Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

LEITARTIKEL | 9 deln und die Behandlungsstrecke muss endlich ihre volle Präventionswirkung entfalten können; nicht zuletzt werden erhebliche zusätzliche finanzielle Einsparungen im zahn- sowie im allgemeinmedizinischen Bereich ermöglicht. Weiteres Einsparpotenzial sowie positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung sehen wir durch eine Reduktion von Zucker, Alkohol und Tabak. Übermäßiger Konsum von stark zuckerhaltigen Produkten sowie von Alkohol oder Tabakprodukten zieht erhebliche Krankheitslasten nach sich, welche zu hohen Ausgaben im Gesundheitssystem führen. Daher müssen wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Konsum nachhaltig zu reduzieren, beispielsweise durch eine präventive Stärkung der Verbraucherkompetenz oder durch eine konsumlenkende „Zuckersteuer“ beziehungsweise erhöhte Abgaben auf Alkohol und Tabak. Auf diese Weise erzielte Einnahmen sollten dann konsequenterweise dem Gesundheitsfonds zufließen oder zur Präventionsstärkung eingesetzt werden. Wir haben unsere Expertise also eingebracht; jetzt bleibt abzuwarten, was die Finanzkommission Gesundheit davon letztendlich aufgreifen wird und welche ihrer Empfehlungen dann in Gesetzesvorhaben fließen. In jedem Fall werden wir auch in diesem Jahr der Bundesregierung und dem Gesetzgeber immer wieder deutlich und faktenbasiert vor Augen führen, dass es sich bei der Zahnmedizin – insbesondere aufgrund unseres konsequent auf Prävention ausgerichteten Versorgungsansatzes – um einen effizienten und wirtschaftlichen Versorgungsbereich handelt. Er ist darüber hinaus ein Paradebeispiel für das erfolgreiche Zusammenspiel maßvoller Eigenverantwortung und solidarischer Finanzierung. Daher können wir selbstbewusst sagen, dass die zahnärztliche Versorgung klaren Vorbildcharakter auch für andere Sektoren besitzt und im Kontext anstehender Reformen im Gesundheitswesen als richtungsweisendes Beispiel herangezogen werden sollte. Doch auch neben der Stärkung von Prävention und der Sicherung der Finanzen gibt es weitere Baustellen im Gesundheitswesen, um die sich die Regierung dringend kümmern muss. Dazu gehört allem voran ein wirksamer Bürokratieabbau. Auch hier haben KZBV und BZÄK bereits zahlreiche Vorschläge vorgelegt. Wir stehen bereit, diese jetzt zusammen mit den politisch Verantwortlichen umzusetzen. Von unserer Seite ist es erforderlich, extrem beharrlich zu sein und den politisch Verantwortlichen klar und deutlich aufzuzeigen, dass unsere Vorschläge keinesfalls Abstriche bei Qualität und Qualitätssicherung machen und dass Patienten- und Mitarbeiterschutz oberste Priorität haben. Abgeschafft werden muss aber all das, was unnötig ist oder doppelt und dreifach erledigt werden muss. Dafür eruieren wir auch bei unseren europäischen Nachbarn, wie diese mit bürokratischen Vorgaben umgehen. Bürokratieabbau ist unabdingbar, denn gerade unser dringend benötigter Nachwuchs fühlt sich durch den fortwährend steigenden bürokratischen Aufwand von der Niederlassung abgeschreckt. Ebenso erforderlich sind die seit Langem angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung von Investorenbetriebenen MVZ (iMVZ). Und dies müssen wirksame Instrumente sein, nämlich eine räumliche und fachliche iMVZ-Gründungsbeschränkung für Krankenhäuser, und keine Alibi-Aktionen wie ein Transparenzregister. 2026 wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit tiefgreifende Veränderungen für unser Gesundheitssystem bringen. Wir müssen uns einmal mehr auf ein herausforderndes Jahr einstellen. Was aber auch immer passieren wird: Sicher ist, dass wir uns als Spitzenorganisationen der deutschen Zahnärzteschaft gemeinsam mit aller Kraft dafür einsetzen werden, dass unsere Vorschläge Gehör finden und in gesetzgeberische Maßnahmen einfließen. Denn wir als Berufsstand wissen am besten, was im Sinne eines effizienten Gesundheitswesens für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten erforderlich ist. Martin Hendges Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Karl-Georg Pochhammer Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Meike Gorski-Goebel Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Romy Ermler Präsidentin der Bundeszahnärztekammer Dr. Ralf Hausweiler Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer Dr. Doris Seiz Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer Fotos: Jan Knoff, KZBV/Darchinger, Georg Johannes Lopata / Axentis.de, ZÄK Nordrhein / J. Rolfes, J. Puchmüller

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