ZAHNÄRZTLICHE MITTEILUNGEN | WWW.ZM-ONLINE.DE Gesundheitssysteme in Europa Wie viel Geld gibt Deutschland für Gesundheit aus? Wie hoch ist der ungedeckte Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung? Ein Ländervergleich. SEITE 16 Eine nicht unumstrittene Maßnahme Um den hohen Krankenstand in seiner Praxis zu reduzieren, hat der Zahnarzt Dr. Daniel Engler-Hamm vor zwei Jahren eine Gesundheitsprämie eingeführt. SEITE 70 Umgang mit Ressourcen Wie lässt sich Nachhaltigkeit in einem zahnärztlichen Hilfseinsatz umsetzen, der häufig unter schwierigen logistischen und infrastrukturellen Bedingungen stattfindet? SEITE 72 FORTBILDUNG MOLAREN-INZISIVEN-HYPOMINERALISATION Auch das ist MIH! AUSGABE 01-02 | 2026 zm 16.01.2026, Nr. 01-02
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EDITORIAL | 3 Spannender Themenmix zum Jahresauftakt heitswesen in Dänemark staatlich organisiert ist, gibt es keine Zahnärztekammern, sondern nur mehrere Verbände. Das führt dazu, dass die dänische Zahnärzteschaft nicht mit einer Stimme spricht, sondern teilweise eher gegeneinander arbeitet. Dann berichten wir in dieser Ausgabe über die Verleihung der Silbernen Ehrennadel der deutschen Zahnärzteschaft an Zahntechnikermeister Andreas Haesler. Diese Auszeichnung ist mehr als gerechtfertigt, denn Haesler ist Gründer, Betreiber und Spiritus rector des Deutschen Dentalmuseums im sächsischen Zschadraß. Vor 25 Jahren hat er die Sammlung gegründet. Heute ist sie einzigartig in der Welt. Wir sprachen mit ihm über seine Motivation, seine Sammelleidenschaft sowie die schwierige Finanzierung des Museums. Denn ohne Geld ist bekanntlich alles nichts. Aber Betriebswirtschaft ist für viele – vor allem jüngere – Zahnärztinnen und Zahnärzte eher ein unliebsames Thema, aber umso wichtiger, wenn man eine Praxis erfolgreich führen will. Aus diesem Grund starten wir eine fünfteilige Serie zum Thema „Betriebswirtschaft in der zahnärztlichen Praxis“. Den Auftakt machen das Lesen und Verstehen der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA). Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Siesindhoffentlich gut und gesund ins neue Jahr gestartet. Ereignisärmer als das vorherige Jahr wird 2026 sicher nicht werden. Spannend für alle im Gesundheitswesen Tätigen dürften vor allem die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur nachhaltigen Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung werden. Dass eine Reform nötig ist, um die schwierige Finanzlage der Krankenkassen wieder ins Lot zu bringen, wird kaum jemand bestreiten. Ob die Vorschläge der Kommission und deren Umsetzung – oder auch nicht – seitens der Politik zielführend sein werden, bleibt abzuwarten. Aber was das neue Jahr auch bringen mag, auf eins ist Verlass: Die zm werden Sie weiterhin regelmäßig mit den wichtigsten Informationen rund um die zahnärztliche Berufsausübung versorgen. In der ersten Ausgabe dieses Jahres liefern wir wie gewohnt einen spannenden Themenmix. In der Titelgeschichte befassen wir uns wieder einmal mit der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). Dass es notwendig ist, bei diesem Thema auf dem aktuellen Stand zu bleiben, zeigen die Ergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6), die im vergangenen Jahrveröffentlicht wurden. Die Studie hat herausgefunden, dass etwa jeder siebte Zwölfjährige an den Symptomen einer MIH leidet. Die betroffenen Zähne können verfärbt sein beziehungsweise unterschiedlich große posteruptive Schmelzeinbrüche aufweisen. Die genauen Ursachen der MIH sind immer noch nicht geklärt. Verschiedene Ursachen werden diskutiert: Umweltfaktoren wie die Exposition gegenüber bestimmten Umweltgiften oder Chemikalien während der Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit stehen ebenso im Verdacht wie systemische Erkrankungen beziehungsweise Infektionen während der Zahnentwicklung, Mangelernährung oder eine unzureichende Mineralstoffzufuhr. Fest steht, dass es bisher keine präventiven Maßnahmen gibt. Umso wichtiger sind regelmäßige, engmaschige zahnärztliche Kontrollen, um eine MIH frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Unser Fortbildungsteil fasst den aktuellen Wissensstand zum klinischen Erscheinungsbild, zur Diagnostik und Ätiologie sowie zur nicht invasiven und invasiven Therapie zusammen. Dann haben wir uns mal wieder umgeschaut, wie andere Länder ihre Gesundheitssysteme organisieren und finanzieren. In diesem Heft befassen wir uns mit unserem nördlichen Nachbarn, Dänemark. Das dänische Gesundheitssystem unterscheidet sich deutlich vom deutschen: Es liegt in staatlicher Hand und wird hauptsächlich durch Steuern finanziert. Die Däninnen und Dänen können zwischen zwei Versicherungsmodellen wählen. Aber fast alle entscheiden sich für das, in dem der Hausarzt als Schleusenwärter fungiert. Spannend auch: Da das GesundFoto: Lopata/axentis
4 | INHALT 20 US-Langzeitstudie entkräftet IQ-Debatte Wie hängt die Fluoridexposition im Kindesalter mit den späteren kognitiven Fähigkeiten zusammen? Immer wieder wird diese Frage in den USA diskutiert. Damit ist jetzt Schluss. 54 „Hier liegt ein Menschheitsschatz!“ Die Geschichte des Deutschen Dentalmuseums ist geprägt von einer Vielzahl an Zufällen und der treibenden Kraft eines Mannes. Ein Interview mit Andreas Haesler, der die Sammlung vor 25 Jahren ins Leben gerufen hat. MEINUNG 3 Editorial 8 Leitartikel 10 Leserforum POLITIK 16 EU-Kommission und OECD So steht Deutschlands Gesundheitssystem im internationalen Vergleich da 20 US-Langzeitstudie entkräftet IQ-Debatte Natürlich macht Fluorid nicht dumm! Im Gegenteil. 24 Erstes Beratenden-Forum Zahnärztliche Patientenberatung So meistert man herausfordernde Anrufe! 52 Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement Die Gestalter der Standespolitik vonmorgen 56 Gesundheitssysteme weltweit – Dänemark Hier hat der Hausarzt das Sagen TITELSTORY 29 Fortbildung Molaren-InzisivenHypomineralisation 30 MIH – Klinisches Erscheinungsbild, Diagnostik und Ätiologie 38 Nichtinvasive Therapie der MIH 42 Die restaurative Therapie auf Basis des Würzburger Konzepts PRAXIS 26 InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024 Was die Niederlassung heute kostet 62 Praxisübernahme vor den Toren Berlins – Teil 2 Businessplan sei Dank 64 Betriebswirtschaft in der zahnärztlichen Praxis – Teil 1 Die BWA ist mehr als eine monatliche Pflichtlektüre 72 Interview mit Dr. Daniel EnglerHamm zur Gesundheitsprämie in seiner Praxis „Wir wollten mehr Fairness schaffen“ Inhalt Foto: zm-mg zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2046)
