PRAXIS | 15 zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (109) REPRÄSENTATIVE PATIENTENUMFRAGE: PRAXISREPORT 2025 Was zählt, sind Ton, Nähe und Tempo Nach welchen Kriterien wählen Patientinnen und Patienten ihre Zahnarztpraxis aus – und was trägt dazu bei, dass sie dort bleiben? Das wollte die Agentur Discover Dental wissen und gab eine repräsentative Befragung in Auftrag. Auf die Frage „Welche Dienstleistungen und Merkmale in einer Zahnarztpraxis sind Ihnen besonders wichtig?“ antworteten 54 Prozent „Freundliches Personal“. „Kurze Wartezeiten“ nannten 44 Prozent der Befragten, 39 Prozent gaben die „Nähe zum Wohnort“ an und 37 Prozent eine „zeitnahe Terminvergabe“. Ganz unten standen: „Online-Terminbuchung“ (15 Prozent), „Gute OnlineBewertungen“ (8 Prozent) und „WLAN im Wartezimmer“ (5 Prozent). „Wer die persönliche Begrüßung, das Wartezeiten-Management und die digitale Terminlogistik im Griff hat, wird in der Umgebung zur Stammpraxis“, bilanziert Discover Dental. „Im Umgang mit den Patienten zählt der Ton mehr als jedes Kunstwerk an der Wand. Unsensibles Personal ärgert Patienten. Smalltalk während der Behandlung irritiert rund jeden zehnten – oft, weil er floskelhaft wirkt oder Antworten mit geöffnetem Mund kaum möglich sind.“ Freundlichkeit ist wichtiger als jedes Bild an der Wand Bei akuten Problemen wünschen sich drei Viertel der Patienten einen Termin noch am selben oder am nächsten Tag. Bei Kontrollterminen sind sie gelassener: Im Schnitt gibt es eine Wartebereitschaft von 28 Tagen. Ihren aktuellen Zahnarzt haben laut Umfrage mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) auf persönliche Empfehlung eines Freundes ausgewählt. 13 Prozent haben ihn über Google / Google Maps gefunden. Arztbewertungsportale, Krankenkassen oder Social Media spielen eine nur untergeordnete Rolle (jeweils vier beziehungsweise drei Prozent). Generell wollen Patienten vor allem verlässlich erreicht und klar informiert werden. Am beliebtesten bleibt das klassische Telefonat (38 Prozent). Für 30 Prozent reicht eine E-Mail. Beide liegen deutlich vor Messengern wie WhatsApp & Co., die etwa 15 Prozent bevorzugen. Auch die Angst vor einer Behandlung lässt sich nehmen: mehr Zeit, klare Schritte sowie ein sichtbares Verständnis werden ausdrücklich geschätzt. Über 70 Prozent bevorzugen eine spezialisierte Praxis, für rund 40 Prozent ist das sehr wichtig. Wer sein Verständnis bereits online sichtbar macht, etwa mit einer gezielten Ansprache auf der Praxis-Webseite oder entsprechenden Hinweisen auf Ärzteportalen, senke No-Show-Raten schon vor dem ersten Termin. Insgesamt waren 58 Prozent schon mindestens einmal unzufrieden mit einem Zahnarztbesuch, fast ein Drittel (30 Prozent) sogar mehrmals. Die fünf am häufigsten genannten Gründe sind: n unfreundliches oder unsensibles Personal (38,7 Prozent) n Schmerzen / insuffiziente Anästhesie (35,1 Prozent) n lange Wartezeit (28 Prozent) n Mangel an Aufklärung über Behandlungsmethode und -alternativen (27,9 Prozent) n unerwartete oder unklare Kosten (23,3 Prozent) 44 Prozent haben mindestens einmal eine zahnmedizinische Zweitmeinung eingeholt. Das muss laut Discover Dental aber nicht schlecht sein: „Eine Zweitmeinung ist kein Misstrauensvotum, sondern ein Teil informierter Entscheidungen. Wer ,Zweitmeinung willkommen' aktiv kommuniziert und Befunde verständlich erklärt, wirkt souverän und reduziert spätere Zweifel.“ Eine Zweitmeinung ist kein Misstrauensvotum Positiv bewerten die Befragten auch, wenn eine Zahnarztpraxis nachweislich umweltfreundlich arbeitet. Wenn zum Beispiel Einwegplastik vermieden, Ökostrom genutzt und papierlos dokumentiert wird, ist das für 50 Prozent ein Argument, sich für diese Praxis zu entscheiden. Drei Prozent bewerten derartige Bemühungen negativ, für 47 Prozent hat die Umweltfreundlichkeit keinen Einfluss auf die Entscheidung. mg Das Befragungsinstitut Censuswide hatte vom 11. bis zum 15. September 2025 im Auftrag von Discover Dental 2.001 Personen ab 16 Jahren befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung. Alle Prozentangaben sind gerundet. Bei einzelnen Fragen waren Mehrfachantworten möglich. Foto: ribalka yuli - stock.adobe.com
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