Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

TITEL | 37 Risiko durch eine Antibiotika-Einnahme im ersten Lebensjahr sogar um mehr als das Dreifache erhöht. Vitamin-D-Einfluss In den vergangenen Jahren initiierten verschiedene Arbeitsgruppen Untersuchungen zum Einfluss des Vitamin-DStoffwechsels auf die Ausbildung von Hypomineralisationen. Während die Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen dem Serum-Vitamin-D-Spiegel und dem klinischen Auftreten einer MIH heterogen sind [Kühnisch et al., 2015; van der Tas et al., 2029] zeigte eine randomisierte Interventionsstudie, dass die vorgeburtliche, hochdosierte Vitamin-D-Gabe mit einer signifikant niedrigeren Häufigkeitsrate von MIH im Alter von sechs Jahren einherging [Nørrisgaard et al., 2019]. Dies deutet auf einen möglichen präventivenEffekt der Vitamin-D-Gabe in dieser Entwicklungsphase hin. Geburtliche Faktoren Mit Blick auf die Vielzahl von Einflüssen, denen ein Säugling bei der Geburt ausgesetzt ist und dem Mineralisationsbeginn der bleibenden Zähne um den Zeitpunkt der Geburt,wird offensichtlich, dass perinatale Faktoren möglicherweise zur Entstehung einer MIH beitragen könnten. Ereignisse um den Zeitpunkt der Geburt werden in etlichen Studien betrachtet. Allerdings lassen sich diese perinatalen Faktoren nicht immer klar voneinander trennen. So hat beispielsweise ein Frühgeborenes natürlicherweise ein geringeres Geburtsgewicht und potenziell unausgereifte Organe. Dies verkompliziert die Analyse geburtlicher Variablen. Grundsätzlich deuten die verfügbaren Ergebnisse aus Studien unter Einbeziehung geburtlicher Variablen darauf hin, dass deren Einfluss auf die MIH-Entstehung begrenzt ist. Allerdings muss man auch an dieser Stelle auf die Notwendigkeit eines weiterführenden Forschungsbedarfs verweisen. Zusammenfassung Wir haben das klinische Erscheinungsbild, die Diagnostik und die Ätiologie zu MIH erläutert. Leider liegt noch keine stichhaltige Ätiologiekette vor. Deshalb geht man nach heutigem Forschungsstand von einem multifaktoriellen Geschehen aus [Vieira und Manton, 2019], und es gibt gegenwärtig auch keine wirksame Präventionsstrategie. Dies ist unbefriedigend und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, um die Ursache(n) der MIH zu identifizieren. n Foto: Shutter2U – stock.adobe.com Jetzt abonnieren www.zm-online.de/newsletter zm Newsletter Ihr regelmäßiges Update. Mit aktuellen Informationen aus Wissenschaft und Industrie sowie zahnmedizinischen Fachbeiträgen. Hier bekommen Sie jede Woche wichtige News aus Politik, Gesellschaft und Branche. Versand wöchentlich mittwochs

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