GESELLSCHAFT | 69 Foto: Zahnärztekammer Nordrhein tont Dr. Ralf Hausweiler, Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein. Bei der Umbenennung wurde die Kammer durch ihren Beirat, der zahlreiche Wissenschaftler umfasst, beraten. Das Ziel war es, eine Person zu finden, deren zahnmedizinisches Schaffen ebenfalls international anerkannt ist. Die Wahl fiel schließlich auf den „Präventionsvorreiter“ Alfred Kantorowicz. „Dass Zahnärztinnen und Zahnärzte heute selbstverständlich in Schulen gehen, um dort Kinder zu untersuchen, wäre ohne Alfred Kantorowicz vielleicht nicht denkbar“, gibt Hausweiler zu bedenken. „Seine Weitsicht, seine Expertise und seine Bedeutung für die zahnmedizinische Prävention machen ihn aus unserer Sicht zu einem idealen Namenspaten für unser ehrwürdiges Fortbildungsinstitut.“ „Kantorowicz’ Biografie zeigt zudem, wie das Leben im Nationalsozialismus war, wenn man zu den Feinden dieser menschenverachtenden Ideologie zählte, und steht somit im Gegensatz zu Karl Häupl“, verdeutlicht die Kammer. ck Die Umbenennung trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Der Karl-Häupl-Kongress in Köln wird am 28. Februar 2026 letztmalig unter seinem alten Namen stattfinden. Künftig wird er „AlfredKantorowicz-Kongress” heißen. zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2111) „Wir können dieses Unrecht nicht ungeschehen machen, aber wir können die Erinnerung daran präsent halten und vor allem die Verantwortung übernehmen, dass sich diese Verbrechen in Deutschland nicht wiederholen.“ Kammerpräsident Dr. Ralf Hausweiler ALFRED KANTOROWICZ: EIN PIONIER DER PRÄVENTION Der Zahnmediziner Prof. Dr. Alfred Kantorowicz wurde 1880 in Posen geboren und erfuhr in den 1920er-Jahren als Professor an der Universität Bonn große wissenschaftliche Anerkennung, meldet die Kammer. Mit dem „Bonner System“ etablierte er mobile Behandlungseinheiten, in denen Schulkinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft kostenlos untersucht und behandelt wurden. In der Folge konnte die Anzahl kariöser Zähne deutlich reduziert werden. Sein Modell wurde deshalb sowohl in Deutschland als auch international zum Vorbild und begründete den Weg zur modernen präventionsorientierten Zahnheilkunde. Als Jude und Sozialdemokrat wurde Kantorowicz bereits kurz nach der Machtübernahme der NSDAP im Jahr 1933 von der Universität Bonn entlassen und über mehrere Monate in Konzentrationslagern inhaftiert. Aufgrund seiner internationalen Bekanntheit konnte er – im Unterschied zu vielen anderen Opfern des Regimes – noch 1934 in die Türkei auswandern und an der Istanbuler Universität eine Professur übernehmen. In zahlreichen Studien beschäftigte sich Kantorowicz unter anderem mit dem Aufbau der Zahngewebe und Bakteriologie in der Mundhöhle. Wie bei Häupl waren auch bei Kantorowicz Untersuchungen und Fragestellungen in der Histologie und Pathologie Schwerpunkt seiner Arbeit und auch seine Veröffentlichungen zur Kariologie fanden weite Anerkennung. Quelle: Zahnärztekammer Nordrhein Rocky. Durchdringt Zirkonoxid und knackt die härteste Krone. Eine neue Ära im Kronentrennen beginnt. 04/2025 · 420667V0 www.kometstore.de Jetzt sichern!
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