INHALT | 5 64 Neue zm-Serie: Betriebswirtschaft in der zahnärztlichen Praxis Erfolg entsteht nicht nur am Behandlungsstuhl, sondern ebenso am Schreibtisch. Und die BWA ist mehr als eine monatliche Pflichtlektüre. TITELSTORY 29 Der hypomineralisierte Zahn – Diagnostik und Therapie Der Fortbildungsteil zur MIH fasst den aktuellen Wissensstand zum klinischen Erscheinungsbild, zur Diagnostik und Ätiologie sowie zur nicht invasiven und invasiven Therapie zusammen. GESELLSCHAFT 50 Herbert-Lewin-Preis 2025 Für ein lebendiges Erinnern 53 Auszeichnung der Bundeszahnärztekammer Zahntechnikermeister Andreas Haesler erhält Silberne Ehrennadel 54 Interview mit Andreas Haesler „Und dann kam der Gedanke: Mach ein Museum draus!“ 68 Historische Belastung des Namensgebers Zahnärztekammer Nordrhein benennt Fortbildungsinstitut um 70 Umgang mit Ressourcen So werden Hilfseinsätze nachhaltig MARKT 78 Neuheiten RUBRIKEN 14 Ein Bild und seine Geschichte 60 Termine 59 Formular 67 Impressum 76 Bekanntmachungen 98 Zu guter Letzt Titelfoto: Nelly Schulz-Weidner zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2047)
8 | LEITARTIKEL Wirhoffen, dass Sie und Ihre Familien gut ins neue Jahr gekommen sind, und wünschen Ihnen für 2026 viel Erfolg; bleiben Sie vor allem gesund. Genau vor einem Jahr standen wir kurz vor der vorgezogenen Bundestagswahl. Im Mai ist die neue Bundesregierung dann mit großen Erwartungen gestartet, liefert bislang aber doch nur überschaubare Arbeitsergebnisse: Der Herbst der Reformen blieb aus, stattdessen erleben wir in vielen Bereichen Symbolpolitik und ein wachsendes Haushaltsrisiko. Speziell im Gesundheitswesen stehen wir vor sehr großen Herausforderungen. CDU, CSU und SPD haben ihre Ziele im Koalitionsvertrag festgehalten: Prävention stärken, Versorgung verbessern und Finanzierung sichern. Das ist grundsätzlich der richtige Ansatz und es ist nur ehrlich, wenn Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagt, dass kein Weg an mutigen Reformen vorbeiführe. In einer solch schwierigen Lage ist es umso wichtiger, dass Selbstverwaltung und Politik lösungsorientiert zusammenarbeiten – im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung. Mit Nina Warken hat eine Politikerin das Amt übernommen, die anders als ihr Vorgänger den Dialog mit den Professionen im Gesundheitswesen sucht und uns auf Augenhöhe begegnet. Das haben sie und ihre Parlamentarischen Staatssekretäre mit ihren Redebeiträgen etwa bei der Bundesversammlung der BZÄK und der Vertreterversammlung der KZBV belegt und damit gezeigt, dass sie die Dachorganisationen der deutschen Zahnärzteschaft als politischen Partner im Gesundheitssystem ernst nehmen. Eine Wertschätzung, die auch geboten ist, denn Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen, leisten täglich mit Ihren Teams einen wichtigen Beitrag für ein effizientes Gesundheitswesen. Sie alle haben in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass Sie die Menschen in Deutschland bei einem äußerst effizienten Einsatz von Ressourcen wohnortnah, flächendeckend und qualitativ hochwertig versorgen können. Mit konsequent präventiv ausgerichteten Versorgungskonzepten ist es uns gemeinsam gelungen, die Gesundheitskompetenz und die Mundgesundheit der Bevölkerung stetig und nachhaltig zu verbessern. Die im letzten Jahrveröffentlichte Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass sich der Health-Outcome des zahnärztlichen Versorgungsbereichs im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau bewegt und dass unser Angebot frühzeitiger und umfangreicher Präventionsleistungen Wirkung zeigt und von der breiten Bevölkerung in Anspruch genommen wird. Durch diesen konsequenten Präventionsansatz konnten wir den Anteil der zahnärztlichen Leistungen an den GKV-Ausgaben noch einmal auf mittlerweile niedrige 5,8 Prozent senken. Wir sind also alles andere als ein Kostentreiber im Gesundheitssystem! Der zahnmedizinische Bereich hat also seine Hausaufgaben gemacht und leistet bereits seit Langem seinen Beitrag füreineffizienteres Gesundheitswesen. Aufgabe der Politik sollte es jetzt sein, diese Erfolge mit uns gemeinsam nachhaltig zu sichern. Unsere Botschaft an die von Ministerin Warken zur Stabilisierung der GKV-Finanzen eingesetzte Finanzkommission Gesundheit lautet daher, die Leistungen zur präventionsorientierten Parodontitistherapie gesetzlich als Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen zu verankern und somit die erforderlichen Finanzmittel vollständig bereitzustellen. Nur so kann es gelingen, die Parodontitisversorgung endlich wieder auf ein der hohen Krankheitslast angemessenes Niveau zu heben. Wir müssen diese Volkskrankheit frühzeitig behanGemeinsam für ein effizientes Gesundheitswesen
LEITARTIKEL | 9 deln und die Behandlungsstrecke muss endlich ihre volle Präventionswirkung entfalten können; nicht zuletzt werden erhebliche zusätzliche finanzielle Einsparungen im zahn- sowie im allgemeinmedizinischen Bereich ermöglicht. Weiteres Einsparpotenzial sowie positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung sehen wir durch eine Reduktion von Zucker, Alkohol und Tabak. Übermäßiger Konsum von stark zuckerhaltigen Produkten sowie von Alkohol oder Tabakprodukten zieht erhebliche Krankheitslasten nach sich, welche zu hohen Ausgaben im Gesundheitssystem führen. Daher müssen wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Konsum nachhaltig zu reduzieren, beispielsweise durch eine präventive Stärkung der Verbraucherkompetenz oder durch eine konsumlenkende „Zuckersteuer“ beziehungsweise erhöhte Abgaben auf Alkohol und Tabak. Auf diese Weise erzielte Einnahmen sollten dann konsequenterweise dem Gesundheitsfonds zufließen oder zur Präventionsstärkung eingesetzt werden. Wir haben unsere Expertise also eingebracht; jetzt bleibt abzuwarten, was die Finanzkommission Gesundheit davon letztendlich aufgreifen wird und welche ihrer Empfehlungen dann in