Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

TITEL | 39 auf Mineralisierung, Morphologie und Porosität (Regeneration) [Baroni und Marchionni, 2011] und scheint auch die Hypersensibilität zu vermindern [Pasini et al., 2018], was die Empfehlung zur Verwendung dieser Pasten bei betroffenen Patienten unterstreicht. Auch die Verwendung von Tri-Calcium-Phosphat(TCP)-Pasten wird bei von MIH betroffenen Patienten empfohlen, um vor allem die Hypersensibilitäten zu vermindern. Diese ursprünglich zur Behandlung von Dentinhypersensibilitäten entwickelten Ansätze finden sich auch in der Verwendung von Pro-Argin-Pasten. So zeigten Bekes et al., dass unmittelbar nach der Behandlung mittels Pro-Argin-Technologie eine signifikante Reduktion der Hypersensibilität erreicht werden konnte [Bekes et al., 2017]. Die empfohlene In-Office-Therapie flankiert jede „MIH-Betreuung“ und sollte aufgrund des erhöhten Kariesrisikos zwei- bis viermal jährlich durchgeführt werden. Die Fluoridtouchierung mittels Fluoridierungslack kann je nach Kariesrisiko alle drei bis sechs Monate erfolgen. Durch die Kombination topischer Fluoridtouchierung mit häufigen Kontrollterminen im Abstand von drei bis sechs Monaten kann der Zahnarzt die betroffenen Zähne regelmäßig monitoren, um eine eventuell notwendige weiterführende Therapie zu veranlassen [Lykidakis, 2022]. Insgesamt sollte neben der In-officeFluoridlackapplikation dieser RecallKontrolltermin die Durchführung der zahnärztlichen Prophylaxe (IP) mit Elternberatung (Mundhygiene, Ernährung) beinhalten. Fluoridlacke und oben genannte Athome-Präparate bieten somit einen strukturierten Ansatz, um die betroffenen Patienten in der Prophylaxe zu betreuen. Non-invasive Therapie Während die Prophylaxe die Frontund Seitenzähne umfasst, wird die non-invasive Therapie für beide Zahngruppendifferenziert beschrieben. Molaren Fissurenversiegelungen: Daten zeigen, dass durch die Versiegelung von hypersensiblen MIH-Molaren Patienten weniger Empfindlichkeiten aufweisen [Bekes et al., 2022; 2024]. Darüber hinaus konnten die vor Beginn der Behandlung berichteten Einschränkungen in der Lebensqualität mit der Applikation der Versiegelungen gemildert werden [Bekes et al., 2021]. Dabei wird die klassische adhäsive Fissurenversiegelung nur für die betroffenen Seitenzähne empfohlen, die keinen posteruptiven Zahnhartsubstanzverlust in der Region der Fissur aufweisen (Abbildung 1). Bei vollständig durchgebrochenen Molaren stellen adhäsive Fissurenversiegelungen die erste Wahl zur Vorbeugung von Karies und postzm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2081) a c b Foto: Constanze Uebereck Abb. 1: 6,5-jährige Patientin mit nicht eingebrochener Region im Bereich der Fissuren und Hypersensibilität (MIH Index 3) der Zähne 16, 26 und 36 mit Fissurenversiegelungen CME AUF ZM-ONLINE Nichtinvasive Therapie der MIH Für eine erfolgreich gelöste Fortbildung erhalten Sie zwei CME-Punkte der BZÄK/DGZMK.

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