Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

16 | POLITIK EU-KOMMISSION UND OECD So steht Deutschlands Gesundheitssystem im internationalen Vergleich da Wie viel Geld gibt Deutschland im Ländervergleich für Gesundheit aus? Welche sind die größten Gesundheitsrisiken hierzulande? Und: Wie viele Menschen geben an, einen ungedeckten Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung zu haben? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefern aktuelle Datenanalysen der OECD und der EU-Kommission. Die Gesundheitsstatistik „Health at a Glance“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie die darauf basierenden länderspezifischen Gesundheitsprofile der EUKommission informieren regelmäßig über den Gesundheitszustand der Bevölkerung und die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gesundheitssystems. Vor Kurzem sind die neuesten Ausgaben erschienen. So schneidet Deutschland darin ab: Lebenserwartung Mit 81,1 Jahren entspricht die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland exakt dem OECD-Durchschnitt. In Mexiko ist die Lebenserwartung mit 75,5 Jahren am niedrigsten, in der Schweiz mit 84,3 Jahren am höchsten. Vermeidbare Todesfälle Etwa 13 Millionen Menschen verstarben 2023 in den 28 OECD-Ländern, das entsprach einer durchschnittlichen Sterberate von 861 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Im OECDVergleich wären im Schnitt 222 dieser Todesfälle durch Behandlung oder Prävention vermeidbar gewesen. Im Bereich der vermeidbaren Todesfälle – zu den häufigsten Ursachen gehören koronare Herzerkrankungen und Krebs – schneidet Deutschland im OECD-Vergleich mit einem Wert von 195 besser ab, bleibt aber hinter den Spitzenreitern Schweiz (114) und Luxemburg (123) zurück. Den schlechtesten Wert verzeichnet Kolumbien mit 419 vermeidbaren Todesfällen. Rauchen, Alkohol, Übergewicht In „Health at a Glance“ betrachtet die OECD, wie stark verbreitet die Risikofaktoren Rauchen, Alkoholkonsum und Fettleibigkeit in einem Land sind. So rauchten im Jahr 2023 im OECDDurchschnitt 14,6 Prozent der über 15-Jährigen jeden Tag. In Deutschland lag dieser Wert mit 14,6 Prozent etwas niedriger. Den Spitzenwert von 28,3 Prozent erreichte die Türkei, Island war mit 5,6 Prozent im positiven Sinn das Schlusslicht. Beim Alkoholkonsum pro Kopf lag Deutschland mit 10,6 Litern im Jahr 2023 über dem OECD-Mittelwert von 8,5 Litern. Am höchsten lag der Konsum in Portugal mit 11,9 Litern, am niedrigsten in der Türkei mit 1,7 Litern proKopf. Auch das „Länderprofil Gesundheit 2025“ für Deutschland, das die EUKommission Mitte Dezember 2025 veröffentlicht hat, befasst sich ausführlich mit Risikofaktoren. Demnach ist der Anteil der erwachsenen Deutschen, die täglich rauchen, im EU-Vergleich von 21 Prozent im Jahr 2013 auf 15 Prozent im Jahr 2021 zurückgegangen. Allerdings sei der Anteil der unter Foto: Johanna Mühlbauer zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2058)

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