Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 1

Psychostress? Ach, leck mich! Vorschau Vordenker hatten es in der Geschichte nie leicht. Sie wurden nicht selten geteert und gefedert oder gleich verbrannt. Wir erinnern uns: 2013 landete der Chef des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, noch auf dem digitalen Scheiterhaufen – bloß weil er an die therapeutische Wirkung des Biertrinkens erinnerte. Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) sah ihr Geschäftsmodell in Gefahr und entfesselte einen Shitstorm. Heute wissen wir: Für die Rekreation des Gemüts können ein oder zwei Gläschen Wunder wirken, wenn einem Polikrisen und megalomanische Despoten nicht aus dem Kopf gehen wollen. Eine Erkenntnis, die Jugendlichen kaum hilft. Doch jetzt haben Forschende der Azabu-Universität in Sagamihara (Japan) eine Lösung gefunden. In einer kürzlich veröffentlichten Studie beschreiben sie die positiven psychologischen Effekte des Zusammenlebens mit Hunden, die sich konkret durch den Austausch von Körperflüssigkeiten ergeben. „Beim Menschen erleichtert Küssen die Übertragung der oralen Mikrobiota. Da das Lecken und Küssen in der Interaktion zwischen Mensch und Hund häufig vorkommt, wird vermutet, dass diese Interaktionen die orale und die Darmmikrobiota der Besitzer verändern und sogar die Darm-Hirn-Funktion beeinflussen könnten“, erklärt Erstautor Prof. Takefumi Kikusui. Tests zeigten, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, eine gesündere Mikrobiota haben. Als die durch Hunde beeinflussten Bakterien Mäusen im Labor injiziert wurden, wurden auch die Nagetiere glücklicher. Die DPtV hat umgehend reagiert und die Methodik der japanischen Studie kritisiert. Man wolle die Ergebnisse gründlich prüfen, heißt es. Doch es kommen auch positive Rückmeldungen aus Deutschland: Die Musiker Bela B und Farin Urlaub von der Punkband „Die Ärzte“ etwa lobten die Arbeit der japanischen Forschenden. Sie betrachten die Studie als späte Rehabilitierung. Mit ihrem 1983 veröffentlichten und 37 Jahre lang verbotenen Song „Claudia hat nen Schäferhund“ hätten sie lediglich die von Kikusui et al. nun endlich bewiesenen positiven Effekte der Hundehaltung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollen, so die Band gegenüber den zm. mg Kikusui, Takefumi et al., Dog ownership during adolescence alters the microbiota and improves mental health, iScience, Elsevier, doi: 10.1016/j. isci.2025.113948, https://doi.org/10.1016/j. isci.2025.113948 THEMEN IM NÄCHSTEN HEFT – zm 3 ERSCHEINT AM 1. FEBRUAR 2026 ZAHNMEDIZIN Der besondere Fall mit CME Zyste oder Ameloblastom? Die Histopathologie entscheidet! PRAXIS Nachgeben ist keine Option! So reagieren Sie auf Erpressungen durch Patienten Fotos: Tatyana Gladskih - stock.adobe.com, Ramcreative – stock.adobe.com, Universitätsmedizin Mainz zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2140) 98 | ZU GUTER LETZT

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