Gesetzesvorhaben fließen. In jedem Fall werden wir auch in diesem Jahr der Bundesregierung und dem Gesetzgeber immer wieder deutlich und faktenbasiert vor Augen führen, dass es sich bei der Zahnmedizin – insbesondere aufgrund unseres konsequent auf Prävention ausgerichteten Versorgungsansatzes – um einen effizienten und wirtschaftlichen Versorgungsbereich handelt. Er ist darüber hinaus ein Paradebeispiel für das erfolgreiche Zusammenspiel maßvoller Eigenverantwortung und solidarischer Finanzierung. Daher können wir selbstbewusst sagen, dass die zahnärztliche Versorgung klaren Vorbildcharakter auch für andere Sektoren besitzt und im Kontext anstehender Reformen im Gesundheitswesen als richtungsweisendes Beispiel herangezogen werden sollte. Doch auch neben der Stärkung von Prävention und der Sicherung der Finanzen gibt es weitere Baustellen im Gesundheitswesen, um die sich die Regierung dringend kümmern muss. Dazu gehört allem voran ein wirksamer Bürokratieabbau. Auch hier haben KZBV und BZÄK bereits zahlreiche Vorschläge vorgelegt. Wir stehen bereit, diese jetzt zusammen mit den politisch Verantwortlichen umzusetzen. Von unserer Seite ist es erforderlich, extrem beharrlich zu sein und den politisch Verantwortlichen klar und deutlich aufzuzeigen, dass unsere Vorschläge keinesfalls Abstriche bei Qualität und Qualitätssicherung machen und dass Patienten- und Mitarbeiterschutz oberste Priorität haben. Abgeschafft werden muss aber all das, was unnötig ist oder doppelt und dreifach erledigt werden muss. Dafür eruieren wir auch bei unseren europäischen Nachbarn, wie diese mit bürokratischen Vorgaben umgehen. Bürokratieabbau ist unabdingbar, denn gerade unser dringend benötigter Nachwuchs fühlt sich durch den fortwährend steigenden bürokratischen Aufwand von der Niederlassung abgeschreckt. Ebenso erforderlich sind die seit Langem angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung von Investorenbetriebenen MVZ (iMVZ). Und dies müssen wirksame Instrumente sein, nämlich eine räumliche und fachliche iMVZ-Gründungsbeschränkung für Krankenhäuser, und keine Alibi-Aktionen wie ein Transparenzregister. 2026 wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit tiefgreifende Veränderungen für unser Gesundheitssystem bringen. Wir müssen uns einmal mehr auf ein herausforderndes Jahr einstellen. Was aber auch immer passieren wird: Sicher ist, dass wir uns als Spitzenorganisationen der deutschen Zahnärzteschaft gemeinsam mit aller Kraft dafür einsetzen werden, dass unsere Vorschläge Gehör finden und in gesetzgeberische Maßnahmen einfließen. Denn wir als Berufsstand wissen am besten, was im Sinne eines effizienten Gesundheitswesens für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten erforderlich ist. Martin Hendges Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Karl-Georg Pochhammer Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Meike Gorski-Goebel Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Romy Ermler Präsidentin der Bundeszahnärztekammer Dr. Ralf Hausweiler Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer Dr. Doris Seiz Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer Fotos: Jan Knoff, KZBV/Darchinger, Georg Johannes Lopata / Axentis.de, ZÄK Nordrhein / J. Rolfes, J. Puchmüller
Leserforum Einige Formulierungen in diesem Artikel sind wirklich sehr unglücklich gewählt. Es fängt bereits damit an, dass unter dem Bild eines stillenden Kindes der Vergleich Kuhmilch vs. Muttermilch bezüglich des Zuckergehalts aufgezeigt wird! Das mag faktisch stimmen, jedoch suggeriert es doch in jeglicher Hinsicht, Kuhmilch sei die bessere Wahl. Des Weiteren frage ich mich, was und wer mit „bestimmten Bevölkerungsgruppen“ in Deutschland gemeint ist?! Zudem sollten Eltern aufgeklärt werden, rechtzeitig auf feste Kost umzustellen. Hat irgendjemand der Verfasser selbst Kinder? Denn aus Elternsicht ist dies ein weiterer Tiefpunkt von so unendlich vielen in unserer heutigen Gesellschaft, der zu absolut nichts außer weiterer Verunsicherung führt! Das biologische Abstillalter liegt wohlgemerkt zwischen zwei und sieben Jahren, und dafür gibt es genug Gründe. Ein Blick auf die letzten Naturvölker lohnt sich hier. Und selbst wenn abgestillt wird oder von vorneherein Flaschennahrung gegeben wird, ist es realitätsfern zu glauben, dass ein Kind keine Muttermilch/Flaschennahrung mehr benötigt nach 12 bzw. 24 Monaten, auch oder gerade nachts. Kariesentstehung ist, wie wir wissen, multifaktoriell und anstatt Eltern weiter zu verunsichern, sollten sie darin bestärkt werden, die Bedürfnisse der Kinder anzunehmen. Meiner Meinung nach muss der Fokus ganz klar auf die optimale Gestaltung der Rahmenbedingungen gelegt werden, so dass eine lange Stillbeziehung unterstützt und gefördert wird, so lange das Kind eben nun mal stillen möchte. Anne-Kristin Koch Homberg STILLEN AUS ZAHNMEDIZINISCHER SICHT Eltern nicht weiter verunsichern! Zum Artikel „Aus der Wissenschaft: Wie lange sollte aus zahnmedizinischer Sicht gestillt werden?“ in zm 22/2025, S. 24-25. Die zm-Redaktion ist frei in der Annahme von Leserbriefen und behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch in der digitalen Ausgabe der zm und bei www.zm-online.de zu veröffentlichen. Bitte geben Sie immer Ihren vollen Namen und Ihre Adresse an und senden Sie Ihren Leserbrief an leserbriefe@zm-online.de oder an die Redaktion: Zahnärztliche Mitteilungen, Chausseestr. 13, 10115 Berlin. Anonyme Leserbriefe werden nicht veröffentlicht. Foto: ©Federico Rostagno - stock.adobe.com zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2052)
