TITEL | 31 ka et al., 2024; Schwendicke et al., 2018; Ammar et al., 2025]. Diese Größenordnungen zeigen, dass es sich bei der MIH um ein prävalentes Zustandsbild handelt, mit dem der Zahnarzt vertraut seinmuss. Klinisches Erscheinungsbild Das klinische Erscheinungsbild an bleibenden Zähnen zeigt typischerweise weißlich-gelbe bis gelblich-braune Opazitäten, die zumindest in einigen Bereichen durch eine scharfe Abgrenzung (engl.:„demarcated opacities“) zum gesunden Zahnschmelz charakterisiert sind (Abbildungen 3 und 4). Die abgegrenzten Hypomineralisationen befinden sich mehrheitlich im Bereich der inzisalen Kronenhälfte unabhängig von dem Auftreten an Front- oder Seitenzähnen. Die Ausprägung am Zahn kann dabei auf einzelne Areale oder Höcker begrenzt sein. Bei einer schwerwiegenderen Ausprägung sind Zahnflächen vollständig betroffen, mitunter alle Zahnflächen an einem Zahn. Die Verteilung in der Dentition beziehungsweise an den Indexzähnen ist gleichermaßen variabel und betrifft nicht nur die Defektgröße, sondern auch die Farbe und Festigkeit. Was die Festigkeit betrifft, gilt als die Faustregel: Je dunkler die Farbe des Schmelzes, umso weicher beziehungsweise poröser und damit minderwertiger wird dessen Qualität sein. Damit reduziert sich seine kaufunktionelle Belastungsfähigkeit, was insbesondere an ersten bleibenden Molaren von klinischer Relevanz ist. An umfangreich hypomineralisierten Zähnen können Schmelzeinbrüche (engl.: „enamel breakdown“ oder „enamel desintegration“, Abbildung 5) auftreten [Lygidakis et al., 2010; 2022]. Da diese oftmals die Folge einer fehlenden Belastungsfähigkeit des Zahnschmelzes sind und erst nach der Einstellung der Zähne in die Okklusion auftrezm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2073) Fotos: Jan Kühnisch Abb. 2: Typisches Erscheinungsbild einer 14-Jährigen mit einer MIH. Neben Hypomineralisationen an bleibenden Frontzähnen (A) und ersten bleibenden Molaren (B-E) weist der Zahn 46 Zeichen eines Schmelzeinbruchs auf (D). n 1991 – 1996: Studium der Zahnmedizin an der Universität Leipzig und Friedrich-SchillerUniversität Jena/ Bereich Erfurt n 1998 – 1999: Assistenzzeit in zahnärztlicher Praxis n 1999: Dissertation mit dem Prädikat „summa cum laude“ n 2000: Wissenschaftlicher Assistent an der Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde der FSU Jena n 2003: Spezialisierung im Fachbereich “Kinder- und Jugendzahnheilkunde” n seit 2004: Zahnarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Ludwig-Maximilians-Universität München n 2006: Ernennung zum Oberarzt im Funktionsbereich Kinder- und Jugendzahnheilkunde an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontolgie der LMU München n 2008/2009: Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten n 2015: Ernennung zum APL-Professor Prof. Dr. med. dent. Jan Kühnisch Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Digitale Zahnmedizin, Klinikum der Ludwig-MaximiliansUniversität München Goethestr. 70, 80336 München Foto: privat ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.
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