a c d b e f 44 | TITEL zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2086) Abb. 4a: MIH-Zahn 46 bei einer sechsjährigen Patientin. Der Zahn war hypersensibel, so dass auch die Mundhygiene beeinträchtigt war. Okklusal und mesial zeigte sich eine Kavitation mit aktiver Karies. Abb. 4b: Orthopantomogramm (OPG) zum Zeitpunkt der Erstvorstellung. Deutlich sind die C3-Defekte an den Zähnen 36 und 46 zu erkennen. Allerdings erscheint die Dentinschicht über der Pulpa ausreichend etabliert. Abb. 4c: Bei dem MIH-Zahn 46 wurde die Karies unter relativer Trockenlegung mit einem Löffelexkavator selektiv entfernt und die Kavität anschließend mit einem fließfähigen GIZ (Fuji Triage pink; Fa. GC) gefüllt. Eine rotierende Bearbeitung des Zahns hätte die Patientin zu diesem Zeitpunkt nicht toleriert. Aufgrund des erhöhten lokalen Kariesrisikos kam das Mädchen alle drei Monate zur Prophylaxesitzung mit Fluoridlackapplikation. Abb. 4d: Etwa 18 Monate nach der Applikation des GIZ war der mesiale Anteil der Füllung verloren gegangen und es zeigte sich Sekundärkaries. Abb. 4e: Die Patientin zeigte mittlerweile eine sehr gute Compliance, so dass der MIH-Zahn 46 unter Lokalanästhesie (Leitungsanästhesie mit 40 mg/ml Articainhydrochlorid und 1:200.000 Epinephrinhydrochlorid) versorgt werden konnte. Der intakte Anteil des GIZ wurde zur Unterfüllung reduziert. Anschließend konnte der Zahn adhäsiv versorgt werden. Die Lokalanästhesie funktionierte gut, da der Zahn durch die temporäre Versorgung die Überempfindlichkeit verloren hatte. Abb. 4f: Drei Jahre nach dem Legen der Füllung ist die Restauration intakt. Diese Klassifikation dient als Grundlage für die Therapieempfehlungen. Deutlich wird, dass aufgrund der Symptomatik die Therapie der Zähne höchst unterschiedlich ausfällt. Dass etwa eine Opazität ohne Überempfindlichkeit (Index 1, Abbildung 1) ein anderes therapeutisches Vorgehen erfordert als ein Zahn mit nahezu komplettem Einbruch der Zahnoberfläche und mit Hypersensitivität (Index 4, Abbildung 2), istoffensichtlich. Der MIH-TNI hat sich mittlerweile im klinischen Alltag bewährt und wird auch häufig bei klinischen Studien zur Einteilung der MIH oder zur Definition von Ein- und Ausschlusskriterien herangezogen [Bekes et al., 2022; Contac et al., 2025; Karim et al., 2025; OlczakKowalczyk et al., 2023; Sekundo et al., 2024]. Für die zahnärztliche Praxis gibt die Einteilung eine Orientierung darüber, welche Behandlungsmaßnahmen erforderlich sind beziehungsweise eingesetzt werden können. Je nach Schweregrad wird dabei zwischen nichtinvasiven und invasiven Maßnahmen sowie einer kurzzeitigen oder längerfristigen, restaurativen Therapie unterschieden. Bei der Überarbeitung des Konzepts wurde zudem zwischen Front- und Seitenzähnen differenziert (Abbildung 3) [Bekes et al., 2023; Steffen et al., 2017]. Die temporäre Therapie C (kurzfristig) Die Therapie C hat das Ziel, MIH-Zähne vorübergehend zu versorgen, bis der vollständige Durchbruch der Zähne eine adhäsive Restauration ermöglicht, um die hypersensiblen Zähne zu desensibilisieren oder/und die Mitarbeit für die weitere Behandlung aufzubauen. CME AUF ZM-ONLINE Die restaurative Therapie auf Basis des Würzburger Konzepts Für eine erfolgreich gelöste Fortbildung erhalten Sie zwei CME-Punkte der BZÄK/DGZMK. Fotos: Norbert Krämer
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