Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

TITEL | 41 mittel, Ethanol und Infiltrant scheint eine praktikable Option für die Farbabdeckung weißlicher Opazitäten bei MIH zu sein [Altan und Yilmaz, 2023; Hoan et al., 2024]. Alghawe et al. bestätigten, dass bei MIH-Opazitäten insbesondere bei mehrfachen IconEtch-Zyklen bei weißen/cremefarbenen Opazitäten gute ästhetische Maskierungen der Opazitäten erreicht werden können [Alghawe et al., 2024] (Abbildung 4). Etch-Bleach-seal: Mit der Etch-BleachSeal-Methode scheinen sich auch gelbbraune Verfärbungen verbessern zu lassen. Die Anwendung beinhaltet die Vorbehandlung mittels Konditionierung der proteinreichen Läsionen mit 37-prozentiger Phosphorsäure. Anschließend wird eine fünfprozentige NatriumhypochloritLösung angewendet [Wright, 2002]. Im Anschluss findet die Infiltrationsbehandlung mittels Infiltrant (DMG dental, Hamburg, Deutschland) statt [Prud'homme et al., 2017]. Welche Therapie im Frontzahnbereich angewendet wird, hängt vor allem vom Leidensdruck der Patienten im Hinblick auf ästhetische Einschränkungen und Hypersensibilitäten und auch von der Schwere und Farbe der Hypomineralisation ab. Auch Kombinationsbehandlungen der ästhetischen Korrekturen sind möglich. Teilweise muss jedoch auch eine restaurative Therapie erfolgen. Zusammenfassend fehlen für die beschriebene Therapien für die Frontzähne weitere klinische Studien, um die Wirksamkeit zu bestätigen. Fazit und Empfehlungen Patienten, die von MIH betroffensind, sollten frühzeitig diagnostiziert und in ein engmaschiges zahnärztliches Betreuungsprogramm aufgenommen werden. Die Prophylaxe zu Hause sollte die Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta und die unterstützende Anwendung von CPP-ACP-Präparaten umfassen. Die Überempfindlichkeit kann durch Fissurenversiegelung effektiv behandelt werden. Hinsichtlich der eingeschränkten Ästhetik der Frontzähne kann derzeit keine eindeutige Behandlungsempfehlung gegeben werden. n zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2083) Abb. 2: „Temporäre Fissurenversiegelung“ des Zahnes 46 eines 7-jährigen Patienten mittels Glasionomerzement (3MTM KetacTM Fil Glasionimer Füllungsmaterial, Solventum, Kamen, Deutschland). Abb. 3: „Temporäre Fissurenversiegelung“ des Zahnes 36 eines 8-jährigen Patienten mittels Glasionomerzement (Fuji Triage pink, GC Germany GmBH, Bad Homburg, Deutschland). Foto: Constanze Uebereck Abb. 4: 9-jähriger Patient mit Opazitäten der Frontzähne 11 und 21 bei Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (a) Etch mit Icon Etch unter Kofferdam (b) Zustand nach Trocknen und Anwendung von Icon Dry (c) Infiltration mit Icon Infiltrant (DMG, Hamburg, Deutschland) (d) und ästhetischer Korrektur durch Maskierung der Opazitäten (e). Foto: Nelly Schulz-Weidner a c d b e

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