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12 | LESERFORUM ZUCKERSTEUER Wir sind Zahnärzte und keine Steuerfachleute Zum Meinungsartikel „Eine Zuckersteuer ist keine Bevormundung, sondern Verantwortung“ in zm 23-24/2025, S. 16. Wir alle wollen weniger Karies und mehr Prävention. Aber: Die Forderung nach einer pauschalen Zuckersteuer – und das isoliert, aus der Zahnärzteschaft heraus – ist aus fachlicher wie berufspolitischer Sicht nicht der richtige Weg. „Das Argument, eine Zuckersteuer beschneide die persönliche Freiheit ist populär – aber falsch. … Zucker wirkt nachweislich gewöhnungsfördernd.“ Stimmt, das ist bei Steuern im Übrigen auch so. Ein freier Beruf sollte keine Forderungen nach Regulierungen stellen. Es kann nicht die Aufgabe der Zahnmedizin sein, fiskalpolitische Forderungen aufzustellen. Eine pauschale Abgabe setzt am falschen Hebel an und lässt Sirupe, Fruchtsaftkonzentrate und Reformulations-Schlupflöcher zu – mit kaum spürbarem Effekt auf Karies. Die Abgrenzung zwischen freiem Zucker, Sirupen und „natürlichen Süßen“ ist bürokratisch aufwendig und öffnet Schlupflöcher für die Industrie. Abgaben verändern Verkaufszahlen, aber robuste zahnmedizinische Endpunkte lassen sich ohne begleitende Maßnahmen nicht belegen. Diese Symbolpolitik bindet Ressourcen, die wir in wirksame Prävention investieren sollten. Verbrauchssteuern treffen Einkommensschwächere relativ stärker – genau jene Gruppen mit erhöhtem Kariesrisiko. Ohne eine harte Zweckbindung wird der Staatshaushalt finanziert, aber nicht die Zahnbürste im Kindergarten. Wir Zahnärzte lieben klare Kanten, sowohl bei der Präparation als auch bei Positionen. Eine pauschale Zuckersteuer? Irgendwie klingt das, als wollten wir Karies mit einer Sammelrechnung behandeln. Wir sind Zahnärzte und keine Steuerfachleute. Kennt jemand eine Krankheit, die mit Steuern behandelt wird? Was wird passieren, was passiert in anderen Ländern? Die Industrie wird reformulieren, d.h. sie wird ihren Produkten weniger Zucker und mehr Säure hinzufügen. Erosionen nehmen zu. Wie sieht es mit allgemeinmedizinischen Folgen von Ersatzstoffen aus? Ohne enge Vernetzung mit der ärztlichen Seite verlieren wir Glaubwürdigkeit und verpassen Allianzen, die für echte Prävention nötig sind. Was wäre stattdessen zu tun? n Verbindliches Gruppen-Zähneputzen in Kitas/Schulen n klare Kennzeichnung freier Zucker je Portion plus pH-Hinweis bei sauren Getränken n Marketingbeschränkungen für hochkariogene Kinderprodukte n Reformulationsziele inklusive Sirupen n Vergütung strukturierter Ernährungs- und Prophylaxegespräche in unseren Praxen n Evaluation mit Karies- und Erosionsdaten „Eine Gesellschaft, die ihre Bürgerinnen und Bürger schützt, betreibt keine Verbots-, sondern Verantwortungspolitik. Die Zuckersteuer ist kein Eingriff in die Freiheit – sie ist ihr Schutzmechanismus.“ Mit diesem Satz lässt sich viel begründen. Wir tauschen mit solchen Sätzen schrittweise unsere Freiheit gegen eine vermeintliche Sicherheit ein. Dr. Roland Kaden Heide Foto: zm / adobedesigner – stock.adobe.com zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2054) Foto: photowahn – stock.adobe.com ZEIGEN SIE UNS IHRE PRAXISKUNST! Sie haben auch Kunst an der Praxiswand, zeigen Skulpturen im Wartezimmer oder präsentieren Installationen im Außenbereich? Dann lassen Sie doch Ihre Kolleginnen und Kollegen daran teilhaben und schicken Sie uns Fotos an zm@zm-online.de. Wir stellen Ihre Praxiskunst in den nächsten Ausgaben vor!
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EIN BILD UND SEINE GESCHICHTE Fotos: Instagram-sunday littles, Dennis – stock.adobe.com zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2056) 14 | GESELLSCHAFT Stacey Kalsi ist Mutter, Zahnärztin und seit ihrer zweiten Elternzeit auch Modedesignerin. Nach zahlreichen schlaflosen Nächten, weil es ihrem Nachwuchs in handelsüblichen Pyjamas zu warm war, gründete die junge Kanadierin „Sunday Little“. Um den idealen Stoff für das SchlafanzugLabel zu finden, reiste die vierköpfige Familie sogar nach China und testete dort tausende Materialien, bis sie das richtige gefunden hatte, wie Kalsi in einem Video berichtet. Sie ist überzeugt, dass ihre Schlafanzüge aus Bambusjersey gleich mehrere Probleme lösen. Immerhin könne der richtige Pyjama „den Rhythmus unserer Tage verändern“, erzählte sie der Tageszeitung „Vancouver Sun“. „Weicherer Stoff, sichereres Design und langlebigere Passformen” bedeuteten besseren Schlaf für ihre Kinder – und somit auch für sie. Außerdem sei Nachtwäsche noch so viel mehr: „Sie ist Teil von Kindheitserinnerungen, SchlafRoutinen und den kleinen Momenten zwischendurch, die zum Herzen des Familienlebens werden.“ Dementsprechend überlässt Kalsi nichts dem Zufall – auch nicht ihren Mitarbeitern. Die Designs der häufig wirr gemusterten Stoffe und Schnitte entwirft die Zahnärztin seit Tag 1 selbst, wie sie verrät, damals noch am heimischen Küchentisch. Auch bei der Werbung auf ihrem Instagram-Kanal @sundaylittles setzt sie gern eigene Ideen um und posiert selbst mit ihren Kindern – so wie hier bei einer Ankündigung ihrer Halloween-Kollektion (Foto). mg
LEDERMIX® Pulpitis-Notfall-Versorgung bei akuter Pulpitis* bis zur späteren regelrechten Behandlung Wirkstoffkombination aus Glucocorticoid und Antibiotikum1 Meist rasch eintretende Schmerzlinderung1 und effektive Reduktion kariogener Keime2 Antiinflammatorische3 und antibakterielle Wirkung2 Der schnelle Weg zur Schmerzlinderung bei akuter Pulpitis1* Dentalpaste * Ledermix® wird angewendet bei einer Pulpitis-Notfall-Versorgung bei partieller oder totaler akuter, nicht purulenter Pulpitis bis zur späteren regelrechten Behandlung 1 [1] Fachinformation Ledermix®, Stand 03/2022. [2] Wicht M., Haak R., Schütt-Gerowitt H., Kneist S., Noack M. J.; Suppression of caries-related microorganisms in dentine lesions after short-term chlorhexidine or antibiotic treatment; Caries Res. 2004 Sep–Oct;38(5):436–41. [3] Pierce A., Lindskog S.; The effect of an antibiotic/corticosteroid paste on inflammatory root resorption in vivo. Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1987 Aug; 64(2):216–20. [4] Hofpeter, Kevin, Hülsmann, Michael; Pioniere der Endodontie: André Schroeder, Endodontie 04/2024; 33(4):373-381. PFLICHTANGABEN gem. § 4 HWG - Ledermix®, Dentalpaste – Quantitative und qualitative Zusammensetzung: Wirkstoffe: Demeclocyclin-Calcium und Triamcinolonacetonid. 