 Nr. 23-24, 01.12.2025, (2001) Abb. 2: prozentuale Verteilung des Zahnstatus bezogen auf die jeweilige Altersgruppe (2023/2024) Abb. 3: prozentualer Anteil naturgesunder Milchzähne im zeitlichen Verlauf von 2003/2004 bis 2023/2024 Abb. 4: Behandlungsbedarf in allen Altersgruppen im Zeitlauf von 2003/2004 bis 2023/2024 Abbildungen: Füllkrug et al.
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