Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

TITEL | 29 zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2071) FORTBILDUNG MOLAREN-INZISIVEN-HYPOMINERALISATION Der hypomineralisierte Zahn – Diagnostik und Therapie Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) hat herausgefunden, dass etwa jeder siebte Zwölfjährige an den Symptomen einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) leidet. Die betroffenen Zähne können verfärbt sein beziehungsweise unterschiedlich große posteruptive Schmelzeinbrüche aufweisen. Die genauen Ursachen der MIH sind bekanntlich noch nicht geklärt. Diskutiert werden insbesondere Umweltfaktoren, wie die Exposition gegenüber bestimmten Umweltgiften oder Chemikalien während der Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit. Aber auch systemische Erkrankungen beziehungsweise Infektionen während der Zahnentwicklung sowie Ernährungsfaktoren wie Mangelernährung oder eine unzureichende Mineralstoffzufuhr können eine Rolle spielen. Da die Erkrankung während der Zahnentwicklung entsteht, gibt es bisher keine präventiven Maßnahmen. Regelmäßige, engmaschige zahnärztliche Kontrollen sind daher sehr zu empfehlen, um eine MIH frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Der Fortbildungsteil fasst den aktuellen Wissensstand zum klinischen Erscheinungsbild, zur Diagnostik und Ätiologie sowie zur nicht invasiven und invasiven Therapie zusammen. Unser Ziel ist, Ihnen eine praxisrelevante Hilfestellung zu geben, um das klinische Erscheinungsbild besser interpretieren und adäquate, symptombezogene Therapiemaßnahmen ergreifen zu können. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. Ihr Elmar Hellwig AB SEITE 30 MIH – Klinisches Erscheinungsbild, Diagnostik und Ätiologie MIH ist neben der Karies die häufigste Erkrankung der Zähne im Kindes- und Jugendalter. In diesem Beitrag stellen wir das klinische Erscheinungsbild dieser entwicklungsbedingten Strukturstörung dar, beschreiben die gängige Diagnostik beziehungsweise Differenzialdiagnostik und fassen den aktuellen Wissensstand zur immer noch ungeklärten Ätiologie zusammen. Autoren: Prof. Dr. Jan Kühnisch, München AB SEITE 38 Nichtinvasive Therapie der MIH Je nach Schweregrad der Erkrankung können bei der Behandlung der MIH zunächst non-invasive Methoden zur Anwendung kommen. Wir stellen neben den Optionen für die Reduktion der Beschwerden bei vorliegenden Hypersensibilitäten auch Möglichkeiten für die ästhetische Rehabilitation im Frontzahnbereich vor. Autoren: PD Dr. Nelly Schulz-Weidner, Gießen; Dr. Constanze Uebereck, Gießen AB SEITE 42 Restaurative Therapie auf Basis des Würzburger Konzeptes In den letzten Jahren wurden vermehrt Fälle der MIH mit Substanzdefekten beobachtet, wodurch sich der Bedarf einer restaurativen Versorgung bei den häufig noch sehr jungen Patienten stark erhöhte. Wir stellen auf Basis des Würzburger Konzepts den Stand der Behandlungsempfehlungen zur restaurativen Versorgung von MIHZähne. Autoren: Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer Gießen; Dr. Stefanie Amend, M. Sc., Gießen Foto: privat

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