1 g Dentalpaste enthält 30,21 mg Demeclocyclin-Calcium (1:1) (entspricht 30,00 mg Demeclocyclinhydrochlorid) und 10 mg Triamcinolonacetonid. Die sonstigen Bestandteile sind: Macrogol 400, Macrogol 3000, Zinkoxid, hochdisperses Siliciumdioxid, Calciumchlorid-Dihydrat, Trolamin, Natriumcalciumedetat (Ph.Eur.), Natriumsulfit, gereinigtes Wasser. – Anwendungsgebiete: Pulpitis-Notfall-Versorgung bei partieller oder totaler akuter, nicht purulenter Pulpitis bis zur späteren regelrechten Behandlung. – Gegenanzeigen: bei Überempfindlichkeit gegen Demeclocyclin, Triamcinolonacetonid, Natriumsulfit oder einen der sonstigen Bestandteile von Ledermix®, bei Überempfindlichkeit gegen Kortikoide und Tetracycline (Kreuzallergie), bei Vorliegen von Pulpitis purulenta (eitrige Pulpaentzündung). –Nebenwirkungen: In sehr seltenen Fällen können allergische Reaktionen, bis hin zum anaphylaktischen Schock auftreten. Auf eine Kreuzallergie mit anderen Tetracyclinen wird hingewiesen. Natriumsulfit kann in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchialkrämpfe (Bronchialspasmen) hervorrufen. –Warnhinweise: Enthält Natriumsulfit. Packungsbeilage beachten. –Verschreibungspflichtig–Pharmazeutischer Unternehmer: Esteve Pharmaceuticals GmbH, Hohenzollerndamm 150-151, 14199 Berlin, Deutschland –Stand der Information: März 2022 2511_LED_ANZ2025_01 Scannen Sie den QR-Code, um mehr über die Entwicklung von Ledermix® durch Dr. André Schroeder zu erfahren4
16 | POLITIK EU-KOMMISSION UND OECD So steht Deutschlands Gesundheitssystem im internationalen Vergleich da Wie viel Geld gibt Deutschland im Ländervergleich für Gesundheit aus? Welche sind die größten Gesundheitsrisiken hierzulande? Und: Wie viele Menschen geben an, einen ungedeckten Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung zu haben? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefern aktuelle Datenanalysen der OECD und der EU-Kommission. Die Gesundheitsstatistik „Health at a Glance“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie die darauf basierenden länderspezifischen Gesundheitsprofile der EUKommission informieren regelmäßig über den Gesundheitszustand der Bevölkerung und die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gesundheitssystems. Vor Kurzem sind die neuesten Ausgaben erschienen. So schneidet Deutschland darin ab: Lebenserwartung Mit 81,1 Jahren entspricht die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland exakt dem OECD-Durchschnitt. In Mexiko ist die Lebenserwartung mit 75,5 Jahren am niedrigsten, in der Schweiz mit 84,3 Jahren am höchsten. Vermeidbare Todesfälle Etwa 13 Millionen Menschen verstarben 2023 in den 28 OECD-Ländern, das entsprach einer durchschnittlichen Sterberate von 861 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Im OECDVergleich wären im Schnitt 222 dieser Todesfälle durch Behandlung oder Prävention vermeidbar gewesen. Im Bereich der vermeidbaren Todesfälle – zu den häufigsten Ursachen gehören koronare Herzerkrankungen und Krebs – schneidet Deutschland im OECD-Vergleich mit einem Wert von 195 besser ab, bleibt aber hinter den Spitzenreitern Schweiz (114) und Luxemburg (123) zurück. Den schlechtesten Wert verzeichnet Kolumbien mit 419 vermeidbaren Todesfällen. Rauchen, Alkohol, Übergewicht In „Health at a Glance“ betrachtet die OECD, wie stark verbreitet die Risikofaktoren Rauchen, Alkoholkonsum und Fettleibigkeit in einem Land sind. So rauchten im Jahr 2023 im OECDDurchschnitt 14,6 Prozent der über 15-Jährigen jeden Tag. In Deutschland lag dieser Wert mit 14,6 Prozent etwas niedriger. Den Spitzenwert von 28,3 Prozent erreichte die Türkei, Island war mit 5,6 Prozent im positiven Sinn das Schlusslicht. Beim Alkoholkonsum pro Kopf lag Deutschland mit 10,6 Litern im Jahr 2023 über dem OECD-Mittelwert von 8,5 Litern. Am höchsten lag der Konsum in Portugal mit 11,9 Litern, am niedrigsten in der Türkei mit 1,7 Litern proKopf. Auch das „Länderprofil Gesundheit 2025“ für Deutschland, das die EUKommission Mitte Dezember 2025 veröffentlicht hat, befasst sich ausführlich mit Risikofaktoren. Demnach ist der Anteil der erwachsenen Deutschen, die täglich rauchen, im EU-Vergleich von 21 Prozent im Jahr 2013 auf 15 Prozent im Jahr 2021 zurückgegangen. Allerdings sei der Anteil der unter Foto: Johanna Mühlbauer zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2058)
Mehr erfahren ® 1Durchschnittlicher jährlicher Abverkauf in Packungen von elmex® gelée 38g in deutschen Apotheken (IQVIA Eigenanalyse, Juli 2018 bis Aug 2021) vs. Anzahl der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren (Statista 2020). *Bitte „Individualprophylaxe nach § 22 SGB V“ auf Kassenrezept notieren. 1x WÖCHENTLICH Bei Ausstellung einer Verschreibung bis zum 18. Lebensjahr zu 100% erstattungsfähig* elmex® gelée 1,25 % Dentalgel. Zusammensetzung: 100 g elmex® gelée enthalten: Aminfluoride Dectaflur 0,287 g, Olaflur 3,032 g, Natriumfluorid 2,210 g (Fluoridgehalt 1,25 %), gereinigtes Wasser, Propylenglycol, Hyetellose, Saccharin, Pfirsich-Minz-Aroma (Pfirsich-Aroma, Menthol, Eukalyptol, Anethol). Anwendungsgebiete: Zur Kariesprophylaxe; therapeutische Anwendung zur Unterstützung der Behandlung der Initialkaries und zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse. Gegenanzeigen: Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe, Abschilferungen der Mundschleimhaut, fehlender Kontrolle über den Schluckreflex, bei Kindern unter 3 Jahren und bei Knochenund/oder Zahnfluorose. Nebenwirkungen: sehr selten: Exfoliation der Mundschleimhaut, Gingivitis, Stomatitis, Rötung, Brennen oder Pruritus im Mund, Gefühllosigkeit, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit, Schwellung, Ödem, oberflächliche Erosion an der Mundschleimhaut (Ulkus, Blasen), Übelkeit oder Erbrechen, Überempfindlichkeitsreaktionen. Dieses Arzneimittel enthält Aromen mit Allergenen. Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Pfirsich-Minz-Aroma und Menthol Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot)ausgelöst werden. Nicht über 25 °C lagern. Packungsgrößen: 25 g Dentalgel (apothekenpflichtig); 38 g Dentalgel (verschreibungspflichtig); 215 g Klinikpackung (verschreibungspflichtig). CP GABA GmbH, 20354 Hamburg. Stand: November 2024. Durchschnittlicher jährlicher Abverkauf in Packungen von elmex® gelée 38g in deutschen Apotheken (IQVIA Eigenanalyse, Juli 2018 bis Aug 2021) vs. Anzahl der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren (Statista 2020). Bitte „Individualprophylaxe nach § 22 SGB V“ auf Kassenrezept notieren. 1x WÖCHENTLICH Bisher profitieren nur ca.10 % der Kinder von elmex® gelée1 – Sie können das ändern Bei Ausstellung einer
zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2060) 18 | POLITIK 15-Jährigen, die angaben, im vergangenen Monat geraucht zu haben, von 15 Prozent (2018) auf 17 Prozent (2023) gestiegen. Während der Alkoholkonsum unter deutschen Erwachsenen seit 2000 stetig sinkt, zeigt sich laut dem Report beim Anteil der 15-Jährigen, die angaben, mehr als einmal in ihrem Leben betrunken gewesen zu sein, ein „besorgniserregender“ Trend: „Ihr Anteil stieg von 25 Prozent im Jahr 2014 auf 31 Prozent im Jahr 2022 – und liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent.“ Jeder sechste Erwachsene in Deutschland war 2022 laut Länderreport fettleibig. Auf EU-Ebene liegt Deutschland hier mit 17 Prozent über dem EUDurchschnitt von 15 Prozent. „Wie in anderen EU-Ländern ist der Anteil in den letzten Jahrzehnten gestiegen und hat sich gegenüber 2002 (11 Prozent) fast verdoppelt“, heißt es. Wie der Länderreport Deutschland der EU-Kommission vermerkt, sind in Deutschland viele Verhaltensrisikofaktoren bei Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad häufiger anzutreffen. So rauchte im Jahr 2019 mehr als jeder vierte Erwachsene mit niedrigerem Bildungsgrad täglich, verglichen mit etwa jedem siebten (15 Prozent) mit hohem Bildungsgrad. Kosten und Zufriedenheit Im Vergleich der EU-Mitgliedstaaten hatte Deutschland im Jahr 2023 mit 5.414 Euro pro Kopf die höchsten Gesundheitsausgaben unter den EUMitgliedstaaten. Knapp 86 Prozent der Ausgaben für die Gesundheitsversorgung in Deutschland trugen 2023 der Staat und die Krankenversicherungen – das war mehr als im OECDDurchschnitt (75,1 Prozent). Im Durchschnitt der OECD-Länder waren im Jahr 2024 etwa 64 Prozent der Menschen mit der Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten an ihrem Wohnort zufrieden. In Deutschland lag der Anteil der Zufriedenen bei 81 Prozent. Zugang und ungedeckter Bedarf Laut OECD bot Deutschland seinen Bürgerinnen und Bürgern im Jahr 2023 zu 100 Prozent Zugang zu Kern-Gesundheitsleistungen (OECDSchnitt: 98 Prozent). Während über alle OECD-Länder hinweg betrachtet 3,4 Prozent der Bevölkerung von nicht gedeckten Bedürfnissen im medizinischen Bereich berichteten, sagten das in Deutschland 0,8 Prozent. „Nicht gedeckte Bedürfnisse sind im Bereich der zahnärztlichen Versorgung in der Regel größer“, geht aus der OECD-Statistik hervor. Während davon in Griechenland, Lettland und Island im Jahr 2024 mehr als acht Prozent der Bürgerinnen und Bürger berichteten, waren es in Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Kroatien weniger als ein Prozent. Im Durchschnitt wurden 2023 in den OECDLändern 32 Prozent der Kosten für die zahnärztliche Versorgung durch staatliche Programme oder Pflichtversicherungen übernommen – in Deutschland waren es 73 Prozent. Das ist nach Japan mit 79 Prozent der zweithöchste Anteil. Am wenigsten beteiligte sich der Staat in Griechenland (0 Prozent), Spanien (1 Prozent) und Israel (1 Prozent) an den Kosten für die zahnärztliche Versorgung. Stationärer Bereich Mit insgesamt 810 Aufnahmen je 100.000 Einwohner im Jahr 2023 weist Deutschland im OECD-Vergleich weiterhin eine der höchsten Raten vermeidbarer Krankenhausaufenthalte auf. In der EU ist Deutschland hier Spitzenreiter. Laut Länderreport der EU-Kommission stand fast die Hälfte dieser Fälle im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz (47 Prozent), gefolgt von Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (31 Prozent) sowie Diabetes (22 Prozent). Digitalisierung „Die öffentlichen Ausgaben und Investitionen im deutschen Gesundheitswesen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen“, so das Fazit im EU-Länderprofil für Deutschland. „Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung des Gesundheitssystems, da die deutschen Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitsund Sozialwesen in den letzten zehn Jahren relativ stagniert haben.“ So seien vom deutschen Staat 2023 rund 1,1 Millionen Euro je 100.000 Einwohner investiert worden – der EU-Schnitt lag bei 2,3 Millionen Euro je 100.000 Einwohner. sth Anteil der Ärztinnen und Ärzte in Prozent in OECD-Staaten, die ihren Abschluss im Ausland erworben haben (Stand: 2023) Israel Norwegen Irland Neuseeland Schweiz Großbritannien Australien Schweden USA Chile Kanada Griechenland OECD-Durchschnitt Slowenien Deutschland Finnland Belgien Dänemark Frankreich Ungarn Tschechien Österreich Lettland Kolumbien Estland Niederlande Polen Italien Litauen 59 44 43 42 38 31 28 25 25 25 22 20 15 15 14 14 12 11 8 8 8 7 5 5 4 4 1 1 Im Jahr 2023 beschäftigten die Mitgliedsländer der OECD mehr als 600.000 ausländisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, ein Anstieg von etwas über 50 Prozent seit 2010. Ihre Verteilung ist ungleich: Fast drei Fünftel praktizieren in nur drei Ländern: den USA, Großbritannien und Deutschland. Quelle: OECD, Health at a Glance
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20 | POLITIK US-LANGZEITSTUDIE ENTKRÄFTET IQ-DEBATTE Natürlich macht Fluorid nicht dumm! Im Gegenteil. Wie hängt die Fluoridexposition im Kindesalter mit den späteren kognitiven Fähigkeiten zusammen? Eine US-Langzeitstudie widerlegt die Behauptung, dass die systemische Trinkwasser-Fluoridierung den IQ beeinträchtigt. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zählen die Trinkwasser-Fluoridierung zu den zehn wichtigsten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit des 20. Jahrhunderts. Doch obwohl es eindeutige wissenschaftliche Belege dafür gibt, dass die Fluoridierung des Trinkwassers die Mundgesundheit von Kindern und Erwachsenen verbessert, wird die Sicherheit dieser Maßnahme in den USA seit 80 Jahren – seit Grand Rapids in Michigan 1945 als erste Stadt ihr Trinkwasser fluoridierte – immer wieder diskutiert. Getriggert von Verschwörungstheorien kreist die aktuelle Debatte um die Frage, ob Fluorid den IQ von Kindern mindert. Befeuert wird dieser Diskurs vor allem durch eine im Januar 2025 veröffentlichte Metaanalyse von Kyla W. Taylor, die einen Zusammenhang zwischen systemischer Fluorid-Exposition bei Kindern und einem messbaren Rückgang des IQ herstellt. In vielen Bundesstaaten und Kommunen wird diese Studie als Argument für eine Einschränkung der Trinkwasserfluoridierung angeführt. Denn die Kritiker der Trinkwasser-Fluoridierung behaupten unter Berufung auf diese Ergebnisse, dass die Nachteile der Trinkwasser-Fluoridierung ihre Vorteile für die Mundgesundheit überwiegen. Warum die bisherigen Studien nicht aussagekräftig sind Wie die Forschenden um John Robert Warren jetzt herausgearbeitet haben, modellierten indes fast alle von Taylor et al. berücksichtigten Studien die Folgen einer Fluoridexposition auf den IQ bei Konzentrationen, die ein Vielfaches über den im öffentlichen Trinkwasser der USA gemessenen Werten lagen. Selbst die Vergleichsgruppen mit „geringer Belastung“ in den untersuchten Studien wiesen demnach deutlich höhere Fluoridkonzentrationen auf als fast überall in den USA – in vielen der berücksichtigten Arbeiten waren sie so hoch, dass Kinder Anzeichen einer Fluorose zeigten. Der Fluoridgehalt im Trinkwasser wurde 2015 von 1,2 mg/Liter auf die aktuell in den USA empfohlene Konzentration von 0,7 mg/Liter gesenkt. Ein Team um Taylor fand zwar einen starken inversen Zusammenhang zwischen der Fluoridbelastung und dem IQ von Kindern, wenn die Fluoridkonzentration im Trinkwasser 1,5 mg/Liter überstieg. Ihre Ergebnisse für Konzentrationen unter 1,5 mg/Liter waren jedoch nicht signifikant. „Selbst dieser Schwellenwert von 1,5 mg/l liegt im oberen Bereich der Verteilung der Fluoridbelastung in den USA“, schreiben die Forschenden. „Daher sind die in Taylor et al. berücksichtigten Studien im Wesentlichen nicht relevant für das Verständnis der Auswirkungen einer Fluoridbelastung des Trinkwassers auf die kognitive Entwicklung von Kindern in den USA.“ „Keine der von Taylor et al. berücksichtigten Studien wurde mit Kindern in den USA durchgeführt; keine verwendete national repräsentative Daten; und die meisten untersuchten extrem arme, ländliche Bevölkerungsgruppen in China, Indien, Mexiko oder dem Iran“, resümieren die Autorinnen und Autoren. Das gilt auch für die Metaanalyse aus dem Jahr 2023 Foto: Artfully.ai-stock.adobe.com zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2062)
POLITIK | 21 von Jayanth V. Kumar, die zwar zu dem Schluss kommt, dass es „keinen Zusammenhang zwischen der Fluoridkonzentration und den IQWerten“ gibt, aber nur acht Arbeiten einschließt, die sich nicht auf die USA übertragen lassen. Neben diesen Einschränkungen seien zwei weitere Schwächen der bestehenden Forschung hervorzuheben. Erstens: Sie vernachlässige die Folgen der Fluoridexposition für die kognitive Entwicklung im weiteren Lebensverlauf. Zweitens: Sie berücksichtige weder räumliche noch andere Faktoren, die gegebenenfalls Zusammenhänge zwischen der Fluoridbelastung und dem IQ verfälschen könnten. Diese Defizite seien größtenteils auf einen Mangel an prospektiven, für die USA repräsentativen Längsschnittdaten zurückzuführen. In diesen Daten müssten die Fluoridexposition im Kindesalter, die kognitive Entwicklung im Jugend- und im höheren Alter sowie relevante potenzielle Störfaktoren berücksichtigt werden. Was die neue Studie auszeichnet Im Unterschied dazu untersuchte die vorliegende Studie den Zusammenhang zwischen der Fluoridaufnahme durch Trinkwasser bei Kindern und ihrer kognitiven Entwicklung im Jugend- und Erwachsenenalter. Verwendet wurden Daten der landesweiten Kohortenstudie „High School and Beyond“, die 1980 als repräsentative Zufallsstichprobe von 58.270 Schülerinnen und Schülern der 10. und 12. Klasse an 1.020 US-amerikanischen High Schools begann. Für Folgebefragungen wurde eine zufällig ausgewählte Teilmenge von 26.820 Personen ausgewählt, die bis 2021 mehrfach erneut befragt wurden – zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer um die 60 Jahre alt. Die Forschenden bestimmten die Fluoridexposition von der Einschulung bis zum Ende der Sekundarschulzeit anhand der Geodaten der Schulen unter der Annahme, dass die Probanden dort geboren und aufgewachsen sind, wo sie die Highschool besuchten. Um die Fluoridkonzentrationen im Trinkwasser und im unbehandelten Grundwasser zu ermitteln, nutzten sie Archive der kommunalen Wasserversorger sowie den Fluoridierungs-Zensus des US-Gesundheitsministeriums und Daten des United States Geological Survey. Die kognitive Leistungsfähigkeit der Jugendlichen wurde auf Basis ihrer schulischen Arbeiten und anhand von Testergebnissen bestimmt. Bei den 60-Jährigen erfolgte die Bestimmung mithilfe eines Messinstruments, das Informationen zu Gedächtnisleistung, Sprachflüssigkeit und Aufmerksamkeit auswertet. Im Ergebnis fanden die Wissenschaftler „deutliche Hinweise“ darauf, dass junge Menschen, die den empfohlenen Fluoridmengen im Trinkwasser ausgesetzt waren, in Mathematik-, Lese- und Wortschatztests in der Sekundarstufe besser abschnitten als Gleichaltrige, die nie ausreichend Fluorid aufgenommen hatten. So erzielten Schülerinnen und Schüler bei allen untersuchten kognitiven Leistungsparametern im Jugendalter bessere Werte, wenn sie – entweder während ihrer gesamten Kindheit oder nur in einem Teil davon – ausreichend Fluorid erhielten. Die geschätzten Effekte sind mit etwa sieben Prozent einer Standardabweichung gering. Dieser Vorteil bleibt bis zum Alter von etwa 60 Jahren bestehen, ist dann jedoch statistisch nicht mehr signifikant. Betrachtet wird der gesamte Lebensverlauf „Die Fluoridierung von Trinkwasser hat bekanntermaßen enorme Vorteile für die Mundgesundheit, und nun scheint es, dass sie auch zu besseren – und nicht schlechteren – kognitiven Testleistungen führt“, bilanziert Mitautorin Gina Rumore. „Es ist für die Öffentlichkeit – und für Menschen, die Einfluss auf die Politik haben – von entscheidender Bedeutung zu wissen, dass es absolut keine glaubwürdigen wissenschaftlichen Beweise für die Behauptung gibt, dass die Zugabe von Fluorid in empfohlenen Mengen zum kommunalen Trinkwasser den IQ zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2063)
zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2064) 22 | POLITIK von Kindern beeinträchtigt. Tatsächlich scheint das Gegenteil der Fall zu sein“, bekräftigt Hauptautor John Robert Warren. Diese Studie beantworte zwar nicht die Frage, warum die Exposition gegenüber empfohlenen Fluoridkonzentrationen mit einer verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit einhergeht, schließe jedoch eine Lücke in der bisherigen Forschung. Fazit: Fluorid fördert offenbar die kognitive Entwicklung Die Forschenden räumen ein, dass in der Studie detailliertere Informationen über die Wohnorte der Studienteilnehmer von der Einschulung bis zum späten Jugendalter fehlen: „Wir waren jedoch gezwungen, die Probanden den Gemeinden zuzuordnen, in denen sie die weiterführende Schule besuchten.“ Außerdem konnten sie nicht exakt bestimmen, wie viel Fluorid die Studienteilnehmer aufnahmen; stattdessen mussten sie offizielle Informationen über die Wasserzusammensetzung als Näherungswert verwenden. Außerdem hätten sie sich Informationen über die Fluoridexposition der Teilnehmer im gesamten Erwachsenenalter gewünscht. Ihr Fazit: „Trotz dieser Einschränkungen liefern unsere Ergebnisse starke Belege dafür, dass die Fluoridexposition – in Konzentrationen, wie sie üblicherweise in den Vereinigten Staaten vorkommen und die für politische Debatten über die Fluoridierung des Trinkwassers relevant sind – Vorteile für die kognitive Entwicklung von Jugendlichen hat und schlimmstenfalls nicht schädlich für die kognitive Leistungsfähigkeit im späteren Leben ist.“ ck Zitierte Studien: 1. Taylor KW, Eftim SE, Sibrizzi CA, et al. Fluoride Exposure and Children’s IQ Scores: A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Pediatr. 2025;179(3):282–292. doi:10.1001/jamapediatrics.2024.5542 2. Kumar JV, Moss ME, Liu H, Fisher-Owens S. Association between low fluoride exposure and children's intelligence: a meta-analysis relevant to community water fluoridation. Public Health. 2023 Jun;219:7384. doi: 10.1016/j.puhe.2023.03.011. Epub 2023 Apr 28. PMID: 37120936. Originalstudie:John Robert Warren et al., Childhood fluoride exposure and cognition across the life course. Sci. Adv.11, eadz0757 (2025). DOI:10.1126/sciadv. adz0757DOI:10.1126/sciadv.adz0757 Fluoridexposition an den untersuchten High Schools: Die Punkte markieren die Standorte der Schulen. Blaue Punkte zeigen an, dass die Schüler von der Einschulung bis zur 12. Klasse ausreichend Fluorid ausgesetzt waren; graue Punkte, dass die sie nie ausreichend Fluorid erhielten; und orange Punkte, dass sie im Laufe ihrer Kindheit zu einem bestimmten Zeitpunkt ausreichend Fluorid erhielten [Warren et al., 2025]. Die Forschenden räumen ein, dass in der Studie detailliertere Informationen über die Wohnorte der Studienteilnehmer von der Einschulung bis zum späten Jugendalter fehlen. Dennoch gebe es trotz dieser Einschränkunge „keine glaubwürdigen wissenschaftlichen Beweise für die Behauptung gibt, dass die Zugabe von Fluorid in empfohlenen Mengen zum kommunalen Trinkwasser den IQ von Kindern beeinträchtigt“, resümieren die Studienautorinnen und -autoren.
zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2065) POLITIK | 23
24 | POLITIK ERSTES BERATENDEN-FORUM ZAHNÄRZTLICHE PATIENTENBERATUNG So meistert man herausfordernde Anrufe! Wie kommt man mit herausfordernden Patienten am Telefon zurecht? Beraterinnen und Berater der gemeinsamen Zahnärztlichen Patientenberatung von BZÄK und KZBV haben sich im Sommer erstmals online in einem Forum zu problematischen Situationen und Handlungsstrategien ausgetauscht. Um einen überregionalen Austausch über den Umgang mit komplexen Anfragen zu ermöglichen, fand im Sommer 2025 das erste Beratenden-Forum statt. Es gab zwei Vorträge, die auf die Patientenberatung zugeschnitten waren. Im ersten Vortrag „Beratungsgrundlagen“ wurde an vorhandenes Wissen angeknüpft und das gemeinsame Verständnis der Tätigkeit geschärft. Für weitere Impulse sorgte der zweite Vortrag „Konfliktmanagement“, in dem der Umgang mit herausfordernden Beratungssituationen im Mittelpunkt stand. Gerade am Telefon kann es schwierig sein, emotional aufgeladenen Patienten angemessen zu begegnen. In der Situation selbst Ruhe zu bewahren und die Ursache des Problems im Fokus zu behalten, kann herausfordernd sein. Was also tun, wenn Anrufer völlig aufgelöst sind? Beispielhaft wurde der Fall einer betagten Dame geschildert. Sie hatte sich gemeldet, weil ihr 92-jähriger pflegebedürftiger Ehemann starke Zahnschmerzen hatte. Beide wohnen in einem kleinen Dorf, haben keine Nachbarn und keinen Internetanschluss. Die Frau weinte mehrere Minuten lang, weil sie ihrem Mann nicht helfen konnte. Was tun, wenn Anrufer völlig aufgelöst sind? Eine Lösung bietet das im Vortrag vorgestellte Konzept „Circle of Change“: Dabei geht es darum, die Beratung als Prozess zu begreifen, dessen Ziel es ist, den Emotionspegel des Gegenübers zu senken. Denn erst, wenn das Erregungsniveau abebbt, kann der Gesprächspartner Informationen aufnehmen. Dadurch wird eine sachliche Beratung überhaupt erst möglich. Wichtig ist, dass man Empathie für die Person und ihre individuelle Situation zeigt und ihr Zuwendung entgegenbringt. Die Beraterinnen und Berater sollten sich ihrer Rolle bewusst sein: Sie sind nicht Teil des emotionalen Kreises, sondern stehen außerhalb und bieten ihre Unterstützung an. Entscheidend ist, die Wut oder Unsicherheit des Anrufers aufzunehmen und ihm nach und nach Handlungsoptionen aufzuzeigen. Ein möglicher Ansatzpunkt ist, zunächst zu fragen, was genau den Anrufer beschäftigt, Verständnis zu zeigen und ihn nach seiner idealen Lösung zu fragen. Bei der oben beschriebenen Anfrage führten die Geduld und das Verständnis der beratenden Person dazu, dass die alte Dame zunächst emotional aufgefangen wurde. Dadurch war sie für die aufgezeigten Handlungsoptionen aufnahmefähig und es konnte ein zahnärztlicher Hausbesuch für ihren Ehemann vermittelt werden. Wie geht man mit einem aggressiven Gegenüber um? Vor dem Hintergrund, dass anrufende Patientinnen und Patienten vermehrt aggressiv auftreten, ging es in der Austauschrunde um das Konfliktmanagement: Wie geht man persönlich mit schwierigen Beratungsgesprächen um? Eine teilnehmende Person sagte, sie schlage dem aggressiv auftretenden Gegenüber in der Situation eine kurze GesprächsFür die Qualität der Beratungen ist der kontinuierliche Austausch zwischen den Beraterinnen und Beratern förderlich. Daher fand im Sommer 2025 das erste Beratenden-Forum statt. An der halbtägigen Online-Veranstaltung der Zahnärztlichen Patientenberatung, konnten alle Beratenden niedrigschwellig teilnehmen. Foto: IDZ zm116 Nr. 01-02, 16.01.2026, (2066)
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